Death Dealer – Reign Of Steel

23.01.2026 – Heavy Metal, US Power Metal – Massacre Records – 45:43 Minuten

Es war lange Zeit ruhig um eine Supergroup des US-Power-Metal. Death Dealer legten 2020 Conquered Lands und 2021 die EP Fuel Injected Suicide Machine auf den Tisch. Der anrollende Konzertbetrieb nach Covid verstreute die Protagonisten in alle Richtungen. 2026 ist es Zeit für neues Material von Ross “The Boss” Friedman und seinen Mitstreitern. Via Massacre Records veröffentlichen Death Dealer nun Reign Of Steel.

Reign Of Steel – der Name ist Programm

Das Bandgefüge ist identisch zu den Vorgängeralben und seit 2020 unverändert. Das bedeutet, dass neben Ross The Boss Stu Marshall an der Gitarre agiert, Sean Peck (Cage, ehemals Denner / Shermann) das Mikro in der Hand hält, Mike LePond (Symphony X, ehemals Ross The Boss) den Bass zupft und Steve Bolognese (ehemals Ross The Boss) an den Fellen agiert. Bei einem derart starken Einfluss aus der Ross-The-Boss-Ecke stellt sich die Frage nach der Ausrichtung nicht. Reign Of Steel, der Albumtitel ist das Programm von Death Dealer.

Assemble nennt sich der Auftakt und erinnert vor allem durch die Vocals an die seit einigen Jahren inaktiven Cage. Peck schwingt sich teilweise in ungeahnte Höhen und klassischer US-Power-Metal begrüßt die Hörerschaft. Devil’s Triangle macht genauso weiter, Riding On The Wings reduziert das Tempo, legt aber einen eingängigen Refrain zum Mitgrölen auf den Tisch, sodass die gesamte Nummer Old-School-Metaller ansprechen sollte.

Aber auch ein ordentliches Gemetzel können Death Dealer anzetteln. Das nennt sich passend Bloodbath und kommt überraschend thrashig daher. Der Kontrast folgt mit der Ballade Raging Wild And Free. Blast The Highway kehrt zum typischen US-Power-Metal zurück, wobei Peck am Mikrofon ordentlich abliefert.

Der Versuch, in Richtung Accept und Co. zu schielen, gelingt mit Compelled nur bedingt. Peck verzichtet auf seine Variabilität, dafür ist die Melodie stark. Der Übergang zum Refrain und der Backgroundgesang sind leider wenig überzeugend, sodass die Nummer insgesamt abfällt. Auch das nachfolgende Dragon Of Algorath wirkt an der einen oder anderen Stelle etwas zu hektisch und unausgegoren, wo die Herren gefühlt zu viel wollen.

Zum Ende gibt es zwei Langläufer mit Laufzeiten von jeweils mehr als sechs Minuten. Hatten wir schon epische Momente? Wenn sich der Mitbegründer von Manowar schon mit an Bord befindet, dann gehören Midtempo-Stampfer einfach dazu. Sleeping Prophet hat nicht die Klasse der frühen Manowar-Platten, kann sich aber durchaus hören lassen. Das Finale nennt sich Reign Of The Night und holt vor allem die Stärken von Peck auf den Tisch, wobei US-Power-Metal, epische Momente und Old-School-Metal geschickt miteinander verschmelzen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Death DealerReign Of Steel in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Death Dealer – Reign Of Steel
Fazit zu Reign Of Steel
Wer eine Platte in der Hand hält, auf der Ross The Boss Friedman dabei ist, erwartet ein Old-School-Werk des US-Metal. Genau das liefern Death Dealer. Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Die Stärken liegen im US-Power-Metal, in dem vor allem Sean Peck sein Potenzial abrufen kann. Der etwas überfrachtete Mittelteil mit Compelled und Dragon Of Algorath ist negativ anzumerken. Die Masse der Stücke erfindet keine neuen Räder, sondern bedient das Klientel, das Bands wie Cage oder Ross The Boss ansprechen. US-Metal-Fans sollten die Veröffentlichung antesten, ohne eine perfekte Platte zu erwarten.

Anspieltipps: Riding On The Wings, Blast The Highway und Reign Of The Night
Jürgen F.
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