Ole Ohlendorff – Rock Heads Dead & Alive: die Rock-Art-Show in der Ausstellung im Winsener Marstall am 29.08.2024 am

Emotionale Einblicke in das Leben und Werken des Ausnahmekünstlers

Heute geht es nach Niedersachsen. Ein etwas anderes Event steht auf dem Zettel.

Ole Ohlendorff Winsen 2024; Foto Norbert Czybulka

Auf Einladung des Rock-Art-Künstlers Ole Ohlendorff fahre ich nach Winsen (Luhe). Der hier in der Kreisstadt geborene Künstler soll von der Stadt entsprechend gewürdigt werden, da er lange Jahre keine Ausstellung mehr in seiner Geburtsstadt hatte. Alle Fraktionen im Winsener Rathaus waren sich einig, den Kulturetat der Stadt trotz klammer Kassen zu erhöhen, um diese Ausstellung zu ermöglichen. Seinen Lebensmittelpunkt hat er zwar nicht weit weg, aber Lüneburg ist halt etwas anderes. In der dortigen Kultur Bäckerei hat der nunmehr 66-Jährige zusammen mit anderen Künstlern sein Atelier.

Ole Ohlendorff Winsen 2024; Foto Norbert Czybulka

Seine Ausstellung geht vom 26. August bis zum 1. September im Marstall Winsen am Schloss. Um die Ausstellung getrennt von der abendlichen Show zu sehen, reise ich schon früh an. Die exponierte Veranstaltung wird durch ein einzigartiges Licht-/Tonkonzept begleitet. Zu jedem ausgestellten Bild gibt es einen Tonpaten, der über den jeweiligen Rockstar und dem Bild die Geschichte erzählt. Das Licht konzentriert sich in der Zeit auf genau das eine Porträt, während die anderen andersfarbig oder abgedunkelt angestrahlt werden. Natürlich habe ich mir den Timeslot ausgesucht, in dem Doro über das Bild und Leben von Lemmy Kilmister erzählt. Zu den ausgestellten Porträts gehören Stars wie Bruce Springsteen, Billy Idol oder James Hetfield. Aber auch Künstler aus anderen Genres wie Udo Jürgens, Aretha Franklin oder Amy Winehouse gehören zur Ausstellung. Malte Ole Ohlendorff zuerst nur Dead Rock Heads, erweiterte er später seine Serie um die Living Legends. Die heutige Ausstellung bedient beide Serien.

Die Öffnungszeit am heutigen Tage wird verkürzt, um dem Aufbauteam genug Zeit zu geben, den Abend vorzubereiten. Stühle werden gebracht, eine Soundanlage eingestellt. Als Pressevertreter bekomme ich einen Platz in der ersten Reihe neben dem bekannten Musik-Buchautor Klaus Marschall. Auf sein Konto gehen Biografien unter anderem von Potsch Potschka (Spliff) oder Peter Illmann. So erfahre ich auch, dass das Manuskript zum neuen Buch schon fertig ist. Für die Geschichte des deutschen Punks um Bands wie Nichts, Belfegore oder KFC wird allerdings noch ein passender Verlag gesucht.

Ole Ohlendorff Winsen 2024; Foto Norbert Czybulka

Durch die Talkshow um das Leben und Werken Ole Ohlendorffs führt der gebürtige Rheinländer Ben Boles. Der Multiinstrumentalist, Sänger, Entertainer und Moderator lebt derzeit ebenfalls in Lüneburg und ist mit dem Leben Oles vertraut. Den musikalischen Part hat Chris Thornton Jr. übernommen. Der Sänger und Gitarrist spielte unter anderem bei Lake nach ihrer Reunion im Jahr 2009. Dekadenweise gab es Wissenswertes und die passende Musik zum Wirken und Leben von Ole. So zum Beispiel, dass Ole eigentlich Andreas heißt und nur seine Frau ihn heute noch so nennt. Seinen Geburtstag feiert er zusammen mit Johnny Cash am 26. Februar, auch wenn das Geburtsjahr ein anderes ist. Der Stern auf seiner Mütze ist allgegenwärtig, denn als Polizist in Hamburg lernte er nachts in seiner Freizeit die Größen vom Kiez und der Hamburger Musikwelt kennen und lieben. Nach nur sechs Jahren tauschte er dann Dienstmütze gegen Beanie mit dem gleichen Motiv aus. Malte er erst in seiner Anfangszeit noch Zeichnungen rund um das Thema seiner Hamburger Motorradgang Schweinebande, widmete er sich dann den Dead Rock Heads, von denen es bisher 174 gibt. 2013 beim Wacken Open Air wurde er dann von Holger Hübner animiert, doch auch mal die Living Legends zu porträtieren. Geschichten wie er Udo Lindenberg oder Billy Gibbons von ZZ Top kennenlernte, dürfen natürlich nicht fehlen. Zwischendurch immer wieder Songs, die die jeweilige Dekade prägten. So gab es für die 50er-Jahre unter anderem einen Song von Chuck Berry, für die Sechziger My Generation von The Who und Steppenwolfs Born To Be Wild aus dem Easy Rider Soundtrack. Aber auch The House Of The Rising Sun der Animals oder auch While My Guitar Gently Weeps der Beatles dürfen richtungweisend nicht fehlen. Jimi Hendrix steht stellvertretend für die Siebziger. Die Songs der Black Sabbath, hier speziell War Pigs, prägten den weiteren musikalischen Geschmack. Es folgten der Holy Diver von Dio und auch Motörheads Overkill sowie Ace Of Spades.

Ole Ohlendorff Winsen 2024; Foto Norbert Czybulka

Letztes musikalisches Intro ist dann das Hochzeitslied von Andreas „Ole“ und Martina. Billy Idols White Wedding darf natürlich nicht fehlen. Würde die Zeit nicht so schnell vergehen, hätten die Drei wahrscheinlich noch eine Stunde weitergeplaudert. Es galt aber noch, einen Fine Art Print zu übergeben. Bei einer internationalen Ebay-Auktion zugunsten der Dosenpiraten um die Udo Lindenberg Stiftung wurde aus dem Privatbesitz von Hannes Bauer ein Print mit seinem Porträt für 1.343 Euro versteigert. Die Gewinner bekamen das Bild überreicht und der anwesende Udo Lindenberg Gitarrist signierte den Print dann mit Widmung. Diese persönliche Übergabe war sowohl emotional als auch freudig, denn der Print kam zurück in die Heimat. Die Ersteigerer kommen aus Winsen und haben ein Heimspiel.

Ein emotionaler Abend der anderen Art. Danke an Ole Ohlendorff für die Einladung! Ich hoffe, es in naher Zukunft einmal in die Kultur Bäckerei zu schaffen, um sein jüngstes Werk in der Entstehung sehen zu können. Es handelt sich um Black Sabbath Gitarrist Tony Iommy. Wer sich über neue Ausstellungen und Aktioen von Ole informieren möchte, ist auf der Homepage www.ohlendorff-art.de gut aufgehoben.