“Wenn die bombastischen Momente fehlen!“

Artist: Samael

Herkunft: Sion, Schweiz

Album: Hegemony

Spiellänge: 47:18 Minuten

Genre: Black Metal, Industrial Black Metal

Release: 13.10.2017

Label: Napalm Records

Link: https://www.facebook.com/pg/OfficialSamael/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Vorph
Gitarre – Mak
Bassgitarre – Drop
Keyboard – XY

Tracklist:

  1. Hegemony
  2. Samael
  3. Angel Of Wrath
  4. Rite Of Renewal
  5. Red Planet
  6. Black Supremacy
  7. Murder Or Suicide
  8. This World
  9. Against All Enemies
  10. Land Of The Living
  11. Dictate Of Transparency
  12. Helter Skelter

Die Schweizer Krachmacher Samael ziehen seit nunmehr drei Jahrzehnten ihre Kreise. Dabei haben sie viele Headbanger berührt und ihre Fanschar in der Vergangenheit gespalten. Die Old School Schergen lieben den ersten Stoff bis Passage, das vermeintlich größte Werk aus den Händen von Mastermind Vorph, welches bereits zwanzig Jahre auf dem Buckel hat. Die Entwicklung gehört aber immer mit dazu und man kann nicht grundsätzlich sagen, dass nach den ersten zehn Jahren Samael den Faden verloren haben – viel mehr haben sie einen nicht ganz identischen aufgenommen und mit diesem Garn die Kunst weitergesponnen. Auf Hegemony warten zwölf neue Hymnen, die im Black Metal, Industrial Black Metal verankert, den Weg in eure Ohren finden. Mit unter fünfzig Minuten eine runde Spielzeit, die seit dem 13.10.2017 über das österreichische Label Napalm Records die Alpenregion verlässt.

Der Industrial Black Metal schiebt sich mit dem Namensgeber und Opener Hegemony an. Die Synthesizer leisten ganze Arbeit und der Beginn bleibt zuallererst im Kopf. Irgendwo neben Behemoth schauen Samael zu ihren Freunden von Dimmu Bogir, nur die ganz großen Atmosphären bleiben aus. Weder druckvoll noch höllisch erhitzend dringen die Titel ins Trommelfell. Viel mehr setzt die Besatzung auf leichte Stampfpassagen und erniedrigende Vocals. Auf die Knie ihr Unwürdigen! Das Klangwerk in Vorph´s Kehle gurgelt die Lyrics mit zornigem Blick heraus. Das Weiße im Auge, erzeugen die vier Schweizer ein düster hochtrabendes Riffmonster. Verwunderlich die sehr kurzen Stücke – keins schafft es nur über die fünf Minuten Marke. Dafür muss man festhalten, haben alle Kompositionen ein sehr stimmiges Bild und dürften live gleichermaßen zünden. Nach dem Titeltrack schlägt der Song Samael ebenfalls in die Refrainschatulle. Dadurch undurchdringlicher, aber an Unberechenbarkeit geht ein gutes Stück verloren. Dem Headbangfaktor macht das rein gar nichts, der spielt in oberster Liga – jede Sekunde kann man im Takt mitwippen, ohne an eine Pause denken zu müssen. Die Breaks hätten für meinen Geschmack derber ausfallen können, um die Nackenwirbel mal kräftiger zu fordern. Dieses Nörgeln liegt wohlgemerkt auf hohem Niveau. Rite Of Renewal, mein persönlicher Liebling, lebt, na wie soll es anders sein, vom Refrain natürlich. Mein guter Kumpel, der bestens im Heavy Metal verwurzelt ist, würde sagen: Jeder gute Song des Genres braucht einen. Wenn da Herr Vorph nicht mal abgeschaut hat. Higher and Higher geht es für Samael gen Himmel mit ihrer Feuersbrunst, der Atem geht ihnen nicht aus – bis hoch ins Firmament versprühen sie Red Planet, This World oder Land Of The Living. Der ganz große Wurf bleibt aus, ein solides Album ist Hegemony allemal.

Samael - Hegemony
Fazit: Ist der Anspruch an unsere Nachbarn einfach zu hoch? Ich denke nicht. Vor allem weiß man, was die Jungs in den letzten dreißig Jahren alles erschaffen haben. Wenn dann ein gutes Album wie Hegemony ins Haus flattert, erkennt man die Leistung natürlich an, vermisst jedoch das zwingende Killergen. Dieser Satz beschreibt zusammengefasst am besten das Grundgefühl des Industrial Black Metal Intermezzo, welches ihr euch trotzdem einmal zu Gemüte führen solltet, um mitreden zu können.

Anspieltipps: Hegemony und Rite Of Renewal
Rene W.7.5
7.5Gesamtwertung
Leserwertung: (1 Judge)
6.0

Kommentare

Kommentare

212Followers
382Subscribers
Subscribe
16,648Posts