Zur Erstellung dieses Tutorials wurde mit der folgenden Software Version gearbeitet: MP3Tag (Programmversion: 2.64). Zum Review geht es hier.

Vorwort

Natürlich ist dieses „Tutorial“ nur ein Beispiel. Ob und wie ihr es befolgt, bleibt ganz euch überlassen. Ihr selbst entscheidet, wie ihr eure Musik sotriert und archiviert.

Was gibt es zu beachten?

Beim Archivieren seiner MP3-Sammlung gibt es ein paar einfache Punkte zu beachten:

  • Deine Musik sollte in einem zentralen Ordner / auf einer eigenen Festplatte liegen.
  • Jeder Interpret hat einen eigenen Ordner, der dessen Namen trägt. z.B. „Rammstein“.
  • Bei sogenannten „Split-Programs“ mit zwei Interpreten bekommen diese jeweils einen eigenen Ordner. (z.B. haben „Caliban“ und „Heaven Shall Burn“ zusammen zwei Mal zusammengearbeitet und demnach gibt es dann einen Interpretenordner mit „Caliban vs. Heaven Shall Burn“.
  • Die Unterordner der Interpreten sind die jeweiligen Alben. Diese benennt man so: „Erscheinungsjahr“ – „Albumname“ also z.B.: „2011 – Mein Land“.
  • Bei mehreren CDs kommen Unterordner mit der Bezeichung „CD1“, „CD2“, usw. zum Einsatz.
  • Jedes Wort muss mit einem Großbuchstaben beginnen.
  • Titel mit Nicht-Lateinischen Buchstaben wie z.B. kyrillisch sollten übersetzt werden, weil diese von keinem Tool gelesen werden können. Übersetzungen liefert euch das Internet. Denjenigen, die es aber trotzdem authentisch halten wollen, empfehle ich die Originalbeschriftung – egal ob im Titel, beim Album oder Interpreten – einfach in Klammern gesetzt hinter der Übersetzung zu schreiben.
  • In den Albumordnern sollten dann auch die Lieder des Albums drin sein.

Der Umgang mit MP3Tag

Vor Beginn solltest du in die Programmeinstellungen gehen >STRG+O< und unter dem Punkt „Meldungsfenster“ alle Häkchen entfernen – die Meldungen verschwenden nur Zeit und stören auf Dauer. Die Benutzung ist ganz einfach. Zieht einfach das zu bearbeitende Album komplett per Drag & Drop in das Hauptfenster.

 

Der einfachste Weg:

  • Du markierst alle Lieder des Albums, suchst dir in der Optionspalette oben unter „Tag-Quellen“ eine Quelle und lässt alles „automatisch“ eintragen.

An sich ist an der Methode nichts verwerflich, jedoch sollte man die automatisch ausgefüllten Infos noch auf ihre Richtigkeit überprüfen. Traue niemandem! Oft sind es die Kleinigkeiten, die einem alles versauen können.


Technik_MP3TAG_vorher

 

 

 

 

 


Der „manuelle“ Weg

  • Zuerst markiert man alle Lieder >STRG+A<
  • Dann kann man „für alle Lieder gültige Informationen“ wie „Interpret“, „Albumname“ sowie „Albumjahr“ in den Eingabefeldern links eingeben.
  • Tracknummern können mit >STRG+K< vergeben werden. Mache ein Häkchen bei „Führende Nullen bei Tracknummern„ sowie „Zähler für jedes Verzeichnis zurücksetzen“ – >ENTER< = Das Tool vergibt nun automatisch die Tracknummern zweistellig. Diese Einstellungen bleiben in Zukunft erhalten, so dass man dann nur noch >STRG+K< und >ENTER< drücken muss. Der letzte Haken ist besonders interessant, wenn man gleich mehrere Alben von demselben Interpreten bearbeiten möchte. Dadurch werden die Tracknummern für jedes Album wieder von Neuem gezählt.

Bei den Liedtiteln ist es etwas kniffliger.

  • Man kann natürlich für jedes Lied einzeln den Titel eintippen. Das kostet aber wertvolle Zeit.

ODER

  • Falls man eine Tracklist zur Verfügung hat, speichert man diese einfach in einem Notepad ab ( >WINDOWSTASTE+R< –> „notepad“ eintippen –> >ENTER<).
  • Im dann geöffneten Notepad-Fenster die Tracklist (Lieder untereinander aufgelistet) eingeben und abspeichern.
  • Wenn in MP3Tag alle MP3s markiert sind, druckt man >ALT+4< (das bedeutet „Infos aus Textdatei auslesen“).
  • Im Dialogfeld sucht man die gespeicherte .txt-Datei raus, im „Formatstring“ gibt man %title% ein und drückt >ENTER<.

Jetzt hat das Tool alle Titel aus der Textdatei in die MP3s übernommen. Mit diesem Trick kann man allerlei Infos mithilfe einer Textdatei ziehen. Man muss nur die Infos in der Textdatei eintragen und die „Formatstrings“ richtig wählen. Details erklären sich aber von selbst. z.B.:

  • %track% = Titelnummer
  • %artist% = Interpret
  • %title% = Titel

usw. …

Ein bisschen Englisch zu können, ist hier sehr hilfreic.h 🙂



ID3-Tags fehlen zwar, die Dateinamen enthalten aber alle Infos

Dieser Fall wird bestimmt vorkommen.
Ein Beispiel:

  • 02_Rammstein_Liebe-ist-für-alle-da_Ich-tu-dir-weh_2009.mp3

Angenommen alle Lieder wären nach diesem Format gespeichert. Hier wären alle Informationen, die man benötigt, um die ID3-Tags zu ergänzen, vorhanden. Mit der Tastenkombination >ALT+2< („Dateiname zu Tag“) kann man aus Dateinamen die ID3-Infos holen. Anhand des Beispiels wäre der Formatstring wie folgt:

%track%_%artist%_%album“_%title%_%year%

Denn hier erkennt man deutlich die Abgrenzung der einzelnen Infos mittels Unterstrich. Natürlich kann dieses Problem in verschiedenen Variationen auftreten – jeder einzelne Fall bedarf einer individuellen Lösung, die jeder für sich finden muss.


 

Technik_MP3TAG_dabei

 

 

 

 

 

 


Schreibfehler / nur Klein- bzw. Großschreibung

  • Alles markieren –> >ALT+6< –> Mach ein Häkchen bei „Schreibweise ändern“ (einmalig) >ENTER< = Das Tool korrigiert jetzt automatisch kleinere Rechtschreibfehler. Genauer gesagt checkt es, ob z.B. irgendwo Großbuchstaben nach einem Leerzeichen fehlen oder dauerhaft groß geschrieben wurde.
    !ACHTUNG! Es gibt Bands / Lieder, bei denen alles groß geschrieben wird! Dabei solltest du darauf achten, dass du dort diese Funktion NICHT anwendest, es sei denn, du möchtest danach alles per Hand korrigieren. 🙂

Dateinamen sind unnütz, die Titel sind ohne Leerzeichen

Auch ein lustiger Fall:

Angenommen der Dateiname lautet „Spur1“, „Spur2“ usw… Die Tags sind soweit okay, aber die Titel haben anstatt Leerzeichen einen Unterstrich drin – z.B. „mein_Land“.

Auch hier bietet MP3Tag eine mächtige Waffe: Das „Ersetzen“.

  • Zu erreichen ist es über Aktionen –> Aktionen (Quick) oder >ALT+SHIFT+6<.
  • Im Dropdown wählt man die Option „Ersetzen“.
  • Nun wählt man das problematische Feld aus. In unserem Beispiel wäre das „title“.
  • Im Eingabefeld „Original“ tippt man das unerwünschte Zeichen ein – im Beispiel der Unterstrich, also „_“.
  • Im Eingabefeld „Ersetzen durch“ hauen wir in unserem Beispiel 1x auf die Leertaste. Das bedeutet nun, dass alle Unterstriche im „Titel“ gegen ein Leerzeichen ersetzt werden.

Mit dieser Funktion lassen sich so gut wie alle Schweinereien beseitigen. Auch hier gilt: Jede Situation ist anders und man muss ganz individuell eine passende Lösung finden.



Dateinamen

Damit alles einheitlich aufgeräumt wird, sollten die Dateinamen nach einem bestimmten Muster eingegeben werden. Wenn man alle oberen Schritte befolgt hat, kann man die korrekt eingetragenen Tags dazu nutzen, die Dateinamen automatisch ändern zu lassen.

  • Alles markieren –>  >ALT+1< ? Im „Formatstring“ %track% – %title% eingeben und dann >ENTER< drücken.

Jetzt benennt das Tool anhand der eingegeben ID3-Informationen die MP3s um. Die Dateinamen sollten jetzt wie folgt aussehen: z.B. „01 – Mein Land“. Wenn nicht, hast du etwas falsch gemacht!


 

Technik_MP3TAG_danach

 

 

 

 

 

 

 

 


Was tun, wenn es keine MP3s sind / die MP3s nicht gelesen werden?

In diesem speziellen Fall kann man nur eines tun: Die CD aus dem Schrank holen und neu einlesen.

Nachwort

Das war es soweit. Viele der Schritte lassen sich perfektionieren, indem man sich Makrotasten mit den Standardkombinationen belegt. Eine Übersicht über alle Tastenkombinationen gibt es bei MP3Tag unter >ALT+H+T< Dies öffnet die Übersicht über alle Kombinationen. Das Spart eine Menge Zeit!

Ich hoffe, dass ich euch mit diesem Tutorial nicht nur das Programm schmackhaft machen, sondern auch die Lust am Archivieren entfachen konnte.

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