„Knock Out Festival am 20.12.2014 in der Schwarzwaldhalle, Karlsruhe“

Eventname: Knock Out Festival

Bands: Edguy, Anvil, Primal Fear, Unisonic, Pretty Maids, Gotthard

Ort: Schwarzwaldhalle, Karlsruhe

Datum: 20.12.2014

Kosten: 50 €

Genre: Power Metal, Hardrock

Besucher: ca. 4.000 Besucher

Veranstalter: Bottom Row – The Music Agency (http://www.bottomrow.de)

Link: http://www.knockout-festival.de/

KnockOut_2014_Fyler_#2

Im Jahr 2005 startete das Knock-Out Festival zum ersten Mal. Damals noch mit den Jungs von Saxon ganz oben auf dem Plakat. Mit Unterbrechungen eröffnete das Festival in diesem Jahr zum siebten Mal seine Pforten. „Karlsruhe rockt!“ – so wurde das Festival schon vor Monaten in der badischen Hauptstadt angepriesen.

In diesem Jahr fand das PowerMetal Festival übrigens zum ersten Mal in der Schwarzwaldhalle statt, da die Brandschutzverordnung am früheren Veranstaltungsort, der Europahalle in Karlsruhe, nicht mehr ausreichend war, um die Kapazitäten des Festivals zu fassen. In der Schwarzwaldhalle hat man bisher wohl noch nicht viel Erfahrung mit Metalkonzerten. Das Ambiente erinnert eher an klassische Familiengroßveranstaltungen oder Hochzeitsmessen mit weißen, gerafften Vorhängen und Kellnern in Anzügen.

Für mich soll die Stimmung des Festivals schon beim Einmarsch in die Schwarzwaldhalle ein wenig getrübt werden. Anstehen am Wertmarkenstand ist angesagt. Knappe 20 Minuten. Danach ab an die Garderobe. Wieder 5 Minuten anstehen. Und da man sich auch keine Band durstig anschauen soll und Dehydrierung sowieso der Erzfeind ist, ab an den Bierstand. Nochmal 20 Minuten.

Die ersten Worte, die ich dann vom Opening Act Anvil aus Kanada hören darf, ist die Verabschiedung. Das geht ja schonmal gut los! Noch dazu sind die Taschen voll mit Pfandmarken, Wertmarken und Garderobenzetteln in doppelter Ausführung. Fehlt eigentlich nur noch der Passierschein A-38. Die Menge an Papierkram und Ansteherei erinnert eher an das Straßenverkehrsamt als an ein Metalkonzert. Egal! Nachdem die Anträge für kühles Bier ausgefüllt sind, soll es endlich ordentlich Mucke auf die Ohren geben:

Primal Fear betreten die Bühne und ich hab Bock! Das legt sich aber relativ schnell wieder. Bereits nach gefühlten fünf Sekunden gibt das Mikro von Sänger Ralf Scheepers den Geist auf. Kein gutes Omen! Nach gut 15 Minuten haben die Techniker das Problem endlich in den Griff bekommen. Aber die streikende Technik und auch insgesamt der miese Sound verhindern, dass der Funke zwischen Band und Publikum überspringen kann.

Das bezeichnet leider auch den Rest des Abends. Die Bands liefern aufgrund von Erfahrung und Professionalität ab. Dienst nach Vorschrift! Klingt schon wieder nach Straßenverkehrsamt. Insgesamt kommt die Menge an dem Abend mangels Atmosphäre und schlechter Organisation nicht wirklich in Wallung. Auch nicht als der Moderator des Festivals die „Supergroup“ Unisonic rund um die Ex-Helloweener Kai Hansen und Michael Kiske ankündigt. Erst Edguy schaffen es, die Menge mal zum gediegenen Ausrasten zu bewegen. Ob’s dabei am steigenden Pegel der Menge oder tatsächlich guten Edguy liegt, weiß man nicht. Für die Zukunft bleibt den Organisatoren zu wünschen, dass sie sich irgendwann einmal innerhalb der Szene, für die sie die Veranstaltungen ausrichten, auskennen. Denn so prickelnd die Weißweinschorlen auch schmecken mögen, die in der Schwarzwaldhalle ausgeschenkt werden: Das Herz der Power Metaler verzücken sie damit nicht.

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