Frontiers, ein Label aus Italien mit einem sehr speziellen Ruf in der metallischen Welt. Jeden Monat gibt es ein bis zwei Hände voll neues Material. In der Regel melodischer Rock nach einer klaren Formel, bei dem nach der ersten Nummer klar ist, wo die Reise hingeht. Ab und zu gibt es aber die positiven Ausreißer. Einer davon kommt aus Norwegen und nennt sich Triosphere. Das Quartett veröffentlicht sein neues Werk Oceans Above, Stars Below bei Frontiers Music Srl.
Oceans Above, Stars Below und der positive Ausreißer
Es stellt sich die Frage, wie Triosphere ausgerechnet bei den Spezialisten für melodischen Rock gelandet sind. Die Band aus Trondheim hatte circa zwölf Jahre Sendepause. The Heart Of The Matter stand 2014 in den Plattenläden und wurde über AFM Records veröffentlicht, die es 2026 nicht mehr gibt. Da auch Iron Savior bei Frontiers gelandet sind, scheint es neben dem Einheitsbrei im melodischen Rock eine neue metallische Sparte beim italienischen Label zu geben, die sich in Richtung Power Metal bewegt. Wobei Triosphere dem Power Metal eine progressive Note beimischen und weit entfernt von den bekannten Bombast- und Zuckerbomben agieren.
Jens Bogren hat bei der neuen Platte von Triosphere Hand angelegt und zeigt die klaren Ambitionen. Es geht darum, an die Vorgängeralben wie zum Beispiel Onwards (2006) oder The Road Less Travelled (2010) anzuknüpfen. Zum Auftakt ertönt das Intro Premonition, das zu Of Tyrants überleitet. Spätestens mit dem gesanglichen Einstieg von Ida Haukland und der intensiven Saitenarbeit machen Triosphere klar, dass die Truppe wieder da ist. Genau so kann und sollte anspruchsvoller Power Metal klingen. Der Melodiebogen ist da, aber auch die Instrumente. Es ist kein reines Easy Listening, aber auch niemals verkopft.
In eine ähnliche Richtung tendiert der Titeltrack Oceans Above, Stars Below, wobei die Instrumente noch mehr Freiraum bekommen als beim Opener. Trotzdem kommen Haukland und Co. immer zur Melodie zurück und der rote Faden ist jederzeit greifbar. Regelrecht verkappt klingt anfänglich Through The Phantom Wall und die Saiten donnern immer wieder mal nach vorne. Der Gesang von Haukland gibt der Nummer die Melodie und führt die progressiven und die melodischen Teile zusammen. Das Ding sollten Fans von zum Beispiel Threshold oder den frühen Evergrey-LPs antesten.
Der melodische Gegenzug folgt mit Shorelines. Lightning In A Bottle legt den Scope zurück auf den Mix zwischen Melodie und Progressivität, wobei Haukland hier die Marschroute vorgibt. Über die Ballade Encore, die fast nach Weihnachten im August klingt, den melodischen Metaller Embers und den düster angehauchten Orpheus’ Bane geht es zum Finale mit Cadence Of Chaos und dem Schlusspunkt Gjenklang. Das Chaos herrscht nicht, eher das Opus der Platte, das ohne Keyboard und Kitschfaktor mit Melodie und Instrumenten überzeugt und sich auch an Fans von Nightwish oder ähnlichen Genrevertretern wendet. Das minimalistische und rein instrumentale Gjenklang dient als Outro und begleitet die Hörerschaft zum Plattenende.
Hier geht es für weitere Informationen zu Triosphere – Oceans Above, Stars Below in unserem Time For Metal Release-Kalender.



