Artist: Desaster
Herkunft: Koblenz, Deutschland
Album: Kill All Idols
Genre: Black Thrash Metal
Spiellänge: 39:07 Minuten
Release: 22.08.2025
Label: Metal Blade Records
Link: http://www.total-desaster.com/
Bandmitglieder:
Gitarre – Infernal
Gesang – Sataniac
Bass – Odin
Schlagzeug – Hont
Tracklist:
- Great Repulsive Force
- Emanation Of The Profane
- Towards Oblivion
- Kill The Idol
- Ash Cloud Ritual
- Fathomless Victory
- Throne Of Ecstasy
- They Are The Law
- Stellar Remnant
- Idol’s End (Outro)
Die Koblenzer Desaster gelten seit 1989 als deutsche Black/Thrash-Spitze und besitzen eine treue Fanbasis. 2018 verließ der langjährige Schlagzeuger Husky, auch bekannt als Tormentor, die Band. Viele Fans fragten sich, wie es weitergehen würde. Schnell präsentierten Desaster Hont (u. a. Ex-Jupiter-Jones) hinter der Schießbude. Erste Gigs, eine Single mit dem Titel Black Blasphemies und ein Album folgten zeitnah. Vier Jahre nach Churches Without Saints erscheint nun Kill All Idols, das neue Desaster-Album. Es erscheint am 22.08.2025 erneut über Metal Blade Records und wird als CD sowie in den Vinylvarianten White/Black Dust Splatter (300 Stück), Grey Marbled (500 Stück), Dark Red Marbled (400 Stück) und Black (unlimitiert) erhältlich sein. Ich denke mal, dass die Die-Hard-Fans bei den limitierten Vinylausgaben sehr schnell sein sollten.
Kurz vor dem Release des Albums habe ich übrigens ein Interview mit Desaster-Mastermind Infernal machen dürfen, welches ihr hier nachlesen könnt. Infernal erklärte mir dort, dass man in der Vergangenheit etwas klischeebehaftet war, was die Texte angeht. Und weiter: „Heutzutage bevorzugt unser Sänger lieber reale Themen. Die wirkliche Hölle, die reale Hölle, die findest du hier auf der Erde. Das ist sie ja im Moment, guck dich um, mach dir die Nachrichten an. Was da täglich abgeht, das wird immer schlimmer. Unser Sänger ist tatsächlich eigentlich ein lustiger, umgänglicher, positiver Typ, aber in seinen Texten doch sehr pessimistisch. Er sagt, wir werden uns wahrscheinlich in absehbarer Zeit selbst zerstören.“
Dieses Mal geht es also um die höllischen Idole auf Erden, die doch sehr abstoßend wirken. Mit Great Repulsive Force entfachen Desaster das Höllenfeuer. Brachial rumpelt es, man spielt mitten im Song mit dem Tempo und der dunklen Seite. Ein recht bedrohlicher Track. Emanation Of The Profane ist dann Desaster pur. Das unheilige Quartett Infernal (Gitarre), Odin (Bass), Sataniac (Gesang) und Hont (Schlagzeug) muss sich nicht verstellen.
Von wegen vergessen! Das lange, starke Intro von Towards Oblivion ist nur der Anfang und lässt die Hornissen aus dem Bau. Als dreckigster Black Thrash ’n‘ Roll wäre dieser Song bestens beschrieben und er lässt mich auch beim nächsten Mal nicht los. Mit Kill The Idol liefert die Band das ab, was sie seit über 35 Jahren macht: Black Thrash im Midtempo. Infernals Riffs und Sataniacs bitterböser Gesang (und sein ergötzendes Lachen) werden Fans auch nach Jahrzehnten erfreuen.

pic by Big Simonski
Ash Cloud Ritual ist eine Art Neuerung: Zu Beginn und am Ende klingt der Song wie starker War-Black-Metal. Zwischendurch entfaltet er sich unheimlich schön in Blackened-Doom-Manier. Der Song hat mich wirklich überzeugt. Ziemlich episch und doomig wird es mit Fathomless Victory. Ganz ehrlich, ich erwarte hier fast jederzeit das Einsetzen von Dirk Dommermuth, dem Sänger von Infernals anderer Band Moontowers. Allerdings begleitet Sataniac diesen Song mit seinem rauen Organ, sodass es doch ein Desaster-Track bleibt.
In Ekstase geht es mit Throne Of Extasy weiter – irgendwie typischer Desaster-Black-Metal. Anschließend wird es mit They Are The Law mal wieder richtig punkig.
„Stellar Remnant ist ein Song, der ein wenig ungewöhnlich für uns ist“, das verriet mir Infernal bereits im Interview. Vor allem Hont an den Kesseln darf hier etwas ausprobieren, was nicht zwingend Desaster-typisch ist, und das ist so prächtig, dass es nicht zum Desaster wird. Dunkle Basslinien dazu, und Sataniac klingt fast wie ein Prediger. Das wirkt wie eine Desaster-Fassung von My Life In The Bush Of Ghosts. Echt ein richtig irres Teil.
Mit Idol‘s End gibt es ein fast schwermütiges, dunkles dreiminütiges Outro. Das darf man so machen, und ich persönlich finde das Outro total passend zum Album. Die Zeit für das Outro darf man sich dabei ruhig nehmen, denn man verzichtet ja auf ein Intro.




