Nothing More am 12. Juni 2018 in der Stadtmitte, Karlsruhe

 

“In der Kürze liegt die Würze“

Headliner: Nothing More

Vorband(s):

Ort: Stadtmitte, Karlsruhe

Datum: 13.06.2018

Kosten: 17,95 € VVK, 20 € AK

Genre: Alternative Rock

Besucher: ca 100

Link: http://nothingmore.net/tour/

 

Häufig hat man den Vorteil, innerhalb eines Festivals auf geniale Bands zu stoßen und diese dann in viel kleinerer Location zu erleben. Und dieser Vergleich zwischen großer Bühne und kleinem Club zeigt sich doch immer wieder als besonderer Faktor für das Konzerterlebnis.

Die Alternative Rock Band Nothing More aus Texas war Teil des Line Ups von Rock am Ring sowie Rock im Park. Und auch, wenn es in den sehr frühen Stunden stattfand, so lieferten die Jungs eine extrem geniale Show auf dieser großen Bühne ab. Grund genug also, auch die Tour noch schnell einzufangen. Diese bringt Nothing More am 12. Juni 2018 auch in die Stadtmitte nach Karlsruhe – eine durchaus kleine Location, die wohl kaum 100 Leuten Platz bietet. Wie wirkt nun also die Verrücktheit der Band in einer so kleinen Location?

Der erste, besondere Faktor an diesem Abend zeigt sich, dass Nothing More keine Vorband bzw. Support mitbringt. Das Konzert, welches eigentlich um 20 Uhr starten sollte, beginnt de facto zwar erst um 20:30 Uhr, aber mit kühlen Getränken und Gesprächen schaffen es die Gäste locker durch diese Wartezeit. Auf der Bühne fallen bereits die recht „sonderlichen“ Instrumente auf – und dann geht es auch schon los. Sänger Jonny Hawkins, wie immer bei seinen Auftritten ohne Shirt, springt bereits beim ersten Song in fast jeder Sekunde und sucht dabei die Nähe zum Publikum.

Dieses zeigt eine starke Mischung an Fans eher härterer Musik und Rock Fans – und alle scheinen begeistert. Die Lyrics sitzen, und ab der ersten Minute bewegen sich die Besucher zur Musik. Nothing More ist eine Band, die die Bühne mit Leben füllt und dabei unglaublich sympathisch und bodenständig wirkt.

Vor allem Klassiker wie This Is The Time und Fade In / Fade Out versetzen die Fans in Ekstase-Momente, in denen es für keinen Anwesenden noch ein Halten gibt. Die Band selbst zeigt sich überrascht über die Lyrics-Kenntnisse der Fans, und auf die Nachfrage, wer denn bereits bei den Festivals zu Besuch war, strecken dann doch mehr als die Hälfte die Hände – ja, da haben Nothing More wohl recht viele neue Fans gewinnen können.

Insbesondere zeichnet sich der Live Auftritt durch die vielen zusätzlichen Elemente aus, wie z.B. das kombinierte Bass Solo und die Schlagzeug- und Trommelelemente, welche die Jungs zu präsentieren haben. Insgesamt ist die ganze Instrumentation eine wahre Sensation, die erst Live richtig deutlich hervorsticht. Was andere Bands einfach aus der Technik herausspielen lassen würden, wird von Nothing More umgesetzt – mit unglaublicher Präsenz und Hingabe zu dem, was man da tut. Und auch, wenn die Stadtmitte in Karlsruhe mit dem Sound von einem Festival natürlich nicht mithalten kann, so passt der leicht „raue“ Sound doch extrem gut zur Musik der Gruppe und beweist Jonny seine unglaublichen gesanglichen Fähigkeiten. Insgesamt steht hier wohl einer der stärksten Frontmänner auf der Bühne, die man so momentan sieht.

Das Konzert endet zwar bereits um ca. 22 Uhr, dennoch haben Nothing More ein langes und durchdachtes Set abgespielt, welches sowohl neue Songs als auch ältere Klassiker berücksichtigt. Und vielleicht liegt ja doch in der Kürze die Würze. Dabei ist es vor allem die Bühnenpräsenz und Lebendigkeit, welche das Publikum mitreißt, so dass es selbst am Ende noch komplett euphorisch ist. Die Band, welche für ihr letztes Album drei Grammy-Nominierung erhielt, bewegt sich auf einer ganz eigenen Welle, die so mit keiner anderen Band im Genre zu vergleichen ist. Nothing More hat damit einen Einsatz, der Individualität ausstrahlt und definitiv eine breite Masse ansprechen könnte. Man darf wohl gespannt sein, wie sich diese Band in Zukunft entwickeln wird.

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