One Ok Rock – Ambitions

“Nicht überall, wo Rock dran steht ist auch selbiger drin!“

Artist: One Ok Rock

Herkunft: Japan

Album: Ambitions

Spiellänge: 38:00 Minuten

Genre: Alternative Rock, Post Hardcore, Pop Punk, J-Rock

Release: 13.01.2017

Label: Atlantic Records

Link: https://www.facebook.com/pg/ONEOKROCK/

Bandmitglieder:

Gesang – Taka
Gitarre – Toru
Bassgitarre – Ryota
Schlagzeug – Tomoya

Tracklist:

  1. Ambitious (Introduction)
  2. Bombs Away
  3. Taking Off
  4. We Are
  5. Jaded (feat Alex Gaskarth)
  6. Hard To Love
  7. Bedroom Warfare
  8. American Girls
  9. I Was King
  10. Listen
  11. Oneway Ticket
  12. Bon Voyage
  13. Start Again
  14. Take What You Want (feat. 5 Seconds of Summer)

Acht Studioalben in nur zehn Jahren ist eine ordentliche Leistung, damit konnten One Ok Rock über ihre Heimat Japan hinaus auf sich aufmerksam machen. Mit Ambitions stießen sie im  Januar 2017 das erste Mal in die Charts vor, ein Grund, mal genauer in das Schaffen aus Fernost zu sehen bzw. hören. Das, was One Ok Rock anbieten, stammt aus folgenden Genre: Alternative Rock, Post-Hardcore, Pop Punk, J-Rock. Vergessen darf man dabei nicht, dass der Gesang elektronisch untermalt wird und auch alles andere ohne technische Hilfe wohl gar nicht auf einem Silberling zu präsentieren wäre. In 38 Minuten führt Sänger Taka mit seinen Landsleuten den Hörer durch eine nicht zwingende Rock-Landschaft. Alles, was das Quartett anfasst, muss höchst modern angestrichen werden. Dabei geht das eigentliche Rock-Feeling fast vollkommen verloren.

Begonnen wird der ungewohnte Ritt mit einem asiatisch versetzten Intro Ambitious (Introduction), was man auf Grund der Herkunft mal ruhig stehen lassen darf. Bombs Away greift gleich die melodische Wand auf. Immer wieder kommt einem der Gedanken an Linkin Park, die nicht ganz weit weg von One Ok Rock liegen. Das ist aber nur ein Einfluss, und der elektronisch versetzte Gesang ist leider bei viel zu vielen „Rock“ Bands der Neuzeit ein Gebrauchsgegenstand, den man ruhig anwenden kann, der aber doch bei allen richtigen Kuttenträgern auf taube Ohren stößt. Klar werden einige sagen „dann hört doch was anderes“, aber wo Rock dran steht, sollte dieser auch zumindest drin sein. Die Alternative-Haltung dürfte noch bei der Studentenbewegung gut ankommen, Gleiches gilt für die zögerlichen Post Hardcore-Beats. Ganz schade finde ich die Elemente, die, da könnte es nur mit dem Teufel zugehen, vom Drum-Computer stammen bzw. gleich von Konserve abgemischt werden. Gut, auch dieser Punkt ist im Sektor Pop Punk bzw. J-Rock nicht zwingend neu, nur wo bleibt da die Kunst an den Instrumenten, wenn eh‘ ein Plastik-Sound hoch beschworen wird? Gut, We Are oder Hard To Love kann man ohne Probleme in fast allen UKW Sendern der Erde spielen, ohne aufzufallen.

Leser, die jetzt denken, warum bewertet der Herr One Ok Rock so hart, der wohl im Grundsatz mit dem Genre weniger am Hut hat? Dann kann dieser nur zurückgeben, dass selbst mit dem festen Standbein der Mainstream-Verankerung nichts Neues oder gar Besonderes auf dem Silberling zu finden ist. Die Songs gehen an einem vorbei, ohne Höhepunkte heraufzubeschwören. Nach einem Durchlauf gut ein Jahrzehnt jünger als eigentlich Jahre auf der Lebensuhr, sprießen die grauen Haare wie Unkraut auf der Glatze.

Fazit: Der teilweise Erfolg spricht auf einer Seite für One Ok Rock, auf der anderen liegt die Tatsache, dass Platz 99 in den deutschen Album Charts ganz andere harte Bands mehr als deutlich vor ihnen liegen. Für meinen Geschmack versuchen die Japaner recht plump, auf den Elekto Alternative Rock-Zug aufzuspringen und vergessen selbst da, dass die ganz großen Acts auch noch ein Wort mitzusprechen haben. Ambitions wird bei dieser Umsetzung nicht noch mal den Weg in meinen Player finden.

Anspieltipps: Bombs Away und I Was King
Rene W.
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