Being As An Ocean & Support am 18. April 2019 im Substage, Karlsruhe

Gefühlvoller Abend mit reichlich Energie

Event: Being As An Ocean Tour

Headliner: Being As An Ocean

Vorband: Counterparts, Holding Absence

Ort: Substage, Alter Schlachthof 19, 76131 Karlsruhe

Datum: 16.04.2019

Kosten: 29,90 €

Genre: Post-Hardcore, Hardcore, Melodic Metalcore

Besucher: ca. 700

Link: https://www.facebook.com/events/2252047285066519/

Being As An Ocean können als Band wohl mehr oder weniger als ‚Stammgast“ innerhalb Deutschlands bezeichnet werden und sind wohl keinem in der „Core“ Szene unbekannt. Die Melodic Hardcore Gruppe aus Kalifornien lässt sich mit großer Regelmäßigkeit sowohl in großen als auch kleineren Venues sehen und neben zahlreichen Festivalauftritten im Jahr 2019 ließen es sich die Jungs auch nicht nehmen, ein paar vereinzelte Konzerte noch zusätzlich zu spielen. Unter anderem im Substage in Karlsruhe am 18. April 2019. Ganz allein sind sie dabei nicht unterwegs und haben sich Counterparts sowie Holding Abscene mit ins Boot geholt. In folgenden Städten konnte das Trio ebenso genossen werden:

14.04.2019 – Wiesbaden, Schlachthof
15.04.2019 – Hamburg, Markthalle
17.04.2019 – Hannover, Musikzentrum
18.04.2019 – Karlsruhe, Substage
21.04.2019 – Schweinfurt, Stattbahnhof
22.04.2019 – Trier, Germany, Europahalle

In Karlsruhe geht es am 18. April um 19:00 Uhr recht pünktlich mit dem Einlass ins Substage ein, wobei die Anzahl der frühen Besucher sich dann doch noch eher überschaubar verhält. Das Substage erscheint, so zumindest für Kenner der Band, erst einmal etwas groß, dennoch zeigt sich das Venue berechtigt, so finden doch immer mehr Zuschauer ihren Weg in die Halle. Um 19:45 Uhr beginnt der Abend mit der ersten Gruppe Holding Absence.

Die zu SharpTone Records gehörende Gruppe kann zwar noch nicht viele Headliner Konzerte für sich verbuchen, so sind sie den Zuhörern aber dennoch nicht vollkommend unbekannt. Herzzerreißender Post-Hardcore, welcher sofort die Gefühle überschwemmen lässt, füllt dabei sehr schnell den Raum und auch wenn die Musik nicht unbedingt zum direkten Moshen einlädt, so zeigt sich die vorhandene Melancholie umso stärker. Holding Absence verstehen es recht bodenständig, authentisch und dennoch mit Freude auf der Bühne zu stehen, während der Großteil der Zuhörer ihnen gebannt lauscht oder euphorisch den Kopf zur Musik schwingen lässt. Wer auf emotionale und tiefgehende Texte sowie Musik steht, sollte hier genauer hinhören – insbesondere was die Gefühle angeht, hinterlässt die Gruppe einen starken Eindruck.

Kurz nachdem das recht schnell durchlaufende Set von Holding Absence vorbei ist, betreten auch schon Counterparts die Bühne. Spätestens hier sind dann vermutlich die meisten Zuschauer vollkommen mit der Band auf der Bühne vertraut, so sind die kanadischen Jungs doch auch fast schon so etwas wie Stammgäste hier, ähnlich zum Headliner Being As An Ocean. Dabei unterscheiden sich Counterparts musikalisch deutlich sowohl vom Opener als auch zum Headliner des Abends. Durch energievollen Hardcore geht es hier jetzt in der Zuschauermenge schon eher energiegeladen zu, auch scheint der Raum durchaus voller als zu Beginn.

Dennoch verstehen es auch Counterparts, die tiefgehenden Gefühle sowie aufkommende Melancholie mit ihren Songs zum Ausdruck zu bringen, wenn auch durch mehr verzweifelte Stärke als nachdenkliche Züge, welche Holding Absence prägen. Counterparts sind vor allem für ihre mitreißenden Lyrics bekannt und so ist es nicht verwunderlich, hier bereits bei dem Auftritt der Supportgruppe das laute Mitsingen oder auch Mitschreien der Zuhörer zu vernehmen.

Der Headliner des Abends, Being As An Ocean, betritt dann um ca. 21:35 Uhr die Bühne, nachdem sich das Publikum wieder etwas von Counterparts erholt hat. Die Post-Hardcore Gruppe steht vor allem für ihre gefühlvolle, durchdachte Musik sowie für den wohl schönsten Merch in der Coreszene (wobei dies noch immer subjektiv ist). Insbesondere das aktuelle Album Waiting For Morning To Come zeigt erneut ihr Genie, wenn es zu atmosphärischen Strukturen innerhalb einer etwas härteren Instrumentalität geht. Dass das Publikum mit der Band vertraut ist, merkt man dabei sofort, so ist nicht nur Nähe, sondern auch das Mitsingen gegeben.

Being As An Ocean sind nicht stetig als Headliner zu genießen, treten sie doch auch häufig auf Festivals oder als Support auf. Umso schöner zeigt sich hier die Länge des Abends, welcher mit jedem Song schöner wird und dabei gar nicht enden sollte. Die Atmosphäre, welche dabei erschaffen wird, erscheint wie eine eigene Welt, aus der man nicht herausbrechen möchte und für welche die Gruppe entsprechende Rahmenbedingungen schafft. Und auch wenn jeder Abend mal vorbeigehen muss, so ist hier innerhalb dieses Auftritts niemand so richtig willig, wieder von den harten und dennoch gefühlvollen Klängen der Band loszulassen. Zusammen mit Holding Absence repräsentiert der Abend die Definition für Emotion und Melancholie, während Counterparts für die entsprechende Härte und Energie sorgen. Ein Abend also, der wohl kaum noch Wünsche übrig lässt.

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