Gorencephalic – Gore Of The Forgotten (EP)

02.04.2026 - Death Metal - Nihilistic Holocaust Records - 15:50 Minuten

Die brasilianische Formation Gorencephalic gründete sich im Jahre 2023. Das Quartett legte sich gleich ziemlich ins Zeug und haute kurze Zeit später gleich zwei Singles auf den Markt. Ebenfalls im Jahre 2024 erschien eine EP namens Gore Of The Forgotten in Eigenregie. Diese wurde überwiegend in der brasilianischen bzw. für die südamerikanische Gegend verbreitet. Im Jahre 2025 wurde dann ein neuer Song namens Body Snatcher rausgehauen. Das französische Undergroundlabel Nihilist Holocaust Records hat die Qualitäten der Band erkannt und bringt jetzt die EP noch einmal für den restlichen Markt heraus. Den Song Body Snatcher und zwei Livesongs gibt es gratis dazu.

Human Waste Colony kommt gleich ohne Umschweife zum Punkt. Auf das obligatorische Intro wird verzichtet und man ballert gleich zügig drauflos. Death Metal ist angesagt. Ein kleiner Anflug einer Melodie leitet den weiteren Untergang ein. Der tiefe Gesang gesellt sich dazu, man nimmt wieder Fahrt auf und geht zurück zur Midtempo-Melodie. Ja, das macht Laune. Die Riffs sind technisch anspruchsvoll und bleiben hängen. Kurzes Break und noch einmal Knüppel aus dem Sack. Der Bass brummt ordentlich und das Ganze klingt schön brutal. Ein verspieltes Solo gesellt sich dazu und wird schön variiert. Man ist sowohl beim Riffing, als auch bei der Geschwindigkeit sehr um Abwechslung bemüht.

Klar, es handelt sich um eine sehr undergroundlastige Produktion, und dies hört man auch an allen Ecken und Kanten. Das stört mich aber nur am Rande. Man muss aber schon etwas genauer hinhören. Mittlerweile ist man ja auch verwöhnt.

Egal, denn komischerweise ist der Sound beim nachfolgenden Song Asylum auch wesentlich besser. Finde ich schon interessant.

Das Teil kommt gleich mit einer schönen Blastbeatattacke aus den Startlöchern und bleibt von Anfang an brutal. Ja, das ist fett. Geht gut ins Ohr. Cannibal-Corpse-ähnliche Attacken in Form technischen Riffings werden präsentiert und man bleibt überwiegend beim schnellen Tempo. Hier und da verschleppt man es etwas, groovt sogar ein wenig, bis man dann mit einem Pig Squeal im Gepäck die Slam-Keule auspackt, aber auch diese wird technisch präsentiert. Schöne Sache. Man greift noch einmal an und dann ist der Song auch schon vorbei.

Kurze und knackige Songs, aber dafür auf den Punkt kommend, sind das Ding von Gorencephalic.

Auch Metrazol Convulsions geht in diese Richtung. Man knattert wieder wild drauflos, zeigt sich im Tempo abwechslungsreich, baut einen kurzen Slam mit ein und schaltet dann wieder auf Angriffsmodus um. Wie gesagt, aufgrund der Produktion muss man schon etwas genauer hinhören, aber dann stellt man fest, dass das Songwriting recht ausgetüftelt ist. Man hat das Gefühl, dass jeder Akkord, jeder Wechsel, jedes Riff und jeder Drum-Beat genau da ist, wo er auch hingehört, und keiner ist zu viel oder zu wenig. Die Kürze der Spielzeit kommt mir persönlich sehr entgegen, gerade im brutaleren Death Metal halte ich es für angebracht.

Dieses langgezogene Riff und das fette Riffing bei ECT sind extrem geil. Das spätere Tremolo-Picking ist auch sehr stark. Wenn sie sich im groovigen Bereich bewegen, werden Erinnerungen an Immolation wach.

Mit Body Snatcher hat man einen Song auf der EP, welcher, wie schon am Anfang erwähnt, 2025 als Single ausgekoppelt wurde, und hier zeigen sie auch noch einmal alles das, was sie sehr stark macht. Das Songwriting ist total durchdacht, und wenn sie ein wenig schleppen und drücken und dabei trotzdem fix unterwegs sind, erzeugen sie eine sehr geile Ausstrahlung. Das getriebene Riffing im schnellen Midtempo und immer schneller werdende Drums schocken total. Das Teil fegt wie ein Orkan über einen und haut einen total um. Auch das Solo fetzt ohne Ende und das ganze Teil ist eine fette Death-Metal-Nummer. Schöne Nummer. Auf diesem Weg können sie gerne weitermachen.

Mit Procedure und Agony Yells gibt es noch zwei flinke Live-Nummern als Bonus. Die Songs wurden auch vorher noch nicht herausgebracht und machen absolut Laune.

Hier geht es für weitere Informationen zu Gorencephalic – Gore Of The Forgotten in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Gorencephalic – Gore Of The Forgotten (EP)
Fazit zu Gore Of The Forgotten
Das brasilianische Quintett Gorencephalic hat durch das französische Label Nihilistic Holocaust Records die Möglichkeit bekommen, seine Art des brutalen Death Metal auch europaweit zu präsentieren. Diese Chance haben sie durchaus genutzt, denn die Burschen spielen einen herrlich frischen und brutalen Underground-Death-Metal, der absolut Laune macht. Klar, bei der Produktion muss man Abstriche machen und so richtige Hits hat man auch nicht, aber diese Kombination aus Brutalität, Technik, Tempo- und Rhythmuswechsel, abwechslungsreichem Drumming und fettem Gesang schockt. Anchecken!

Anspieltipps: Asylum und Body Snatcher
Michael E.
7.7
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