Bruce Soord – Bruce Soord

“Akustischer UK-Indie-Chillout“


Artist:
Bruce Soord

Herkunft: Großbritannien

Album: Bruce Soord

Spiellänge: 40:00 Minuten

Genre: Indie Rock, Alternative, Pop

Release: 27.11.2015

Label: Kscope

Link: http://www.brucesoord.com/

Tracklist:

  1. Black Smoke
  2. Buried Here
  3. The Odds
  4. A Thousand Daggers
  5. Willow Tree
  6. Born In Delusion
  7. Field Day Pt. 1
  8. Field Day Pt. 2
  9. Familiar Patterns
  10. Leaves Leave Me

Bruce Soord - Bruce Soord

Als Frontmann von The Pineapple Thief klampft und singt sich Bruce Soord auf einem vergleichbaren Progressive Rock-Niveau wie Muse. Weniger stromgitarrenlastig geht es hingegen auf seinem kürzlich erschienenen Solodebüt zu. Hierbei liegt der Fokus fast ausschließlich auf Akustikgitarren mit Pianobegleitung. Bereits 2013 lieferte er mit Jonas Renkse (Ex-Katatonia) ein höchst interessantes Werk (Wisdom Of Crowds) ab, was tanzbar, mit E-Gitarren versehen, eingängig und trotzdem experimentell daher kam.

Eingeleitet wird die Platte mit Black Smoke. Sanft hämmerndes Klavier und die lieblich-melancholisch hohe Stimme von Soord sorgen für einen sanften und gelassenen Einstieg. Interessant, wenn man von Sigur Rós gar nicht genug bekommen kann und Alternativen zu den Isländern gern gesehen sind.

Relaxt geht’s weiter mit Buried Here. In der Hängematte liegen und einfach den ganzen Tag nichts tun, völlige Gelassenheit und Einklang mit sich selbst. Ein langsam schleppender Takt und unauffälligste Gitarrenarbeit im Hintergrund den gesamten Song über.

Genug geruht, Titel drei mit dem Namen The Odds zerrt einen aus dem Schaukelstuhl direkt auf die Tanzfläche. Fast schon auf der Funk-Schiene lässt Soord dabei das erste Gitarrensolo auf den Zuhörer los. Hat alles in allem eine gewisse Ähnlichkeit mit Electric Light Orchestra.

Als fünfter Track weiß Willow Tree Spannung aufzubauen. Unscheinbar beginnt dieser harmlos mit Akustikzupferei. Nach der ersten Strophe setzen Drums ein, erst sanft, nach einem Break aber immer lebhafter. Die unterstützenden Posaunen werden intensiver, alles wird mächtiger, aber immer noch akustisch, bis sich alles disharmonisch aufbäumt und in sich zusammenfällt. Ein wenig Brutalität durch fette verzerrte Gitarren hätte dem Ende des Songs womöglich sogar gut getan und dem Album eine gehörige Post-Rock-Kante hinzugefügt. Aber das wäre Meckern auf höchstem Niveau und letztendlich Geschmacksfrage.

Born In Delusion läuft ebenfalls nicht gerade vor Lebensfreude strotzend weiter. Bis jetzt hat hier Bruce Soord nicht wirklich das Bedürfnis, Blumen zu pflücken, Bollerwagenrennen zu fahren und jedem das Leben schön zu reden. Alles hat eine passionierte, fast schon traurige Klangfarbe. Verträumt, aber auf keinen Fall im kindlichen Sinn. Es ist mehr das Bild von einem kargen Herbsttag.

Field Day Part 1 weiß mit Tempowechsel, ungewöhnlich auffallenden Drums und dem atmosphärischen E-Gitarrenhandwerk im Hintergrund absolut zu überzeugen. Part 2 bleibt da eher gemäßigter und lässt alles simpler ausklingen. Schade, denn der Wechsel von laut zu leise gelingt großartig im ersten Part und gefällt dadurch.
Mehr wäre wirklich nicht weniger gewesen.

Als vorletzten Titel gibt’s in Familiar Patterns nicht nur Bassdrum-Hall, sondern eine begleitende Violine mitsamt Reverb-Effekt für den Sechssaiter obendrein. Alles wieder in langsamster Wellnesshotel-Geschwindigkeit. Ein Sigur Rós-Vergleich ist nicht abzuwenden, stark!

Leaves Leave Me überzeugt durch den Bruce Soord-Chor, passend eingebaute Schulhofstimmen, Gitarrenüberlagerung und hämmerndem Klavier ähnlich wie zu Anfang des Albums. Einfach schön.

Fazit: Progressive kann man das hier alles in allem nicht mehr nennen. Dafür ist der Aufbau doch zu vorhersehbar und seicht, obwohl die musikalische Finesse absolut außer Frage steht. Auch für die Sparte Rock ist das noch zu viel Watte. „Anspruchsvoller Akustik-Pop mit Dance-Einlagen“ trifft es aber ganz gut. Deshalb eignet sich Bruce Soords Erstlingswerk optimal für den Feierabend zum Abschalten und Eindringen in tiefste Gedankensphären.

Anspieltipps: Willow Tree, Field Day Part 1 und Familiar Patterns
Glenn V.
7.5
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