Event: Streets Of Fire Tour 2025
Band: Motorjesus, Lost Sanctuary
Ort: Betty (ex-HeadCrash), Hamburg, Deutschland
Datum: 06.12.2025
Kosten: VVK 29,00 €, AK 32,00 €
Zuschauer: ca. 150
Genre: Heavy Rock, Melodic Thrash Metal
Link: https://motorjesus.net/
Setlisten:
- Trouble In Motor City
- Dead Army
- Somewhere From Beyond
- Fist Of The Dragon
- Hellbreaker
- Fuel The Warmachine
- King Of The Dead End Road
- Streets Of Fire
- Motor Discipline
- They Don´t Die
- A New War
- Nitro
- The Howling
- Car Wars
- Destroyer
Zugabe: - Return To The Badlands
- Return Of The Demons
- Chasing The Dragon
- Cosmic Serenade
- Calloused Heart
- Arise
- Bark At The Moon (Ozzy Osbourne cover)
- Lamia’s Call
- Open Your Eyes
- Eye Of The Storm
Motorjesus stehen vor dem letzten Wochenende ihrer Streets Of Fire Tour 2025. „Motorjupp“ wie sie selbst sagen, stammen aus Mönchengladbach und haben mit dem Namensgebenden Album ihr siebtes Full Album am Start. Heute im Hamburger Betty, dem ehemaligen Headcrash an der Reeperbahn mitten im Kiez, haben sie Lost Sanctuary als Supporter dabei. Die ehemals in Bremen gegründete Band spielt einen Melodic Thrash Metal, der sehr gut zu den Gladbachern passt.

Lost Sanctuary liefern ein Set ab, das eindrucksvoll bestätigt, warum die Band längst als Geheimtipp der modernen Metal-Szene gehandelt wird. Schon mit den ersten Tönen entfesselt das Quartett eine düstere, aber kraftvolle Atmosphäre, getragen von druckvollen Riffs und einer Rhythmussektion, die das Publikum sofort in Bewegung bringt. Neu auf der Setliste sind die Songs des gerade erschienenen Albums Harbinger Of Chaos. Frontmann Dan Baune überzeugt auch als Entertainer auf ganzer Linie. Besonders stark wirkte der neue Song Eye Of The Storm, der live noch intensiver ausfällt als auf der neuen Platte und mit seinem brodelnden Aufbau zu einem klaren Höhepunkt des Auftritts wird, auch wenn Martin Kesici natürlich nicht mit auf der Bühne steht. Als das Set nach knapp 40 Minuten endet, ist das Publikum spürbar hungrig nach mehr. Lost Sanctuary zeigen sich nicht nur als technisch versierte Band, sondern als Formation mit echter Bühnenpräsenz und emotionaler Wucht. Es ist ein Auftritt, der nachhallt.

Nach nur 20 Minuten Umbau stehen die Headliner auf der Bühne. Motorjesus zeigen einmal mehr, warum sie zu den verlässlichsten Live-Abrissbirnen des deutschen Heavy-Rock gehören. Kaum betritt die Band die Bühne, fegt ein druckvoller Mix aus High-Octane-Riffs, wummernden Grooves und unerschütterlicher Spielfreude durch den Saal. Frontmann Chris „Howling“ Birx führt mit seiner markanten, rauen Stimme souverän durch ein Set, das die perfekte Balance zwischen kompromisslosem Hardrock und hymnischen Refrains findet. Songs wie Motor Discipline und King Of The Dead End Road treffen live mit noch mehr Wucht auf die Fans, während die Band mit beeindruckender Präzision durch ihre Tempowechsel und Gitarrenläufe jagt.

Besonders stark ist die Energie zwischen Band und Publikum. Fäuste in der Luft, lautes Mitsingen, grinsende Gesichter. Motorjesus verwandeln den kleinen Konzertsaal in eine einzige vibrierende Rock’n’Roll-Maschine. Sie streuen Aktionen in den Auftritt, der die Menge begeistert. Da wird ein Schlagzeuger zum Kuhglocke-spielen gesucht, da wird ein „Rettungsreifen“ in die Menge geworfen, auf dem sich ein Gast sitzend durch den Saal tragen lässt und zum Ende werden mit spöttischen Sprüchen begleitet Hansa-Pils-Dosen in das Publikum geworfen. Trotz aller Härte in ihrer Musik bleibt Raum für melodische Akzente, die den Songs zusätzliche Tiefe verleihen und so ein Konzert der Fünf zu einem begehrten Gut werden lässt.
Nach rund 90 Minuten Vollgas verabschiedet sich die Band ohne Showeffekte, aber mit maximaler Authentizität. Ein Konzert, das wieder einmal beweist: Motorjesus liefern nicht nur Sound, sondern ein Lebensgefühl. Es ist wieder ein Konzert, das roh, direkt und absolut mitreißend ist. Sie kündigen an, nach Konzertende noch am Merch zu einem Bier und Gesprächen zur Verfügung zu stehen. Wer weiß, vielleicht endete der Abend dann doch noch im Dollhaus, wie von Chris gewünscht. Ich bin da leider schon wieder auf der Autobahn und hoffe, nicht wieder vier Jahre auf ein Konzert von Motorjesus warten zu müssen.
















