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My Darkest Hate – Rust And Bones

07.11.2025 - Death Metal - Massacre Records - 38:13 Minuten

My Darkest Hate gründeten sich im Jahre 1998 und haben sich besonders im deutschen Underground einen Namen erspielt. Bis 2006 war man recht fleißig und engagiert und brachte vier Alben auf den Markt. Aber dann gab es eine Pause und es hat zehn Jahre gedauert, bis man Album Nummer fünf namens Anger Temple veröffentlichte. Die beiden Hauptprotagonisten Jörg Kittel (Gitarre) und Klaus Sperling (Schlagzeug), die von Anfang an dabei waren, hatten neue Member um sich gesammelt. Dann wurde es erneut ruhig um die Band. Mittlerweile hat man wieder neue Mitstreiter und man hat sich dran gemacht, neues Material zu kredenzen. 2025 erscheint nun Album Nummer sechs namens Rust And Bones. Seit dem zweiten Album arbeitet man mit dem Label Massacre Records zusammen. Schuster bleibt bei den Leisten – und so setzt man die fruchtbare Zusammenarbeit fort.

Die Scheibe beginnt mit dem Song Rust und den kraftvollen Vocals von Sänger Enzler. Ja, geil, und dann scheppert man ordentlich los. Im druckvollen Midtempo ballert man sich durch die Botanik, wobei die Vocals meines Erachtens den Ton angeben. Man nimmt immer wieder kurz das Tempo raus und erzeugt so eine gute Spannung, bis man dann nach ca. zwei Minuten ein Death-Metal-Metallica-One-Riff ans Tageslicht zaubert. Leckeres Teil, absolut hörbar. Das Riff wird natürlich ein wenig verhärtet, aber erinnert schon an die Amerikaner, und man möchte vor der Anlage „Darkness imprisoning me, All that I see, absolute horror“ schreien, allerdings bleibt der Part ohne Gesang, aber dafür im Gedächtnis. Man kehrt wieder in die Spur zurück, liefert erneut das fette Riffing ab und macht einfach nur Laune. Ich möchte interessehalber schon die Repeattaste drücken, aber wir hören natürlich weiter, das ist klar.

Vengeance My Brother legt druckvoll altbacken im Midtempo los, nimmt dann Tempo heraus, schleppt ein wenig herum. Die dunklen Growls setzen ein und übernehmen den Hauptpart, und so schleicht man erst mal vor sich hin. Gute Riffs verdunkeln den Tag, verbreiten aber für den geneigten Metaller gute Laune. Groovig schreitet man vorwärts und die kraftvolle Produktion unterstützt dieses Unterfangen. Da die Band ja schon länger dabei ist, kann man auch wohl traditionellen Death Metal erhoffen und erwarten, und diesen bekommt man auch, aber eben solchen, der nicht verbraucht klingt. Der Song ist ein wenig melodischer gestaltet, aber deswegen nicht weniger interessant, holt mich aber nicht so ab, wie der Opener, aber das hat nichts zu sagen, denn die Riffs sind echt gut.

Man merkt schon nach den ersten beiden Songs, dass die Schwaben sehr bedacht zu Werke gehen und nichts dem Zufall überlassen. Gutes Songwriting.
Die Produktion steht der traditionellen Schreibweise keineswegs im Wege, sondern unterstützt diese unheimlich.

Finster geht es weiter und dann folgt das Highlight

Deceiver bringt den geneigten Zuhörer in eine dunkle Atmosphäre, aus der es kein Entkommen gibt. Ich bin nicht unbedingt ein Verfechter von dissonanten Parts, aber My Darkest Hate bauen diese geschickt ins Songwriting mit ein und somit bekommt man es im Grunde nur am Rande mit, dass diese existieren. Der Song marschiert im groovenden Midtempo durch die Gehörgänge und am Ende können alle Deceiver mitkommunizieren. Sehr auffallend und geil in Szene gesetzt sind wieder die Gesangseinlagen des Herrn Enzler, wie auf dem ganzen Album.

Sinister Warfare wird dann live sicherlich gespielt werden müssen, denn der Song ist für mich, zusammen mit dem Opener, das absolute Highlight des Albums. Diese Mischung aus Stakkato-Elementen, Powerchords und Tremololäufen klingt hervorragend und vor allem die Anordnung im Song ist hervorragend. Ein wildes Solo wird mit eingebaut und klingt zwar verspielt, aber richtig fett. Aus diesem heraus baut man den Song wieder auf, geht aggressiv zu Werke und knallt einem dann wieder diesen druckvollen Groove um die Ohren, kombiniert mit melodischen Einsprengseln.

So geht es weiter und weiter

Die restlichen Songs gehen in eine ähnliche Richtung und zeigen neben dem alten Songwriting auch die technischen Fähigkeiten der Band. Diese baut man aber so ein, dass der Fluss niemals gestört wird, und das ist eine Kunst, die ich nicht bei jeder Band höre. Man merkt, dass die Instrumentenfraktion nicht erst seit gestern ihre Instrumente in der Hand hat. Bei He Who Never Sleeps konnten sie Dave Ingram von Benediction für sich gewinnen. Ich persönlich hätte mir mehr Geschwindigkeitseinheiten gewünscht, so wie z. B. bei When The Abyss Opens, aber das Musikgeschäft ist ja kein Ponyhof, hehe.

Längster Song am Ende des Albums

Mit Our Legion, Our Pride haut man dann am Ende einen Song heraus, der fast fünf Minuten geht, und hier fasst man quasi noch einmal alles zusammen, was man zu bieten hat. Gleich dieses treibende Riff, kombiniert mit den Drums, lässt die Haare im langsamen Propeller schwingen. Nach einem langsamen Moment wiederholt man diesen Part. Sehr geiles Ding. Ein würdiger Rausschmeißer mit fetten Riffs und geilen Soli. Kann man so machen.

Hier geht es für weitere Informationen zu My Darkest Hate – Rust and Bones in unserem Time For Metal Release-Kalender.

My Darkest Hate – Rust And Bones
Fazit zu Rust And Bones
Die Schwaben sind ja für ihre Geizigkeit bekannt und so auch bei My Darkest Hate, allerdings nur bei der Anzahl der Veröffentlichungen von Alben und zum Glück nicht bei der Qualität des Songwritings. Euch erwartet traditioneller Death Metal, der Laune macht. Recht finster, emotional, technisch und immer auf den Punkt. Da ich selber mich am Gesang versuche, muss ich hier die Vokalakrobatik des Herrn Enzler loben. Kommt alles sehr intensiv, emotional und druckvoll herüber und passt wie die berühmte Faust aufs Auge zur Qualität des gesamten Materials. Hinzu kommt eine Produktion, die ordentlich ballert. Sie hätten für mein Dafürhalten ein wenig mehr knüppeln können, aber das ist natürlich eine subjektive Ansichtsweise. Death-Metal-Lunatics, nicht nur der alten Schule, können ohne Bedenken zugreifen.

Anspieltipps: Rust und Sinister Warfare
Michael E.
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