Dunkle Gedanken bei ausgeschaltetem Licht – was für ein desolates Bild malen die Worte dieses Titels im Kopf? Ist die Musik dahinter so trostlos wie der Titel? Sind die Texte wirklich so farblos? Die Briten aus der legendären Heimatstadt Black Sabbaths geben uns eine Dreiviertelstunde physisch das zu fühlen, was sie unmittelbar ausdrücken möchten. Am Ende des Tunnels gibt es gar kein Licht. Wird es auch nicht mehr geben. Das machen Cattle Hammer auf Dark Thoughts With Lights Out unmissverständlich klar.
Bevor die Captive Bolt Pistol erfunden wurde, war der Cattle Hammer das Werkzeug der Wahl, um dem Vieh den Gar auszumachen. Viel Blut, viele Schmerzen, viel Leid. So auch der Blick der drei Doomster auf die Welt, in der sie leben. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, wenn es darum geht, möglichst viel von vorher Genanntem zu erzeugen. Bei Freund und Feind. Die vier Songs sind zwischen neun und 14 Minuten lang und walzen das Schlechte in der Welt genüsslich aus. Und davon gibt es zur Genüge.
Welche Hölle habt ihr uns beschert, Black Sabbath!
In adäquater Lautstärke genossen, lassen Gloomsower, Rotting, Body Puzzle und Watchmen, Alone die Ohren bluten. Die Stücke sind so niederschmetternd, wie sie groovig sind, so kolossal, wie sie verspielt sind, und so schändlich wie Himmel und Hölle vereint. Die tiefen Saiten bringen mit jedem der wenigen Anschläge die Luft zum Vibrieren, während das Schlagzeug zwischen Rhythmus und Leere pendelt. Erlesene Qual mit viel Hingabe und Vielfalt. Die Jungs von Cattle Hammer klauen nur bei den Guten von den Schlechten, wie Eyehategod oder Grief, aber auch bei Winter und Buzzov-En.
So richtig fahren sie die Schreckensnummer mit den Vocals, die von schmerzerfülltem Geschrei über sterbendes Gegurgel und gequälte Growls bis hin zu dunklen erzählerischen Momenten und emotionslosen Spoken-Word-Samples reichen. Das einzig Menschliche an diesem deprimierenden Hörspiel wird zudem buchstäblich von dem massiven, bedrückenden Sound zunichtegemacht. Schönheit hat hier keinen Platz, nur Siechtum und Verderben. Wenn es schon einmal so etwas wie Harmonien gibt wie in Gloomsower, dann sind diese hässlich und von einem bösen Unterton.
Hier geht es lang für weitere Informationen zu Cattle Hammer – Dark Thoughts With Lights Out in unserem Time For Metal Release-Kalender.



