Mustasch – Thank You For The Demon

“Überbanger“

Artist: Mustasch

Album: Thank You For The Demon

Spiellänge: 36:10 Minuten

Genre: Heavy Rock

Release: 15.01.14

Label: Sony Music

Link: https://www.facebook.com/Mustaschofficial

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Ralf Gyllenhammar
Gitarre – David Johannesson
Bass – Stam Johansson
Schlagzeug – Jejo Perković

Tracklist:

  1. Feared And Hated
  2. Thank You For The Demon
  3. From Euphoria To Dystopia
  4. The Mauler
  5. Borderline
  6. All My Life
  7. Lowlife Highlights
  8. I Hate To Danc
  9. Don’t Want To Be Who I Am

Mustasch - Thank You For The Demon

Der neue Streich der Bühnensäue Mustasch schimpft sich auf den Titel Thank You For The Demon. Wer Mutasch bisher noch nicht kennt, der dürfte ziemlich was verpasst haben, denn die Schwedenschnitzel verwandeln brachialen Metal mit extrem viel Groove und wunderbaren Melodien in eine fettige Party voller Spaß und Adrenalin.

Präzise feuert man demzufolge mit den ersten drei Tracks des Albums sichere Überbanger aus den Rohren. Hierbei merkt man in erster Linie auch, dass die Band sehr erfahrene Live-Performer sind, denn die Songs sind auf Live-Tauglichkeit abgestimmt und bringen extrem viel Freude. Zwischendurch lassen sich versteckte Streicher heraushören, die dem Sound noch ein gewisses Etwas verleihen. Garstig und böse ist The Mauler, ein abgrundtief derbe angerissener Stoner Song, der ein prima Kontrastprogramm bildet und eine schöne Hommage an die stets präsenten Black Sabbath ist. Auch hier bohren sich verzerrt dissonante Streicherarrangements mit zusätzlicher Penetranz ins Ohr und erhöhen die Garstigkeit dieses Songs noch weiter.

Borderline ist der typische Mustasch-Pogo Song; fordernde Gitarren laden zum Spiel im Pit und blauen Augen ein. Ungewöhnliche Singer-Songwriter-Atmosphäre erklingt in All My Life, in dem Ralf Gyllenhammar anfangs seine Akustikgitarre rauspackt und das Lagerfeuer anzündet, so bisher noch nicht von Mustasch gehört, bevor der Song halbgar und etwas tröge im Midtempo und epischem Piano zu Ende geführt wird. Lowlife Highlights ist leider auch alles andere als ein Highlight und kann gegen die erste Plattenhälfte absolut nicht anstinken.

In I Hate To Dance bekommt die Band jedoch stilsicher die Kurve. Hierbei wird ein Dance Beat großartig als Riff umgedeutet und eine Packung Stierhoden auf den Tresen geklatscht, gleichzeitig die einzige Wahrheit im Metalbereich herausgehauen, die es wirklich gibt, Metaller HASSEN tanzen, wir BANGEN, dreckig und mit Zorn, mit Fäusten und mit Fürzen, mit Schlamm, Regen, Heu oder Sonne, auf Asphalt, Kuhwiesen oder Schotter, aber wir BANGEN. Wer das nicht mag, irritiert ist oder Ähnliches, der sollte weiter Britney, Miley, Lady Gaga und deren Inzuchtschwestern huldigen, we fucking bang!

Mit Krähengeschrei und Cello ist das bluesige Don’t Want To Be Who I Am unterlegt und setzt sich mit der eigenen Identität auseinander, kritische Töne am Ende des Albums, die jedoch in typischer Bandmanier mit schöner Dynamik umhüllt werden, um der Platte ein aussagekräftiges Ausrufezeichen zu versetzen.

Fazit: Definitiv wollen Mustasch ihren Sound etwas reicher machen, weg vom Black Sabbath-Gebrutzel und den allzu offensichtlichen The Cult-Avancen hin zu mehr Mustasch mit einem variantenreicherem und pfiffigerem Sound. Das funktioniert eigentlich meiner Meinung nach ziemlich gut, auch wenn es zwei kleinere Ausfälle zu verzeichnen gibt. Anspieltipps: I Hate To Dance, Feared and Hated und The Mauler
Dominik B.
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