Event: Walpurgisnacht 2026
Bands: Empyrium, Cult Of Fire, The Night Eternal, Istapp, Lamp Of Murmuur, Nornir, One Of Nine, Karg, Imha Tarikat, Agrypnie, Outlaw, Servant, Wilt, Maat, Diabolisches Werk, Myrdal
Ort: Orwohaus Berlin
Datum: 01.-02-05.2026
Genre: Black Metal, Death Metal, Extreme Metal
Während sich zum Hexentanz in Deutschland die eventaffinen Menschen zum Tanz um das Feuer treffen und es sich dabei ordentlich gut gehen lassen, wird im Berliner Orwohaus auf andere Art gefeiert. Es steht mal wieder die Walpurgisnacht an. Die Veranstalter vom De Mortem Et Diabolum rufen zur nun schon fünften (und leider letzten, wie seit ein paar Tagen bekannt ist) Walpurgisnacht. Auch dieses Jahr sind wieder einige Schwarzmetaller, Todesmetaller und Extremmetaller diesem Ruf gefolgt.
Freitag, der erste Festivaltag:
So auch wir. Praktisch am Feiertag gelegen, beginnt der Freitag mit der Türöffnung um 14 Uhr. Die Stimmung ist gewohnt locker und entspannt. Wir geben Rucksack und Tasche ab und schlendern schon einmal durch den Vorraum. Hier hat auch wieder die Künstlerin Drowned Orange einen kleinen Stand aufgebaut und verkauft Prints und Kleinigkeiten ihrer Kunstwerke. Am Ende des Abends wird auch das eine oder andere in unseren Besitz übergehen.
Pünktlich wie die Maurer beginnen Diabolisches Werk um 14:30 Uhr. Die Death-Metal-Combo aus Kiel reißt als Festivaleröffner schon ordentlich ab und bringt das Blut in Wallung. So wünscht man sich einen gelungenen Start.
Nach der Umbaupause steht schon der nächste Knaller in den Startlöchern. Wilt liefern ein feines Oldschool-Death-Metal-Set ab und begeistern damit selbst harte Black-Metalfans – und das trotz eines krankheitsbedingten Ausfalls. Vierzig Minuten Spielzeit gehen viel zu schnell rum. Dafür hat man nun Zeit, die trockenen Kehlen etwas zu befeuchten und noch einmal durch den Merchbereich zu bummeln.
Mit melodischem Death Metal geht es dann auch schon weiter und das erste Highlight des Tages erwartet uns. Die Herren von Outlaw hauen ordentlich in die Tasten und bescheren uns einen grandiosen Auftritt, der alle Gemüter in Verzückung bringt. Ursprünglich aus Brasilien, siedelte die Band nach Dresden um. Wir danken dem Metalgott, dass er dies der Band in ihrer elfjährigen Geschichte ermöglicht hat. Outlaw wollen wir unbedingt wiedersehen.
Nächster Programmpunkt sind Imha Tarikat, die schon von vielen heiß ersehnt werden. Wir schauen uns die ersten Songs an, entscheiden uns dann aber für eine Pause und genießen das herrliche Wetter. Bei schönstem Sonnenschein sitzen wir draußen im Außenbereich des Orwohauses und saugen die Festivalatmosphäre ein. Die Besucher, die nach dem Auftritt von Imha Tarikat aus der Halle kommen, sehen alle zufrieden und glücklich aus.
Für uns geht es weiter mit einer Entdeckung, die wir erst durch das Line-Up machen konnten. Auf One Of Nine sind wir daher sehr gespannt und wollen die 45 Minuten Stagetime nicht verpassen. Die US-amerikanischen Tolkien-Fans zollen dem bekannten Fantasy-Schriftsteller mit einem besonderen melodischen Black Metal ihren Tribut und kommen damit auch im Orwohaus sehr gut an. Tolle Melodien und harte Klänge versetzen die Besucher in eine entsprechende Atmosphäre. Auch wenn wir selbst keine großen Fantasyfreunde sind, begeistert es uns dennoch. One Of Nine bleiben bei uns auf dem Zettel.
One Of Nine sind auch deswegen heute auf der Walpurgisnacht, weil sie gerade mit Lamp Of Murmuur auf Tour sind. Das aktuelle Album The Dreaming Prince In Ecstasy gefiel uns sehr gut und Mastermind M. überrascht uns hier mit einer abwechslungsreichen Platte. Diese unter anderem nun auch live hören zu können, ist ein wahres Fest. Da geht uns das Herz auf und wir sind schon voller Vorfreude auf den nächsten Liveauftritt, der dieses Jahr noch kommen wird.
Um kurz vor zehn Uhr haben wir dann auch schon die vorletzte Band auf dem Programm erreicht. The Night Eternal passen auf den ersten Blick nicht so wirklich ins Line-Up. Es stellt sich aber schnell heraus, dass gerade dieser kleine Bruch hervorragend passt. Die Stimmung ist ausgelassen und alle genießen den Heavy Metal mit einer ordentlichen Portion Düsternis. Für uns ein Headliner, denn wir sind nach der Show ziemlich erledigt und begeben uns schon vorzeitig zurück ins Hotel. Im Line-Up folgen noch Cult Of Fire, die Bildern und Berichten zufolge ein erstaunliches Bühnenbild mit allerlei Obst und Gemüse aufgebaut haben. Die Band, die sich das Hindu- und Buddhistenthema auf die Fahne geschrieben hat, ist zwar noch recht jung, hat sich aber dennoch bereits einen Namen in der Black-Metal-Szene machen können. Uns ist das Ganze live zu viel und auch unsere Freunde, die am nächsten Tag vom Auftritt berichtet haben, sind aufgrund dessen eher nach Hause gegangen.
Samstag, der zweite Festivaltag
Auch am zweiten Tag des Walpurgisnacht Festivals stehen wir wieder pünktlich zur Türöffnung vor dem Orwohaus. Heute verspricht das Line-Up noch ein klein wenig besser zu werden. Wir starten auch gleich mit dem Leipziger Duo Myrdal, die wir schon bei anderen Gelegenheiten erleben konnten. Gewohnt rohe skandinavische Black-Metal-Klänge dringen durch die schon gut gefüllte Halle, und auch heute kann man von einem gelungenen Start in den Tag sprechen. Wer die Chance hat, Myrdal live zu erleben, sollte es tun.
Nach der bekannten Umbaupause folgen die lokalen Detah Metaller Maat. Mit entsprechenden Outfits und musikalischen Einflüssen verwandeln die Musiker die Bühne in eine tolle Atmosphäre, die an das alte Ägypten erinnert. Der Auftritt kommt gut an und auch Maat selbst zeigen viel Spielfreude.
Auf den nächsten Programmpunkt haben wir uns schon sehr im Voraus gefreut. Servant erinnern uns so manches Mal an frühe Behemoth-Zeiten, und mit ihrem sehr melodischen Black/Death Metal steigt die Stimmung. Der mitreißende Auftritt der Niedersachsen geht viel zu schnell zu Ende und hat Highlight-Charakter. Wir wollen Servant unbedingt noch mal sehen.
Weiter im Line-Up geht es mit Agrypnie, die ein Konzert zum Niederknien hinlegen. Mit viel Melodie und Atmosphäre, gepaart mit hervorragendem Black Metal, ziehen sie uns in ihren Bann. Michael Kogler, Sänger der später noch auftretenden Band Karg und auch bekannt von Harakiri For The Sky, gesellt sich für einen Song mit auf die Bühne. Die Bands sind gemeinsam mit Servant und Outlaw auf Tour. Ein Package, was es definitiv in sich hat.
Nach einer kurzen Pause geht’s dann auch mit unserem nächsten Favoriten für heute weiter. Karg geben sich die Ehre und erfreuen das Orwohaus-Publikum mit ihrer Show. Wer sich mit Post Atmospheric Black Metal beschäftigt, kommt um die Combo um Michael Kogler nicht drumherum. Die Livepräsenz ist fesselnd und die Stimmung ebenso. Das Konzertpublikum ist verzückt und honoriert den Auftritt mit viel Applaus.
Nornir kann man durchaus als aufstrebende Newcomer in der Black-Metal-Szene bezeichnen. Die Band um Sängerin Lethian ist nicht umsonst auf dem drittletzten Platz der Running Order gelandet. Wir haben die Sachsen erst letztes Jahr in Chemnitz mit The Spirit und Groza erleben dürfen und sind auch heute wieder ganz gespannt. Nornir enttäuschen nicht und liefern einfach hab. Fantastischer Black Metal, der mitreißt und nach mehr verlangt, geht nach knapp fünfzig Minuten zu Ende. Wir sind Fans!
Vorletzter Programmpunkt sind heute Istapp. Die schwedischen Melodic-Black-Metalheads beschrieben ihren Stil selbst als True Blekingsk Black Metal. Der Name der Band stammt aus dem Schwedischen und bedeutet Eiszapfen. Passend eiskalt und hart ist auch der Sound, und dass der beim Berliner Publikum gut ankommt, wird schnell klar. Ausgelassen und energiegeladen geht es auf und vor der Bühne ab.
Und schon sind wir beim letzten Konzert des diesjährigen Walpurgisnachtfestivals angekommen. Der große und letzte Headliner ist 2026 Empyrium. Markus Stock, bekannt aus der Band The Vision Bleak, und Bandkollegen liefern eine großartige Bühnenpräsenz ab und sorgen für einen gebührenden Abschluss des 2026er Walpurgisnacht Festivals.
Wie in den Vorjahren war die Walpurgisnacht im Orwohaus Berlin wieder eine familiäre und super organisierte Veranstaltung, die keine Wünsche offenlässt. Leider haben die Veranstalter wenige Wochen nach dem Festival bekannt gegeben, dass die Walpurgisnacht so nicht mehr stattfinden wird. Das ist sehr schade, aber die Gründe sind verständlich. Wir freuen uns dennoch auf das De Mortem Et Diabolum im Dezember, das weiterhin bestehen bleiben wird.











