Interview mit Karsten von Terrible Sickness – 15 Jahre krank!

66,6 Liter Freibier!

Artist: Terrible Sickness

Herkunft: Hannover

Genre: Death Metal

Label: MDD Records

Link: https://www.terrible-sickness.de

Bandmitglieder:

Gesang – Florian
Gitarre – Jens
Gitarre – Karsten
Bassgitarre und Backgroundgesang – Eike
Schlagzeug – Peter

Quelle: Linse Dunemanninen

Geburtstage sollte man feiern und auch gerne groß! Zu diesem Anlass habe ich mit Karsten von Terrible Sickness zur Sause am 04.10.2025 im Chéz Heinz gesprochen.

Time For Metal / Lommer:
Ich sitze hier mit Karsten von Terrible Sickness, seines Zeichens Gitarrist, Hauptorganisator der Band und Gründungsmitglied von Terrible Sickness.
Wir sprechen heute natürlich zu einem bestimmten Anlass: 15 Jahre Terrible Sickness – das ist schon eine ziemlich stolze Zeit. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es damals nur zwei Leute waren, als es losging, und über die Jahre einige Besetzungswechsel dazukamen.
Erste Frage: Wie schafft man es, so eine Band über einen so langen Zeitraum – und vor allem über die Distanzen – am Leben zu halten?

Terrible Sickness / Karsten:
Moin erst mal von meiner Seite und vielen Dank für die Einladung, Lommer. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, das nebenbei noch zu machen – das weiß ich sehr zu schätzen. Grüße auch an die TimeFor-Metal-Leute.
Tja, wie hält man das zusammen? Auf jeden Fall mit viel Geduld, guter Laune und Spaß. 15 Jahre sind definitiv eine lange Zeit – ich bin fast geneigt zu sagen, mein halbes Leben, aber so schlimm ist es dann doch nicht. lacht
Es funktioniert, wenn sich alle gut verstehen, eine gemeinsame Grundausrichtung da ist und man mehr oder weniger am selben Strang zieht. Das Klima muss einfach stimmen und ich kann sagen: Solange ich mit dieser Band Musik mache – egal mit welcher Besetzung – haben wir uns noch nie ernsthaft gezofft. Klar, es gab Meinungsverschiedenheiten, aber das ist nie in Streit ausgeartet.
Ich denke, das liegt daran, dass wir trotz aller Unterschiede menschlich sehr kompatibel sind. Das kannst du sicher bestätigen, Lommer – wir sind alle unterschiedliche Typen, aber das funktioniert trotzdem sehr gut. Wenn ich an meine erste Band in Teenie-Zeiten denke, so mit 15 oder 16 – da ist der Sänger regelmäßig beleidigt aus dem Proberaum gerannt, nachdem wir drei Minuten geprobt hatten. lacht

Time For Metal / Lommer:
Ja, das ist dann bei Terrible Sickness wirklich ein ganz anderer Schnack. Wie du schon sagtest: Ihr seid alle sehr unterschiedlich, aber ich durfte euch ja auch alle kennenlernen – das hat immer viel Spaß gemacht, und man spürt diese Harmonie bei euch. Das schlägt sich natürlich auch in eurer Diskografie nieder: Drei Alben habt ihr inzwischen draußen. Das letzte war 2022. Da kam die letzte Platte Flesh For The Insatiable über MDD raus.

Ihr seid da auch mal richtig All-in gegangen und habt ein Video gedreht … bei dem ich ja auch ein bisschen beteiligt war. lacht
Wie sieht es denn aktuell bei euch aus? Das letzte Album ist jetzt gut drei Jahre her – wie steht es um neues Material?

Terrible Sickness / Karsten:
Ja, das ist ein bisschen ein wunder Punkt. Bis Anfang des Jahres sah’s eigentlich ganz gut aus – wir hatten etwa drei Songs fertig. Klar, nicht super viel, aber es war schon einiges geschrieben. Eike hat sich da – wie auch beim letzten Album – stark hervorgetan. Er ist ein echtes fleißiges Bienchen, was das Songwriting angeht, nicht nur bei uns, sondern auch bei seiner anderen Band Demored. Er kann sich da musikalisch total ausleben.
Material ist also da, aber wir kommen aktuell nicht dazu, es zu proben, wegen der Situation mit unserem Schlagzeuger Peter. Um es vorsichtig auszudrücken: Peter ist sehr krank und war seit März nicht mehr im Proberaum. Wie’s weitergeht, kann ich nicht sagen – aber ohne Drummer ist Songwriting eben schwierig.

Time For Metal / Lommer:
Oh, okay, dann wechseln wir doch mal das Thema und sprechen über den 4. Oktober, den eigentlichen Grund für unser Gespräch: eure Geburtstagsparty. Als ich den Flyer gesehen habe, dachte ich erst mal: „Wow – sieben Bands, was für ein Brett!“ Und alles Metalbands, die ordentlich ballern.

Terrible Sickness / Karsten:
Na ja, nicht nur Ballerbands. lacht

Time For Metal / Lommer:
Ja klar, du hast da recht – zum Beispiel mit Stagewar oder Ravager sind auch ein paar dabei, die mehr Abwechslung reinbringen. Aber insgesamt eben Metalbands, die nicht mit angezogener Handbremse spielen – was ja auch gut ist. Ihr habt euch also sechs Bands ausgesucht – wie kam es zur Auswahl?

Terrible Sickness / Karsten:
Das ergibt sich mit der Zeit. Wenn man viele Jahre unterwegs ist, lernt man viele Bands kennen. Zum Beispiel:

  • Ravager: Da spielt Dario Gitarre. Der war früher bei Purtrefaction, der Vorgängerband von Jens und Eike. Darüber kam der Kontakt.
  • Casus: Alte Bekannte – das erste Mal zusammen gespielt haben wir beim Burnout in Nienburg, das ist ewig her. Mit denen haben wir seit Jahren guten Kontakt.
  • Torturebitch: Die kamen über Vomit Division rein – die konnten leider nicht spielen, weil ihnen der Drummer fehlte. Torturebitch wurden uns empfohlen – kenne sie persönlich noch nicht, aber die Musik gefällt mir sehr gut.
  • Heretic Warfare: Mit denen haben wir im März auf Tour gespielt. Ich bin ja aus Osnabrück, und die kommen aus Münster – das liegt nah beieinander. Kannten uns also auch schon.
  • Stagewar: Mit denen haben wir schon zweimal gespielt – sehr entspannte Leute, bringen mehr Thrash und Heavy Metal mit rein. Auch mal schön zur Auflockerung. Und: Die können gut feiern. lacht
  • Abrasive: Die machen schon seit fast 30 Jahren Musik. Wir haben auf ihrem Festival Exhume The Metal in Stuttgart gespielt. Alte Freunde von unserem Sänger Florian – da lag es nahe, sie einzuladen.

Es ist halt so: Nach 15 Jahren kennt man gefühlt Gott und die Welt. Eigentlich hätten wir locker noch zehn andere Bands einladen können – aber dann wäre es ein Dreitagesfestival geworden, und das ist too much. lacht

Time For Metal / Lommer:
Ihr seid geografisch ziemlich verstreut – du in Osnabrück, Jens eher Bremen, andere aus Nienburg … Warum feiert ihr dann ausgerechnet in Hannover im Chéz Heinz?

Terrible Sickness / Karsten:
Gute Frage. Ja, wir sind ziemlich verstreut – Eike ist jetzt in Braunschweig, Jens im Landkreis Nienburg (Wendenborstel – mehr Kühe als Menschen lacht), und ich bin seit 2012 in Osnabrück.
Aber die Band wurde von Peter in Hannover gegründet. Auch wenn viele von uns heute Nienburger Wurzeln haben, haben wir in Hannover gestartet.
Und ganz ehrlich: Hannover kennt man eher als Nienburg – gerade, wenn man von außerhalb kommt. Außerdem hatten wir letztes Jahr schon einen großartigen Abend im Chéz Heinz – da war die Zusammenarbeit super, das wollten wir gerne wiederholen.

Time For Metal / Lommer:
Ja, das Chéz Heinz ist definitiv ein Club, den man sich auch mal anschauen sollte – gerade wenn man nicht aus Hannover kommt. Für alle, die das lesen: Das lohnt sich wirklich. Es ist einer der Szeneclubs schlechthin in Hannover, in dem regelmäßig Underground-Konzerte stattfinden. Und zwar nicht nur im Bereich „Geballer“, sondern auch mit unterschiedlichen stilistischen Ausprägungen. Ich finde, der Laden hat einfach unglaublich viel Charme und bietet eine besondere Atmosphäre. Man kommt da mit den Öffis auch ziemlich gut hin – also: klare Empfehlung!

Terrible Sickness / Karsten:
Ja, also ich würde sagen: Das Chéz Heinz ist schon ein bisschen der dreckige Kellerclub von Hannover – im besten Sinne! Es hat diesen DIY-Vibe, ist eben ein Kellerraum, aber genau das macht’s aus. Ich hab da schon krasse Konzerte erlebt – eines der unvergesslichsten war Suffocation mit Frank Mullen. Legendär! Auf dem Rückweg ist zwar mein Auto liegengeblieben, aber das Konzert war’s wert.

Time For Metal / Lommer:
Ja, daran erinnere ich mich auch noch! Hobbs und Derek Boyer standen draußen vorm Club, hatten so einen Camper dabei und haben da einfach den Grill angeschmissen – das war wirklich schräg, aber auch total sympathisch. So ein Konzertabend bleibt im Kopf.
Aber apropos: Wäre so eine kleine Geburtstagstour für euch nicht auch reizvoll gewesen? Also mit Stationen in Nienburg, Bremen, Osnabrück, vielleicht Braunschweig – da, wo ihr herkommt?

Terrible Sickness / Karsten:
Machen könnte man das sicher. Aber ich glaube, das würde sich gegenseitig das Publikum wegnehmen. Hannover und Bremen liegen nicht weit auseinander, Hannover und Nienburg noch näher, und auch Braunschweig ist schnell erreichbar. Am Ende hast du dann vielleicht an jedem Abend 30–40 Leute – da ist es besser, eine große Sause an einem Ort zu machen, wo dann auch wirklich was abgeht.
Und ganz ehrlich: Du hast es ja vorhin schon angesprochen – wenn man die ganze Orga alleine macht, dann reicht ein Konzertabend auch völlig. lacht

Time For Metal / Lommer:
Ja, absolut. Wenn man alles selbst organisiert, braucht man gute Leute im Hintergrund, auf die man sich verlassen kann. Sonst wird’s schnell zu viel.
Aber ich musste wegen des Flyers schon gut lachen – 66,6 Liter Freibier! Also erst mal: Wie wollt ihr das denn so exakt dosieren? Und vor allem – was habt ihr noch so für die Fans geplant? Gibt’s da schon was zum Anteasern oder bleibt’s einfach beim gepflegten Trinken?

Terrible Sickness / Karsten:
Also stumpfsaufen können wir auf jeden Fall – das steht außer Frage. *lacht* Aber wir haben uns natürlich auch ein paar besondere Sachen überlegt. Ich will nicht zu viel verraten, aber ein paar Dinge sind ja auch schon offiziell:
Wir werden ein spezielles Set spielen – also etwas länger als sonst. Und wir werden auch Songs spielen, die wir entweder noch nie oder nur sehr selten live gespielt haben. Natürlich kommen auch die Klassiker, aber es wird definitiv Überraschungen geben.
Für den Abschluss der Show haben wir uns auch was Besonderes einfallen lassen – aber das bleibt erst mal geheim.
Und was das Bier angeht: Die 66,6 Liter – das ist die Aufgabe vom Heinz. Wie sie das hinkriegen, sollen die mal sehen. Vielleicht legt ja auch jemand spontan noch ein paar Liter drauf. zwinkert

Time For Metal / Lommer:
Jetzt muss ich mal kurz dazwischenfragen: Wird das Freibier schon beim Soundcheck angestochen oder erst später? lacht

Terrible Sickness / Karsten:
Nein, keine Sorge. Das geht erst beim offiziellen Einlass los. Also: Wenn um 16 Uhr die Türen aufgehen, dann gibt’s auch Bier – damit sich’s auch lohnt, früh da zu sein. So profitieren auch die Bands, die früh spielen, von einem vollen Saal.

Time For Metal / Lommer:
Klar, total sinnvoll. Solche Aktionen wirken wirklich – ich hab früher auch mal so Happy-Hour-Sachen gemacht, wo’s bis 19 Uhr den Schnaps zum halben Preis gab, und siehe da: Auf einmal waren die Leute erstaunlich pünktlich. lacht

Terrible Sickness / Karsten:
Genau so ist der Plan.

Time For Metal / Lommer:
Drei Monate sind’s jetzt noch bis zum Konzert – ich vermute, da gibt’s noch einiges zu tun. Ihr seid ja aktuell auch recht aktiv, spielt viel mit Ersatzdrummern, habt aber eben auch mit der Situation rund um Peter zu kämpfen. Wie sieht eure Vorbereitung auf das Event aktuell aus?

Terrible Sickness / Karsten:
Also, ich würde sagen, der größte Stress ist vorbei. Der Flyer steht, die Bands sind organisiert, die Location ist klar – das Großprojekt ist damit erst mal erledigt.
Der Fokus liegt jetzt vor allem darauf, dass wir die Songs wieder einstudieren, die wir lange – oder noch nie live nicht gespielt haben. Ich sitz gerade dran, das zu Hause wieder live-tauglich aufzuarbeiten. Das wird mich keine drei Monate kosten, aber ist natürlich wichtig.
Was Peter betrifft: Wir wissen ja jetzt schon länger, dass er nicht dabei sein kann, und haben das frühzeitig geregelt. Deshalb ist es kein akutes Problem mehr. Ich kann es ja offen sagen: Simon wird uns im Oktober wieder am Schlagzeug unterstützen. Der hat die letzten Shows mit uns gespielt und das wirklich abartig gut gemacht. Der Typ hat eine große Zukunft – ganz ehrlich.
Er hat sogar von sich aus gesagt, dass er weiter mit uns spielen will, auch beim Konzert im November (Anm.: 08.11.2025 in der Fellfresse in Wismar). Da wird er wieder mit auf der Bühne stehen – und freut sich schon drauf, dich dann auch wiederzusehen, Lommer! lacht
Und was den Rest der Band angeht: Die sind wie immer entspannt, weil sie von der Orga nichts mitkriegen. Und ich bin mittlerweile auch wieder ziemlich tiefenentspannt. lacht

Time For Metal / Lommer:
Sehr gut – dann heißt es jetzt nur noch: die letzten Monate abwarten, vorbereiten und dann feiern.
Für den Abschluss des Interviews gebührt dir natürlich das letzte Wort.

Terrible Sickness / Karsten:
Vielen Dank noch mal, Lommer, dass du dir die Zeit genommen hast! Ich hoffe, dass wir mit dem Interview ein paar Leute überzeugen können, am 4. Oktober im Chéz Heinz dabei zu sein.
Ganz wichtig: Tickets gibt’s im Vorverkauf günstiger. Wer möchte, schreibt einfach eine Mail an info@terrible-sickness.de mit dem Betreff „Geburtstag“, schreibt dazu, wie viele Leute kommen und unter welchem Namen – dann legen wir an der Abendkasse eine Liste aus. Ganz entspannt, kein Online-Shop, kein Stress.
Wenn ihr das nicht macht – auch nicht schlimm. Es wird auf jeden Fall genug Tickets an der Abendkasse geben, das Chéz Heinz hat ordentlich Kapazität.
Ich würde mich freuen, viele alte Freunde wiederzusehen – und neue kennenzulernen. Ich bleib an dem Abend in Hannover über Nacht und hab fest vor, mir ordentlich einen zu genehmigen. Also: Lass mich nicht allein am Tresen stehen! lacht

Time For Metal / Lommer:
Das klingt ganz klar nach Bierdosen-Dreschen – in diesem Sinne: schönen Feierabend!

Terrible Sickness / Karsten:
Dir auch – danke noch mal!