Tronos – Celestial Mechanics

Shane Embury lässt das mausern nicht

Artist: Tronos

Herkunft: England, Belgien

Album: Celestial Mechanics

Spiellänge: 49:27 Minuten

Genre: Progressive Metal, Industrial, Sludge

Release: 12.04.2019

Label: Century Media Records

Link: https://www.facebook.com/Tronos666/

Produktion: Produzent Russ Russell – Parlour Studios

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Shane Embury
Gitarre, Gesang, Synthesizer- Russ Russell
Schlagzeug – Dirk Verbeuren

Tracklist:

1. Walk Among The Dead Things
2. Judas Cradle
3. The Ancient Deceit
4. The Past Will Wither And Die
5. A Treaty With Reality
6. Voyeurs Of Nature’s Tragedies
7. Birth Womb
8. Premonition
9. Beyond The Stream Of Consciousness
10. Johnny Blade (Black Sabbath Cover)

Bei Tronos hat es ein wenig gedauert, bis man zusammengefunden hat, aber das ist ja auch kein Wunder, schaut man sich die Protagonisten der Band oder des Projekts an. Die Burschen sind alle sehr beschäftigt und so hat es eben mehrere Gespräche gebraucht, um sich zu einigen. Tronos wurden vom Gitarristen/Sänger Shane Embury (u. a. Napalm Death, Meathook Seed, Lock Up) und Produzent (hier Gesang, Gitarre und Synthesizer) Russ Russell (Dimmu Borgir, At The Gates) gegründet. Ein Duo macht noch keinen Sommer und man holte sich noch Schlagzeuger Dirk Verbeuren (u. a. Megadeth, Scarve, The Project Hate MCMXCIX, ex-Soilwork) dazu.

Das alleine reicht dem guten Shane Embury natürlich nicht. Für zusätzlichen Gesang sorgten Voivod Fronter Denis “Snake” Bélanger und Erica Nockalls (The Wonder Stuff), die hier und da auch Geige beisteuert. Bass wurde von Billy Gould (Faith No More, ex-Brujeria), Troy Sanders (Mastodon) sowie Dan Lilker (Nuclear Assault, ex-Brutal Truth, ex-Anthrax, ex-S.O.D.) gespielt.

Betrachtet man die Musiker, muss da aber so einiges kommen und da ja alle aus verschiedenen Stilrichtungen stammen, wird es auch wohl kein Grindcorealbum sein.

Als Death Metal/Thrash Metal Fan und Grindcore Fan der alten Tage, der sich mittlerweile aber auch gut Doom oder Black Metal geben kann, und auch kurz über die Tellerränder dieser Musikwelt schaut, war mir klar, dass es für mich wohl eher eine schwierige Aufgabe sein wird, dieses Album zu hören und zu reviewen. So ist es dann auch und deswegen werde ich es auch ein wenig kürzer halten.

Mit der Meathook Seed Geschichte von Shane konnte ich damals am Anfang wenig anfangen und fand es später immer geiler. Vielleicht wird es bei Celestial Mechanics ja auch so.

Celestial Mechanics kommt dann für mich auch schon ungewöhnlich aus den Boxen gequollen. Eine düstere Melange aus allen Stilrichtungen, die der Herr Embury wohl zu lieben scheint.

Im Ganzen gesprochen: eine Melange aus Sludge, Industrial, Thrash, Doom und Avantgarde. Während die ersten beiden Songs Walk Among The Dead Things und Judas Cradle schon überzeugen können, aber eher in ruhigen Gefilden unterwegs sind, kommt The Ancient Deceit schon zackiger und härter um die Ecke. Gefällt mir ganz gut.

Das ganze Album hat für mich einen psychedelischen und hypnotischen Effekt und ist nicht unbedingt meine Welt, obwohl man es echt gut hören kann und die gesangliche Komponente schon sehr interessant ist. Man pendelt zwischen klarem, meist psychedelisch angehauchtem Gesang, Growls und weiblichen Stimmen hin und her. Kommt echt gut.

Shane ist natürlich von Natur aus Basser und dieses muss man natürlich bei von ihm geschriebenen Songs auch hören. So sind einige echt interessante Basslinien vorhanden.

Ansonsten geht man eben nicht 08/15 vor, das war ja von vornherein klar und haut auch nicht blind drauflos, sondern lässt das Album bzw. die Songs einfach fließen. Schleppende Riffs stehen auf der Tagesordnung, die eben eine gewisse psychedelische und krankhafte Atmosphäre schaffen.

Der Opener erinnert total an alte Ministry. Industrielle Klänge, die aber dann progressiv und teilweise auch thrashig vorgetragen werden. Wie gesagt, schon interessant.

Natürlich hört man, je länger das Album läuft, die Klasse der einzelnen Musiker heraus, gar keine Frage, aber je länger es läuft, umso uninteressanter finde ich es. Ein Song wie A Treaty With Reality ist für sich alleine wohl interessant, an fünfter Stelle auf diesem Album geht es so an mir vorbei. Kann natürlich für die Qualität der anderen Songs sprechen, aber natürlich auch für meinen Musikgeschmack.

Und spacige Geschichten wie Premonition fließen auch so an mir vorbei.

Am meisten überzeugen kann mich dann schon Birth Womb. Hier lässt man es mal ein wenig krachen und zelebriert schon fast Black Metal. Doublebass an und ab dafür. Gutes Riffing und Midtempouftata.

Das Black Sabbath Cover Johnny Blade wurde völlig auf Tronos umgeschrieben. Ist natürlich Sinn eines Covers, aber gefällt mir nicht.

Bei The Past Will Wither And Die wird die ganze Monotonie des Albums ersichtlich, zieht sich so etwas in die Länge und killt meinen letzten Nerv. Soll wohl so sein, hehe.

Tronos – Celestial Mechanics
Fazit
Open Minder werden das Album abfeiern, für mich alten Haudegen ist das Ganze nicht wirklich etwas. Ein Album, welches ich gut nebenbei hören kann, das nicht stört und einige interessante Momente aufweist, mich aber eher einlullt, anstatt richtig Interesse zu wecken. Darum muss es aber nicht schlecht sein, ist klaro. Industrial, Sludge und Metal zusammen ist nicht meine Welt. Klingt wie eine Mischung aus Ministry und Voivod. Ist aber eine Aussage eines Laien. Wer auf alle Richtungen steht, sollt aber unbedingt reinhören.

Anspieltipps: The Ancient Deceit, Birth Womb und Walk Among The Dead Things
Michael E.
6
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
6
Punkte
Weitere Beiträge
Abstract The Light – Magna Sapientia Quaerere – To The Depths Of Thy Soul…