Leper Colony – Back To Primal Sludge

08.10.2026 - Death Metal - Testimony Records - 31:33 Minuten

Ach ja, da ist er wieder, der gute alte Rogga Johansson. Welch ein Arbeitstier. Wenn Death Metal wie Blut übertragbar wäre, würde Rogga wohl ständig im Krankenhaus liegen. Blutgruppe 666 oder so. Der Mann hat ja tausend Projekte und die fünf Leute, die meine Reviews lesen und meine Radiosendung hören, wissen, dass ich sein Schaffen sehr schätze. Und wenn man Marc Grewe noch als Sänger in den Reihen hat, kann ja auch gar nichts schiefgehen. Seit 2023 kann man ihre Ergüsse hören und nun liegt das dritte Album namens Back To Primal Sludge via Testimony Records vor.

Wie ein knatterndes Donnerwetter geht es druckvoll und im Midtempo zu Beginn von Madness Is A Kingdom los. Und was soll ich sagen? Einen alten Death-Metal-Recken wie mich haben sie sofort im Boot, denn alle meine beiden Gehirnzellen fühlen sich sofort angesprochen und abgeholt und die Hörmuscheln neigen sich gen Norden, wenn die Riffs des Großmeisters Rogga ihren Ausgang haben. Die Produktion ist absolut wuchtig und drückt einen förmlich in die Ecke. Kurze Zeit später setzt der markante und zielgerichtete Gesang von Marc ein, der ja immer ziemlich geil und zerstörend klingt und eben sehr passend zum langsamen Tempo und folgenden Midtempo passt. Die Riffs sind natürlich absolute Killer, muss ich ja nicht extra betonen. Das flutscht und groovt dermaßen böse. Herrlich. Sicherlich auch nicht neu, klaro, aber absolut heftig und nach einigen Sekunden ist mir eigentlich schon klar, dass mir das Album gefallen wird, zumal sie nach circa einer Minute ins Uptempo wechseln und gefühlt zur genau richtigen Zeit. Ein geiler Old-School-Death-Metal-Part. Fiese Screams und Growls lassen dann den Refrainpart erzittern. Madness Is A Kingdom erklingt es mehrfach aus den Boxen. Hinzu gesellt sich ein melodisches, im Midtempo vorgetragenes Riff. Ach ja, was herrlich! Man bleibt im Midtempo und groovt wieder. Schön. Dieser Druck, der von der Produktion ausgeht, ist echt derbe. Gefällt mir. Wieder zurück zum Uptempo und dann den geilen Refrainpart. Break und ein langsamer Mitbangpart, der an alte Unleashed erinnert. Und wieder in die melodische Ecke mit Textwiederholung. Wow, der Opener hat es absolut in sich. Am Ende ein kleines Outro und fertig ist die Geschichte.

Mit einem fetten Uftata legt man bei These Blades los und hier zeigt man sich auch ein wenig von der crustigen Seite, aber man bleibt im Midtempo. Die Riffs übernehmen wieder die Oberhand und die Doublebass wird gezündet. Dieser Uftata-Part dominiert aber den Song, bis man dann zu einem langsamen, melodischen Lead einlädt und diesen Part einfach weiterverarbeitet. Der Song geht noch nicht einmal drei Minuten und diese Zeitspanne reicht meines Erachtens meistens auch aus, um einen guten Death-Metal-Song zu kreieren. Kurzes Solo und irgendwie mit einer Handbremse versehen, geht man hier zu Werke. These Blades ist aber kein typischer Leper-Colony-Song.

Mit Dead Soul Consortium holt man die Groove-Fraktion absolut ins Boot. Mit fetten Midtempo-Attacken knattert man durch das Gebälk. Der Song atmet und lebt von der Doublebass, den atonalen Gitarren und den Vocals. Eine kleine Melodie als Solo und fertig.

Thrown To The Pigs liefert gleich zu Beginn erst einmal ein geiles Riff, der Song an sich kommt relativ normal aus den Boxen. Der Fokus wird hier auf den fetten Refrain-Part gelegt und eben dieses geile melodische Riff.

Back To Primal Sludge ist dann wieder eine Death-Metal-Attacke der alten Schule, wie sie im Buche steht. Der Kopf des geneigten Zuhörers geht rauf und runter. Die Riffs fetzen und sind keine Stangenware. Marc experimentiert beim Gesang kurz mit Effekten. Der schleppende, langsame, aber druckvolle Part ist gnadenlos düster und das Solo hat es absolut in sich. Technische Spielereien inklusive, aber natürlich alles im Namen der alten Schule.

Auch Flesh Grater nimmt mich von Anfang an mit. Kleiner atmosphärischer Einstieg und dann geht die wilde Death-Metal-Sause los. Die Drums treiben ohne Ende und die Harmonien sind teilweise abgehackt. Wird sicherlich kein Klassiker werden, macht aber absolut Laune.

Zu Seelenjäger hat man ein weiteres Video herausgehauen. Der Song ist nicht auf Deutsch, sondern nur der Songname wird von Marc gescreamt und das so was von geil. Unbedingt anhören, total geil! Aber nicht nur die Gesangsleistung ist fett, auch der Song an sich. Sehr abwechslungsreich und sogar ein wenig progressiv, aber natürlich bleibt man in der Death-Metal-Welt, die wir alle so lieben. Eine sehr geile Mischung aus Härte, Tempo und Atmosphäre. Brett!

Harness The Undead – ist das eine stabile Abrissbirne! Ausruhen war gestern, hier geht es tempomäßig noch einmal ordentlich zur Sache. Man haut ordentlich einen raus und ein Solo mit atonaler Gitarre gibt es gratis. Und dann dieser Groove. Herrlich.

Beneath The Fat And Gristle fasst dann am Ende noch einmal alles zusammen und die Liebe zum Death Metal der alten Schule wird mehr als deutlich. Hier regiert zu Beginn das Tempo und John ballert sich im Sinne der alten Schule die Seele aus dem Leib. Man wechselt in einen melodischen, atmosphärischen Part inklusive Solo und lässt den Song so ausklingen. Nicht ganz, denn ganz zum Schluss gibt es noch ein kleines Outro.

Hier geht es für weitere Informationen zu Leper Colony – Back To Primal Sludge in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Leper Colony – Back To Primal Sludge
Fazit zu Back To Primal Sludge
Obwohl der gute Rogga ja mit John Rudin an den Drums und mit Hakan Stuvemark an der zweiten Gitarre (hier nur als Gast) des Öfteren zusammenarbeitet, klingt das Material von Leper Colony etwas anders und macht totale Laune.
Der Herr Johansson hat natürlich wieder den Bass und die Lead- und Rhythmusgitarre übernommen, klingt aber extrem abwechslungsreich, zumindest, wenn man den Rogga-Kosmos zugrunde legt. Ein sehr starkes, energiegeladenes, und ideenreiches Old-School-Death-Metal-Album, welches fett produziert wurde und knallt ohne Ende. Kongeniale Riffs, absolut geiles Drumming und eine Meisterleistung von Marc Grewe am Gesang. Stark.

Anspieltipps: Madness Is A Kingdom und Seelenjäger
Michael E.
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