Roth – Alles Endet

30.01.2026 – Dark Metal, Gothic Metal, Neue Deutsche Härte – Massacre Records – 48:01 Minuten

Kontrollierte Schwere mit klarer Handschrift

Mit Alles Endet legen Roth ein Album vor, das sich Zeit nimmt, wirkt und lange nachhallt. Das Projekt um Quentin Roth bewegt sich auch auf dem zweiten Werk nach dem Debüt Nachtgebete konsequent jenseits bloßer Genregrenzen und verbindet Extreme, ohne dabei beliebig zu werden. Wo andere auf permanente Raserei setzen, herrschen hier kontrollierte Schwere, dunkle Melancholie und ein ausgeprägtes Gespür für Atmosphäre. Alles Endet ist am 30.01.2026 über Massacre Records erschienen und ist als CD sowie in den Vinylvarianten Black und Red erhältlich.

Hinter dem Projekt stehen im Kern Quentin Roth, der als Mastermind für Komposition, Instrumentierung, Produktion und Mix verantwortlich ist, sowie sein Vater „Blutkehle“ M. Roth (Eisregen), der mit markanten Sprech- und Gesangsparts die düstere Stimmung verstärkt. Ergänzt wird das Geschehen durch Cedric Roß, der als Leadgitarrist bei mehreren Tracks prägnante Akzente setzt. So entsteht eine künstlerische Einheit, die trotz überschaubarer Besetzung kraftvoll und geschlossen wirkt.

Songs zwischen Härte, Atmosphäre und Erzählung

Der Einstieg Am Leben macht sofort klar, wohin die Reise geht: kompakt, hart und fokussiert. Die Gitarren schneiden präzise, das Tempo sitzt, und die markante Stimme öffnet den erzählerischen Kosmos des Albums ohne Umschweife.

Direkt im Anschluss entfaltet Kriegstourist seine Wirkung im kraftvollen Midtempo. Die Mischung aus Härte, eingängigen Melodiebögen und klar gesetzten Vocals sorgt für einen beklemmenden, fast filmischen Eindruck. Mit Mein Schwesterlein öffnet sich das Album weiter in Richtung düsterer Emotionalität. Die anfänglich zurückgenommene Stimmung steigert sich Schritt für Schritt, bis sich Härte und Melodie zu einem nahezu erhabenen Finale verbinden. Stirb! setzt danach einen bewussten Kontrapunkt: stampfend, aggressiv und mit massiven Riffs ausgestattet, aber dennoch durchzogen von dunkler Melodik, die dem Song zusätzliche Tiefe verleiht. Auch Keine Zeit Für Tränen lebt vom Wechselspiel der Gegensätze. Harte Gitarren treffen auf weitläufige Keyboardflächen, die eine bedrückende Stimmung erzeugen, während klare Gesangspassagen dem Song zusätzliche Wirkung verleihen. Besonders eindringlich gerät Zahle Den Preis, ein wuchtiger Midtempo-Track mit hypnotischer Rhythmik, variabler Gesangsführung und unterschwelligem Groove. Balladeske Ansätze finden sich in Novembermord, ohne dass der Song an Spannung verliert. Gruß Aus Der Küche präsentiert sich als makaber-düstere Gothic-Metal-Nummer mit starkem erzählerischem Charakter. Einer der Höhepunkte ist In Den Wurzeln Der Eichen, das mit seiner erdigen, morbiden Atmosphäre und der emotionalen Wucht besonders lange nachwirkt. Härter, aber nicht weniger melodisch zeigt sich Du Blutest Heute Nicht Allein, bevor Leiche Im Schrank das Horror-Feeling auf die Spitze treibt. Der Titelsong Alles Endet bildet schließlich einen würdigen Abschluss: elektronisch durchzogen, monumental aufgebaut und resignativ im Ton.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Roth – Alles Endet in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Roth – Alles Endet
Fazit zu Alles Endet
Alles Endet ist ein Album, das sich bewusst gegen Schnelllebigkeit stellt. Roth setzen auf Atmosphäre, Gewicht und nachhaltige Wirkung statt auf permanente Überforderung. Die Songs entfalten ihre Kraft mit Geduld, wirken lange nach und leben von der spannungsvollen Verbindung aus Härte, Melodie und düsterer Emotionalität. Die klare künstlerische Vision von Quentin Roth, verstärkt durch die markanten Beiträge von „Blutkehle M. Roth“ und die prägnante Gitarrenarbeit, sorgt für ein geschlossenes, intensives Hörerlebnis. Ein konsequentes, dunkles Werk, das nicht gefallen will – sondern bleibt.

Anspieltipps: Mein Schwesterlein, Stirb! und In Den Wurzeln Der Eichen
Juergen S.
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