Eine Reise durch die Zeit des alten Sibiriens
Auf eine neue rituelle und schamanische Reise geht es mit dem Ehepaar Natalya und Anatoly Pakhalenko, die mit ihrer Band Nytt Land das mittlerweile zehnte Album auf den Markt bringen. Die aus Sibirien stammenden Musiker haben sich dem Nordic Dark Folk verschrieben. In den Hintergrund gerückte Gesangstechniken oder Instrumente wie der Kehlkopfgesang oder der Einsatz von Maultrommeln stehen hier im Vordergrund.
Der neue Silberling hört auf den Namen Aba Khan, hält für den Hörer acht neue Tracks bereit und behandelt laut des Infotextes des Labels Prophecy Productions, unter dessen Fahne die Platte auf den Markt kommt, die Thematik um das sehr alte Sibirien mit seinen Völkern, Schamanen und eine Reise durch Raum und Zeit.
Zurückgelehnt und gespannt lausche ich nun den Klängen und Geschichten, die mich hier erwarten, denn dieses Genre ist mir bisher nur von Größen wie Wardruna oder Heilung bekannt.
In den Bann ziehende Atmosphäre
Mit einem ruhigen Flötenspiel und einem von einer weiblichen Stimme gesprochenen Text beginnt das gleichnamige Intro zum Album Aba Khan und verbreitet das Bild von einer großen, tief abgelegenen Waldlandschaft mit Flüssen und Bergen, wo abgelegene Völker leben. Taiga eröffnet die Scheibe nun nach dem Intro. Nach einem kurzen gesprochenen Text und im Takt gespielten Trommeln, kommen nicht so häufig klingende Instrumente wie die Maultrommel oder auch eine Talharpa zum Einsatz. Mit dem im gesamten Titel vertretenen weiblichen Gesang bekommt man eine erstaunlich gute Atmosphäre und diejenigen, die sich darauf einlassen können, ein erstaunlich gutes Bild präsentiert. Auch der eher drohend gesprochene Text im Mittelteil bekräftigt das Ganze.
Auch der genannte Kehlkopfgesang findet unter anderem in Totem einen Weg, den Titel mithilfe von rhythmischen Trommeln und Maultrommeln in eine eher beklemmende Atmosphäre zu versetzen. Der weibliche Gesang in Richtung Ende des Tracks wirkt ernst und nachdenklich.
Nachdem man mit Uitag hauptsächlich den Sound einer Wanderung durch die Wildnis mit Tiergeräuschen nachempfindet, bekommt man bei Mansi das Gefühl, nun am Ziel bei einer Zeremonie angekommen zu sein. Weiblicher Gesang dominiert den Track, der sich zusätzlich von ruhigeren zu lauten und bedrückenden Klängen steigert, und der Kehlkopfgesang wird an passender Stelle eingesetzt. Auch der leicht aggressiv klingende weibliche Gesang im mittleren Teil zeugt von Aussagekraft für das Gefühl einer Zeremonie.
Das Gefühl von einer Zeremonie wird durch die Instrumente perfekt in Szene gesetzt
Auch die weiteren Titel The Oath und Prayer verlaufen im gleichen Stil wie die vorherigen, bieten weniger Neues, behalten aber alle ihren eigenen Stil von Atmosphäre und Bild.
In dem letzten Titel Tygir Tayii (Heavenly Sacrifice) bekommt man noch einmal das komplette Bild mit voller Energie zu hören. Kehlkopfgesang, kraftvolle weibliche Stimmen, Trommeln sowie Maultrommeln und Talharpa. Hier setzt man auf das große Finale. Und es gelingt.
HIER! geht es für weitere Informationen zu Nytt Land – Aba Khan in unserem Time For Metal Release-Kalender.



