Armored Saint – Punching The Sky

Neues Album zum 40. Geburtstag

Artist: Armored Saint

Herkunft: Pasadena, Kalifornien, USA

Album: Punching The Sky

Spiellänge: 53:35 Minuten

Genre: Heavy Metal, Hardrock

Release: 23.10.2020

Label: Metal Blade Records

Links: http://armoredsaint.com
https://www.facebook.com/thearmoredsaint

Bandmitglieder:

Gesang – John Bush
Gitarre – Jeff Duncan
Gitarre – Phil Sandoval
Bassgitarre – Joey Vera
Schlagzeug – Gonzo Sandoval

Tracklist:

  1. Standing On The Shoulders Of Giants
  2. End Of The Attention Span
  3. Bubble
  4. My Jurisdiction
  5. Do Wrong To None
  6. Lone Wolf
  7. Missile To Gun
  8. Fly In The Ointment
  9. Bark, No Bite
  10. Unfair
  11. Never You Fret

Eine der wohl unterbewertetsten Bands im Hardrock und Metalzirkus wird 2020 40 Jahre alt und liefert dazu ihr achtes Studiowerk. Der Sänger John Bush widerstand Abwerbeversuchen von Metallica in den 80ern, war dann später Sänger bei Anthrax für einige Jahre, und Armored Saint lösten sich 1992 offiziell auf. Seit 2000 sind die Herren wieder auf den Bühnen dieser Welt zu bestaunen, immer noch nicht die ganz großen Bühnen, aber immer gut, sowohl live als auch im Studio. Bassist Joey Vera ist parallel u.a. bei Fates Warning zu hören sowie mit Scott Ian (Anthrax) bei Motor Sister, welche in diesem Jahr beim virtuellen Wacken Festival auftraten. Die Besetzung der Band ist über all die Jahre recht konstant, Gitarrist und Mitbegründer Dave Pritchard verstarb 1990 an Leukämie, ansonsten gab es so gut wie keine Veränderungen. Longplayer wie March Of The Saint (1984), Raising Fear (1987) oder Symbol Of Salvation (1991), welches in großen Teilen dem verstorbenen Dave Pritchard gewidmet wurde, genießen auch heute noch großen Respekt. Auch die Werke der letzten Jahre wie Carpe Noctum (2017), Win Hands Down (2015) oder La Raza (2010) erhielten hervorragende Kritiken. Armored Saint, eine Band, die eigentlich unglaublich starke Musik über Jahrzehnte liefert, aber dafür nicht den Lohn einfahren konnte, den man eigentlich verdient hätte. Ich habe das Quintett letztes Jahr auf der Bühne erleben dürften. Man war als Co-Headliner mit Metal Church unterwegs und lieferte wie immer voll und ganz ab.

Joey Vera als Produzent rekrutierte das gleiche Engineering-Team, welches an Win Hands Down arbeitete. Joey dazu: „Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten, denen ich vertraue und mit denen ich eine gute persönliche Beziehung habe. Aus demselben Grund habe ich Jay Ruston engagiert, um die Platte zu mischen. Es ist wichtig, mit Menschen zusammenarbeiten zu können, die verstehen, was das Endziel ist.“

Standing On The Shoulders Of Giants liefert zunächst ein Intro, welches nach Highlands klingt. Ein wenig erinnert der Start an March Of The Saint in der 2000er Version. Es folgt ein klassischer Heavy Metal Track, sehr zugänglich und rund mit starker Stimme von John. Armored Saint, wie man sie kennt und schätzt. End Of The Attention Span gibt noch etwas mehr Gummi und knüpft ansonsten nahtlos an den Opener an. Bubble kommt anfänglich erst mal mit elektronischen Samples rüber, das Tempo wird reduziert und es wird mehr Hardrock mit Midtempo Passagen, intensiver Gitarrenarbeit und einem Refrain, der zum Mitgrölen oder Headbangen einlädt. My Jurisdiction bleibt beim klassischen Rock der 80er-Jahre. Do Wrong To None erinnert nach dem Intro etwas an typischen US-Hardrock der 80er und 90er, wie z.B. von Aerosmith, die Gitarren werden kräftig geschrubbt, allerdings finde ich den Refrain wenig überzeugend, da fehlt mir etwas die Dynamik. Lone Wolf kommt als melodischer Rocker um die Ecke, Missile To Gun nimmt den metallischen Pfad wieder auf, es wird deutlich schneller. John klingt für mich richtig schön aggressiv dann und wann, starker Refrain dazu und eine klasse Nummer insgesamt. Fly In The Ointment kommt als Hardrock aus den Boxen, der vor allem im Refrain Spaß macht, die Midtempopassagen sind mir etwas zu wenig, da geht mir die Power zu sehr flöten. Es bleibt rockig mit Bark, No Bite – etwas mehr Biss als beim Vorgänger ist aber vorhanden und man verlässt die auf dem Album vorherrschende Songstruktur und sorgt so für Abwechslung. Bei Unfair wird John lange Zeit nur mit Gitarre und Percussions begleitet, eine Rockballade muss ja noch sein, die Gitarren und Drums kommen erst im letzten Drittel dazu. Der Rausschmeißer heißt Never You Fret, es geht erst mal mit folkloristisch Tönen los, das Tempo wird aber schnell angezogen und mit einer Nummer zwischen Hardrock und Metal im 80er/90er-Jahre Style wird der Hörer aus dem Werk begleitet.

Armored Saint – Punching The Sky
Fazit
Armored Saint klingen wie Armored Saint und müssen sich ganz bestimmt nicht neu erfinden oder in irgendeiner Art beweisen. Man bewegt sich dort, wo man immer zu Hause war, irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal und Hardrock. Der Anfang der Scheibe überzeugt mich voll und ganz, aber es gibt den einen oder anderen Track, der nicht den tiefen Eindruck bei mir hinterlässt, wie z.B. Do Wrong To None oder Lone Wolf. Insgesamt aber eine gut hörbare Scheibe, die im hinteren Teil etwas weniger Heavy ist, aber dafür einiges an Abwechslung bietet. Für Anhänger des 80er und 90er Hardrock und Metal ist das neue Werk auf jeden Fall eine Empfehlung.

Anspieltipps: Standing On The Shoulders Of Giants, End Of The Attention Span und Missile To Gun
Jürgen F.
8.5
Leser Bewertung1 Bewertung
8.5
8.5
Punkte
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