Wave-Gotik-Treffen vom 13.05. – 16.05.2016 in Leipzig

Festivalname: Wave-Gotik-Treffen 2016

Bands: Amnistia (D), And Also The Trees (GB), Artwork (D) Konzert zum 30. Jubiläum, Aurelio Voltaire (USA), Bestial Mouths (USA), Bifröst (A), Biomekkanik (S), Blitzmaschine (D), Chainreactor (D), Christ Vs. Warhol (USA), Christine Plays Viola (I), Cinema Strange (USA) weltweit exklusives Konzert 2016, Coppelius (D), Crematory (D) Konzert zum 25. Jubiläum, Culture Kultür (E), Darkhaus (D/USA), Darkher (GB), Das Ich (D), Dernière Volonté (F), Destin Fragile (S), Deutsch Nepal (S), Diary Of Dreams (D), Die Krupps (D), Die Wilde Jagd (D), Estampie (D), Gernotshagen (D), Girls Under Glass (D) 80er-Originalbesetzung, Gothminister (N), Grausame Töchter (D), Hante. (F), Har Belex (E), Haujobb (D), In The Nursery (GB) Konzert zum 35. Jubiläum, Irdorath (BY), James Rays Gangwar (GB), Kari Rueslåtten (N), Kauan (RUS), Kuroshio (FIN), Kyoll (D), Lament (D), Leather Strip (DK), Legend (IS), Machinista (S), Maschinenkrieger KR52 vs. DISRAPTOR (D), Mesh (GB), Näo (F), Nekromantix (DK), Neuroticfish (D), Nordvargr (S), Nullvektor (D), Peter Yates (GB), Position Parallèle (F), Psilocybe Larvae (RUS), Reaper (D), Schwarzer Engel (D), Siechtum (D) exklusives Konzert zur Wiedervereinigung, Signal Aout 42 (B), Sigue Sigue Sputnik (GB), Suicide Commando (B), Sunset Wings (RUS), Supersimmetria (D), Tanz Ohne Musik (RO), The Deadfly Ensemble (USA), The Underground Youth (GB), The Visit (CDN), Tragic Black (USA), Treha Sektori (F), Triarii (D), Unzucht (D), Valhall (S), Velvet Acid Christ (USA), Winter Severity Index (I), Winterkälte (D) Konzert zum 25. Jubiläum, Xeno & Oaklander (USA), XTR Human (D)

Ort: Leipzig

Datum: 13.05. – 16.05.2016

Kosten: 120 € Eventticket, 25 € Obsorgekarte, 15 € Parkvignette

Genres: Gothic, Gothic Metal, Electro, EBM, Black Metal, Pagan, Mittelalter

Link: http://www.wave-gotik-treffen.de/

Alle Jahre wieder versammelt sich der schwarze Haufen in der Weltstadt Leipzig zum Wacken der Gothicszene. Zum 25. Jubiläum gibt es in diesem Quartal einige Highlights, die Zuschauer und Besucher exklusiv erleben dürfen. Zum Beispiel veranstaltet der Belantispark in diesem Jahr die Openingfeier. Dort legen nicht nur DJs auf, nein, auch die Fahrgeschäfte halten am Donnerstag die Zügel bereit um geritten zu werden. Die Openingfeier dürfte für jeden Festivalgänger ein MUSS sein. Wer darauf keine Lust hat, kann sich genüsslich für das alljährliche viktorianische Picknick kleiden und so am Freitag das Spektakel einläuten. Auch das heidnische Dorf trumpft wieder auf und hält so einige Highlights der Mittelalterfront bereit.

Doch kommen wir zum eigentlichen Plan meinerseits. Für mich als Leipziger ist diese Veranstaltung ja irgendwo schon ein fest eingeplantes MUSS. Egal ob mit oder ohne Karte, man ist mittendrin statt nur dabei. Für alldiejenigen, denen 120 € zu teuer erscheinen, behalten sich Facebookgruppen die Aufgabe, das WGT auch ohne Bändchen mit Veranstaltungen zu bestücken und Hinweise darauf zu geben, wo man ebenfalls feiern gehen kann.
Da ich eine Möglichkeit habe, das WGT als regulärer Besucher zu erleben und nebenbei das Ganze fotodokumentarisch festzuhalten, bestückt sich mein metallischer Plan wie folgt:

Freitag:
Shoppingtour agra + Heidnisches Dorf
Heidnisches Dorf
19.50 Uhr Cultus Ferox

Samstag:
Kohlrabizirkus
19.50 Uhr Swallow The Sun
21.20 Uhr CREMATORY
22.50 Uhr Enslaved

Sonntag:
Heidnisches Dorf
12.50 Uhr Waldtraene
14.10 Uhr Harpyie
15.30 Uhr Jungfrauenversteigerung
17.00 Uhr Gernotshagen
Felsenkeller
19.40 Uhr Carach Angren
21.00 Uhr Dark Fortress

Montag:
Felsenkeller
16.30 Uhr Bifröst
18.00 Uhr Skálmöld
19.20 Uhr Trollfest
20.50 Uhr Heidevolk
22.20 Uhr Korpiklaani

Freitag
In der Früh bewege ich mich in Richtung agra. Mit den Straßenbahnen erreiche ich das Gelände schnell und kann in der schwarzen Flut abtauchen. Einige Anwohner der älteren Jahrgänge sitzen mit Gartenstühlen an den Straßen und genießen das wechselhafte Sonnenregenwetter und die Duftwolken der patchoulierten Schwarzlinge. Ohne große Anstehzeit darf ich passieren und mich auf dem Catwalk der schwarzen Szene austoben. Da ich letztes Jahr stundenlang am Rand saß und mir Kleider aus längst vergessenen Zeiten und nackte Körper aus utopischen Phänomenen zu Gemüte zog, schlage ich heute einen anderen Plan auf. Zu allererst geht es mit 40-minütiger Verspätung in die Verkaufsräume der agra-Messehalle. Die Pforten sollten direkt zwölf Uhr mittags geöffnet werden, schafften es jedoch nur mit Verzögerung. Etwas ernüchternd und ohne große Abwechslung reihen sich Stände an Stände, die man so auch aus den letzten Jahren in Erinnerung hat. Fans der Gothikleidung finden hier Schuhtempel, Accessoires und Lesewerk von verschiedenen Verkäufern, die allesamt ein freundliches und aufgeschlossenes Erscheinungsbild haben. Da ich aus dem Metalgenre bin und hier nicht fündig werde, beschließe ich am frühen Nachmittag das Heidnische Dorf aufzusuchen. Kurzerhand treffe ich Bekannte aus der früheren Heimat, Kollegen aus anderen Magazinen und bekannte Gesichter des letzten Jahres. Im Heidnischem Dorf fühle ich mich zu Hause. Als großer Mittelalternarr finde ich so ziemlich alles vor, was das Herz begehrt. Nationale und internationale Händler reichen mir ihre Ohren und ich kann meine Fragen loswerden oder mich komplett neu einkleiden. Anders als in den letzten Jahren scheinen mir die Essenspreise etwas gehobener. Mit klarer und abwechslungsreicher Musik befriedige ich meinen Kaufrausch und kann mich ebenfalls mit den Köstlichkeiten des Dorfes identifizieren. Leider ist neben den kulinarischen Gegebenheiten und den allseits freundlichen Händlern nicht ganz so viel Gutes anzumerken, wie am Anfang gedacht. Schnell bemerkt man, dass sich absolut nichts im Gegensatz zum Vorjahr geändert hat. JEDER Stand steht an derselben Stelle, was für mich das Ideenreichtum des Veranstalters des Heidnischen Dorfes etwas eingrenzt. Die gleiche Ware, die gleichen Stände und ebenso wurde der Kritikpunkt vom Vorjahr – die Sitzmöglichkeiten etwas zu erweitern – nicht angenommen. Gegen Nachmittag werden die Besucher allmählich mehr, somit kann ich ebenfalls nachvollziehen, dass schnell alle Sitzplätze vergriffen sind. Da es zwischenzeitlich kleine Regenschauer gibt und ich mich leider nicht passend ausgerüstet habe, beschließe ich für heute einen kleinen Strich zu ziehen, um für die nächsten Tage fit zu sein. Gegen vier Uhr trete ich den Heimweg an und lasse Cultus Ferox am Abend aus.

Samstag
Da ich heute arbeiten muss, fallen für mich einige Veranstaltungen am Vormittag und frühen Nachmittag aus. So verpasse ich zum Beispiel Lesungen von Mark und Lydia Benecke, Christian Von Aster, Lex Wohnhaas oder Konzerte von Vielle, Waldkauz, Donner & Doria. Auch die Jungfrauenversteigerung im Mittelalterdorf bleibt mir verwehrt. Am Nachmittag besuche ich mit einigen Bekannten die Moritzbastei. Umringt von gefühlt tausend Besuchern und genausovielen Fotografen und Passanten geht es hinauf zum Mittelaltermarkt. Leider etwas mau bestückt, braucht es keine zehn Minuten und wir machen kehrt. Besucher ohne Bändchen können den Markt ebenfalls für eine Eintrittsgebür besuchen und die Aussicht genießen. Da sich Menschenmassen an den üblichen Schauplätzen der Innenstadt sammeln, beschließen wir etwas abseits ein paar kleine Drinks zu uns zu nehmen und uns langsam Richtung Kohlrabizirkus zu bewegen.

KohlrabizirkusCrematory2
Kohlrabizirkus / Crematory

Der Kohlrabizirkus diente früher als Großmarkthalle und wird nun als Veranstaltunsstätte genutzt. Zudem steht dieser unter Denkmalschutz und bietet platz für etwa 2.500 Personen.

Den Anfang für meinen heutigen Abend läuten die Finnen von Swallow the Sun ein. Die Melodic Death Doom-Metaller legen eine klanglich astreine Show ab und bemühen sich, das Publikum in Schach zu halten. Die Halle ist schnell gefüllt und es herrscht dichter Andrang. Gut gelaunt und angeheitert feiern die Massen mit Mikko und Co..

Nach einer kurzen Umbaupause geht es mit Crematory weiter. Die Gothic-Metaller, die sich 1991 gründeten und bisher über zehn Alben auf den Markt brachten, füllen die Halle fast bis auf den letzten Meter. Mit alten sowie ganz neuen Songs feiern sie ihr Comeback und reißen alles raus, was man herausholen könnte. Als großer Fan der Band finde ich auch am gut bestückten Merchandisestand einige Sachen, die meinen Geldbeutel erleichtern. Songs wie Tears of Time zwingen sich ebenfalls direkt als Ohrwürmer in meine Gehörgänge und ich feiere mein persönliches Highlight, welches Felix und Co. an diesem Abend präsentieren.

Setliste Crematory:
1. Tick Tack
2. Haus mit Garten
3. Sense of Time
4. Ravens Calling
5. Everything
6. Shadowmaker
7. The Fallen
8. Höllenbrand
9. Black Celebration
10. Die so soon
11. Tears of Time

Den Tagesabschluss bilden die Black Progressive-Metaller von Enslaved aus Norwegen. Die „versklavten“ haben ebenfalls wie Crematory fünfundzwanzig Bandjahre auf dem Buckel, strahlen aber – ganz im Gegenteil – keine Müdigkeit aus. Der krächzende Schreigesang fliegt wie im Flug sofort in die Köpfe der noch übriggebliebenen Besucher, aber jene, die sich dieses Spektakel am Abend noch reinziehen, werden nicht enttäuscht. Lichte neigt sich der Abend gen Ende und ich begebe mich nach ein paar Songs auf den Heimweg.

Der Kohlrabizirkus als Veranstaltungsstätte ist eine gute Möglichkeit, vielen Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten und ohne großen Aufwand Konzerte laufen zu lassen. Leider hallt es etwas und tiefe Töne werden schnell anstregend.

Sonntag
Punkt 7:00 Uhr klingelt mein Wecker und schmeißt mich aus dem Bett, da ich mir am Mittag unbedingt einige Bands auf dem Heidnischem Dorf ansehen möchte.
Fix ausgehfertig gemacht und frisch geduscht geht es gemütlich erneut in Richtung Mittelalter. Volle Kraft voraus betrete ich Punkt zwölf Uhr das Gelände und kann mich für den ersten Auftritt bereitmachen. Diesen bildet für mich das Duett von Waldtraene. Aus meiner Heimat entsprungen,  gibt es heidnische Liedkunst aus dem Harz. Horda und Knoepfchen füllen nicht nur den gesamten Vorplatz der Bühne, nein, sie füllen auch die Herzen der Zuschauer. Mit einigen Songs des neuesten Albums aber auch älteren Stücken vertiefen sich Liedgut und Texte mittelalterlich untermalt direkt in die Köpfe des Publikums. Ein wundervoll balladiges Schauspiel, welches jedes Mittelalterherz höher schlagen lässt. Zwischen den Songs wird die Masse ebenfalls mit herzlichen Sprüchen zum Mitmachen eingeladen. Es macht Spaß, sich niederzulassen und das Schauspiel entgegenzunehmen.

Setliste Waldtraene:
1. Intro
2. Sturm
3. Wotans Boten
4. Ulfhednar
5. Feinde in Waffen
6. Erben des Donners
7. Schild an Schild
8. Aus goldenen Hallen
9. Himinbjorg
10. Unter Wolfes Banner
11. Heidenblut
12. Heidnische Liedkunst

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Heidnisches Dorf / Knoepfchen von Waldtraene

Mit den Folkrockern der Band Harpyie geht es zügig direkt im Anschluss weiter. Die mit Metaleinflüssen bestückte Band aus der ostwestfälischen Stadt Bad Oeynhausen lässt es ziemlich rockig zugehen. Aello die Windböe betritt die Bühne mit einer Vogelmaske, was ein mehr oder weniger skuriles Bild zulässt. Ein Coversong von Gigi Agostino wird ebenfalls angestimmt und obwohl ich diese Band nicht kenne, finde ich die Show genau wegen dem ganzen Durcheinander ziemlich interessant und abwechslungsreich. Dies untermalt ebenfalls das Publikum, welches sich bis an die Absperrung wagt.

Da ich ziemlich neugierig der Jungfrauenversteigerung entgegenblicke, ist dies der nächste Programmpunkt auf dem Tagesplan. Einige Frauen lassen sich versklaven und die Zuschauer dürfen jeweils bieten. Ein Spaß, der für mich ohne Ausgaben endet.

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Jungfrauenversteigerung / Aello die Windböe

Den letzte Akt auf dem Plan im Mittelalterdorf bilden für mich die Paganmetaller von Gernotshagen aus Thüringen. Die Jungs legen wie gewohnt eine saubere Show an den Tag. Leider spielt das Wetter nicht ganz mit und das Publikum darf sich das Konzert mit Kapuze und Regenschirm zu Gemüte führen. Dies verringert die Stimmung jedoch nicht und so können Askan und Co. das bis auf den letzten Meter gefüllte Dorf für sich beanspruchen. Viele bekannte Songs werden angestimmt und die Zuschauer scheinen wie in Trance. Das ist das Gebiet der Band Gernotshagen!

Auf in den Felsenkeller heißt es am frühen Abend. Mit Black Metal soll dieser alsbald ausklingen. Da man sich an der Location direkt stärken kann, nutzen wir diese Gelegenheit und führen uns Fast Food zu Gemüte. Mit Pommes oder einer Bratwurst für drei Euro, die ordentlich sättigen, gibt es absolut nichts auszusetzen. Überrascht vom nächstem Regenschauer betreten wir die Veranstaltungsstätte und nutzen die Umbaupause, um ordentliche Plätze zu ergattern. Los geht’s mit Carach Angren. Der Name bedeutet so viel wie „Eiserner Schlund“ in der Sprache Sindarin und bezeichnet den Weg ins nordwestliche Mordor in J. R. R. Tolkiens Der Herr Der Ringe. Die Songtexte basieren dabei auf Geistergeschichten wie zum Beispiel Der Fliegende Holländer. Zunächst bin ich verunsichert und zugleich begeistert. Die Jungs, die aus den Niederlanden stammen und eine Show à la Symphonic Black Metal an den Tag legen, gehen ab wie Zäpfchen. Selten begegnet man solch einer enthusiastischen Einlage, welche untermalt von tiefsten Riffs und harten Gitarrensounds, überzeugen kann. Vergleichbar ist dieser Stil mit Dimmu Borgir in atmosphärischer Growluntermalung.

Nach der Umbaupause starten Dark Fortress mit Verzögerung und einigen elektronischen Problemen. Sichtlich genervt und angespannt beginnen die Landshuter ihren Auftritt. Seit der Gründung 1994 spielten sich die Jungs durch einige namenhafte Festivals und begeisterten mit insgesamt zehn Alben. Ebenfalls tourten Morean und Co. zum Beispiel mit Shining, Satyricon oder spielten den Headliner einer Europatour mit Serpencult und Farsot. Das Publikum feiert diese Band trotzdem abgöttisch und ist trotz der Startschwierigkeiten nicht klein zu bekommen. Es macht Spaß, denn die Jungs lassen sich trotz des Stresses nicht unterkriegen und lassen es soundtechnisch gut krachen. Hut ab!

Setliste Dark Fortress:
1. Venereal Dawn
2. The Unflesh
3. Evenfall
4. I Am The Jigsaw
5. Chrysalis
6. Cohorror
7. The Valley
8. Iconoclasm Omega
9. Baphomet

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Dark Fortress / Carach Angren

Montag
Dieser Montag wird für mich eher unspektakulär, da ich am morgigen Tag wieder auf die Arbeit muss. Nach einer entspannten Nacht mit anschließendem Ausschlafen gelingt es mir pünktlich zu Bifröst den Felsenkeller zu betreten. Die Österreicher füllen die Location gut und das Publikum erwacht langsam aus dem Schlaf. Leider ist es etwas derbe laut, sodass ich mich nach den ersten Songs Richtung Ausgang bewege. Was ist da los?

Mit Skalmöld geht es in die zweite Runde am Abend. Die Band aus Island füllt die Halle fast bis auf den letzten Meter und Songs wie Að hausti befördern das Publikum in andere Dimensionen. Man muss sie einfach lieben, denn der Elan, der dieser Band zugeschrieben wird, springt auf jeden einzelnen Besucher über.
Für mich bilden am heutigem Abend Trollfest den Abschluss des WGT. So viel ich auch über diese Band gehört habe, das muss man einfach miterleben. Ich würde sie immer wieder besuchen, denn das, was dort auf der Bühne geschieht, kann man nicht in Worte fassen. Ob es der Gitarrist ist, der auf einmal in der Publikumsmasse untertaucht, oder der allseits depressive Bassist, der Pauker, der Fratzen zieht oder einfach nur ein umgesetztes Cover von Britney Spears – irgendwie herrscht ein liebevolles, chaotisches Durcheinander, welches so unorganisiert scheint, dass es auch wieder atemberaubend ordentlich zugeht. Wie die Jungs im Proberaum abgehen, möchte ich mir gar nicht erst vorstellen! Ein wundervolles Spektakel und ein perfekter Abschluss!

skalmöld trollfest
Skalmöld / Trollfest

Fazit:
Wäre das WGT nicht im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen, wäre es mit Sicherheit an einigen Stellen besser besucht gewesen. Im Großen und Ganzen habe ich mich trotz meiner andauernden Müdigkeit, zu der das Wetter stark beigetragen hat, ziemlich wohl gefühlt und konnte mich bis zum Ende hin gut aufraffen, um an den meisten vorgenommenen Events teilhaben zu können. Ein leider großer Punkt, der für mich sehr schade war, ist, dass zum 25. Jubiläum das Lineup nicht überwältigend gut erschien. Vielleicht hätte man an Stelle der Belantis-Eröffnungsfeier Urgesteine wie The Cure oder Slayer mit ins Boot holen können. Die Paganfront war super aufgestellt und auch unser geliebtes Metalgenre hat einige gute Sachen aufgefahren. Im Gegensatz zum Vorjahr als man Gaahl und God Seed eingesetzt hat, muss man auch hier sagen, dass sich mit dem diesjährigen Lineup die ganze Show etwas erniedrigen konnte. Die Bands, die hier im Boot saßen, sieht man etwas öfter als die Weltmächte vom Vorjahr. Das Heidnische Dorf sollte ebenfalls an sich arbeiten. Auch dieses Jahr bewies das sehr gut besuchte Schauspiel des Mittelaltermarktes, dass einfach viel zu viele Menschen auf viel zu wenigen Dixis mit endlos erscheinenden Schlangen ausharren mussten. Vielleicht wäre es eine Alternative, das Heidnische Dorf ebenfalls nur als WGT-Bändchen Besucher zu erreichen? Tagesgäste für zehn Euro zo locken, ist zwar schön und gut, jedoch verstopft man die Atmosphäre damit komplett. Im Endeffekt hat mir auch hier ganz klar der Dresscode und Flair eines Mittelaltermarktes gefehlt. Über die Sitzmöglichkeiten möchte ich erst gar nicht schreiben. Mir hat das diesjährige WGT Spaß gemacht und ich würde trotz all den Kritikpunkten jederzeit wiederkommen!

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