Mein letzter direkter Kontakt zu den Norwegern Vreid war der bissige zweite Longplayer Pitch Black Brigade, der nicht nur immer noch läuft, sondern mir über zwanzig Jahre im Kopf geblieben ist. Im Anschluss habe ich die weiteren Werke aus den Augen verloren und stelle beim Erstellen dieser Worte fest, dass die Skandinavier in den letzten zwei Jahrzehnten acht Alben veröffentlicht haben. Mit The Skies Turn Black schließt sich der Kreis, und irgendwie fühle ich mich scheiße alt. Von der damaligen Black-Metal-Kunst sind nur noch Säulen übriggeblieben, und so stürze ich mich gespannt in das Abenteuer Vreid.
Moderne, atmosphärische Black-Metal-Salven ebnen den Weg
Der sechsminütige Opener From These Woods ist durchaus noch böse. Neben frostigen Black-Metal-Hooks lassen die vier Musiker um Sänger und Gitarrist Sture Dingsøyr epische Muskeln spielen. Vor dem inneren Auge ziehen ihre Landsleute von Enslaved auf. Besser kann man die Kunst von Vreid im Jahr 2026 nicht beschreiben. Sie agieren wie Brüder ihrer Landsleute und führen dabei die gleiche Klinge im ähnlichen Klangmuster. Harte Growls und feine Clean-Vocals wechseln sich ab und lassen viel Platz für gigantische Melodienwände, die den Hörer gekonnt in die Ecke drängen. Die Extreme-Metal-Attacken entladen sich bei The Skies Turn Black schlagartig wie ein Gewitter. Der Titeltrack ist zudem super präsent und übernimmt mit Leichtigkeit den Staffelstab vom stimmungsvollen Opener From These Woods. Durchaus überrascht von der neuen Gangart des Quartetts, zündet die mittlerweile elfte Scheibe auf Anhieb. In allen Belangen gewachsen, macht die Balance aus Härte und Harmonie unglaublich Spaß. Im Verlauf bleiben Kraken, Loving The Dead oder auch Flammen im Kopf – ein Album, das sich wie ein roter Faden von Anfang bis Ende zieht.
HIER! geht es für weitere Informationen zu Vreid – The Skies Turn Black in unserem Time For Metal Release-Kalender.



