Assault – A Blind Eye

Thrashige Salven bringen den Eriesee zum Grooven

Artist: Assault

Herkunft: USA

Album: A Blind Eye

Spiellänge: 35:08 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 15.07.2022

Label: Eigenproduktion

Link: https://assaultcle.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Dylan Andras
Gitarre – Dom Velioniskis
Bassgitarre – David McJunkins
Schlagzeug – Owen Pooley

Tracklist:

  1. Death Solution
  2. A Blind Eye
  3. Antebellum
  4. The Second Head Of The Snake
  5. Obey/Decay
  6. Leech
  7. Obliviate
  8. Let It Burn

Dieses junge Quartett aus Ohio, Cleveland, hat sich sicherlich nicht den einfachsten Namen ausgesucht (denn die Verwechslungsgefahr ist ziemlich groß), machen aber dafür ordentlich Laune. So viel schon einmal vorweg. Nach der Gründung knallte man im Jahre 2018 gleich ein Demo heraus und nun lässt man das Debütalbum folgen. Leute mit hohen, weißen Turnschuhen wird es freuen, denn hier regiert der Thrash Metal.

Los geht es mit Death Solution. Gleich ein ordentlicher Schlag ins Gesicht. Straighter Beginn, so wie ich es mag. Thrash Metal straight in your face. Geradeaus auf die Zwölf, mit feinem Riffing. Ab geht es in einen groovigen Part. Der Sänger screamt sich die Seele aus dem Leib. Der Refrainpart kommt mit einem Chorus und ein wildes Solo folgt. Sehr fett. Sicherlich nicht nur, klar, hat auch keiner erwartet, aber schon ganz geil. Innerhalb des Parts wird das Tempo gesteigert und der Refrainpart ist mal richtig fett. Eine Gitarre spielt vorweg, der Bass setzt mit ein und dann wird erst einmal fachmännisch gegroovt. Ein melodisches Solo folgt und weiter geht es. Die Burschen wissen, wie man das Rad dreht, auch wenn man es nicht neu erfindet. Das Solo ist vielleicht auch ein wenig zu lang, kommt aber wirklich gut. Der Refrainpart wird erneut zum Besten gegeben, der Bass knallt noch einmal zwischendurch. Und am Ende gibt man noch einmal so richtig Gummi, so wie zu Beginn. Guter Beginn, definitiv und man hört sofort, dass die Burschen einen Auftrag haben und wissen, was sie machen wollen. Schön ist, dass man dem Basser genügend Raum lässt, um sich zu entfalten. Diese Strategie ist auf dem ganzen Album zu hören.

Bei A Blind Eye, dem Titeltrack, lässt man es ein wenig ruhiger angehen. Aber auch hier können sie mich mit auf die Reise nehmen, vor allem durch das sehr gelungene Riffing. Auch im groovigen Gewässer kann man den Kopf gut hin und her bewegen. Einige Vorspieler, einige Gitarrenquietscher und gut betonende Drums liefern eine gesunde Abwechslung und lassen ein wenig die alten Metallica heraushängen. Aber auch Pantera haben die Burschen das eine oder andere Mal im Proberaum gehört. Kommt auch ganz gut. Allerdings werden kleine moderne Spielereien beim Sound mit eingebaut, aber nur kurz. Vom Prinzip her liegt der Fokus auf dem Groove und dieser ergibt durchaus Laune, auch wenn man meines Erachtens den Anfang ein wenig zu lang gestaltet. Das Tempo wird dann zwischendurch ein wenig erhöht, aber man bleibt maximal im Midtempo. Dann wird es wieder langsamer, ein Sprechgesang erfolgt und es folgt wieder ein melodisches Solo. Dieses ist durchaus gelungen, keine Frage, aber auch hier ist mir der Part irgendwie zu lang, obwohl sie sehr abwechslungsreich zu Werke gehen. Nach einigen Vorspielern wird es dann wieder sehr groovig.

Die Burschen sind sehr bemüht, das Album so zu gestalten, dass es sowohl aggressiv als auch groovig klingt und so knüppelt man bei Antebellum ordentlich drauflos. Hier gibt man von Anfang an gleich richtig Gummi und wechselt dann in einen rhythmischen Part. Gangshouts begleiten die aggressiven Vocals des Genossen Dylan. Sehr gut. Diese Mischung aus schnellen und eben groovigen Parts kommt genau richtig. Der Hauptpart wartet mit richtig fettem Riffing auf und es wird ordentlich Druck erzeugt. Geiles Stück, vor allem vom Riffing und vom Drumming her erzeugt man eine sehr gelungene Brutalität. Das Tempo wird dann am Ende noch einmal richtig angezogen und nach 158 Sekunden ist die Messe gelesen. So mag ich es. Knackig und auf den Punkt gebracht.

Assault hätten bei der Bandnamenauswahl ruhig ein wenig kreativer sein können, aber es ist ja heutzutage auch schwer, einen neuen Namen zu erhalten, der knackig ist. Die Band gehört quasi zur New Wave of Thrash Metal und dieses hört man auch. Okay, die Welle gibt es jetzt auch schon zwanzig Jahre, aber was soll’s. Zum Glück wird diese Welle gerade so richtig ausgebaut und viele Bands haben wieder Bock, dem guten Thrash Metal Atem einzuhauchen. So eben auch Assault.

Die Burschen sind jetzt nicht die richtigen Knüppelfreaks, haben aber schon ein gutes Händchen für das Songwriting und machen irgendwie einfach nur Spaß. Diese liegt sicherlich auch an der Stimme, aber auch an dem Rhythmusgefühl, wie man bei The Second Head Of The Snake sehr gut hören kann. Die alten Helden, u.a. Metallica werden abgefeiert, aber man versucht, auch ein wenig modern zu klingen.

Assault – A Blind Eye
Fazit
Bei den jungen Amis von Assault hört man förmlich den Spielspaß heraus. Sehr wild, aber doch kontrolliert und mit sehr gutem Songwriting geht man zu Werke. Die Stimme erledigt dann den Rest. Thash 'em all. Gutes, thrashiges Album von einer Band, die man im Auge und in den Ohren behalten sollte. >br>
Anspieltipps: Death Solution und Antebellum
Michael E.
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