Gavial – Thanks, I Hate It

23.01.2026 - Psychedelic Blues Rock, Exile On Mainstream Records – 43:44 Minuten

Ein neues Kapitel mit klarer Haltung

Mit Thanks, I Hate It veröffentlichen Gavial ihr neues Album und knüpfen dabei konsequent an die Entwicklung an, die mit Vor begonnen hat. Knapp drei Jahre nach diesem Einschnitt zeigt sich die Band heute gefestigter denn je. Verwurzelt im Dreieck Berlin–Dresden–Leipzig und bestehend aus Benjamin Butter (Gesang, Gitarre), Conrad Brod (Schlagzeug), Paul Kollascheck (Bass) und Paul-Willy Stoyan (Gitarre), präsentieren sich Gavial als eingeschworenes Kollektiv mit geschärfter Identität. Erscheinen wird Thanks, I Hate It am 23.01.2026 über Exile On Mainstream Records, auf schwarzem Vinyl.

Rückblick und bewusste Zäsur

Die Geschichte von Gavial reicht fast 15 Jahre zurück. Was einst als Projekt mit spielerischer Referenz an einen Nirvana-Song begann, entwickelte sich über mehrere Alben, Touren und Kollaborationen zu einer festen Größe im alternativen Underground. Mit der Umbenennung von Tourette Boys in Gavial und dem Album Vor wurde 2023 eine bewusste Zäsur vollzogen – getragen von dem Anspruch, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen. Thanks, I Hate It ist nun ein weiteres Ergebnis dieser Neuausrichtung und wirkt in jeder Hinsicht entschlossener.

Klangliche Vielfalt ohne Schubladen

Musikalisch verweigert sich das Album klaren Genregrenzen. Gavial arbeiten mit Spannungsbögen, Dynamik und Atmosphäre statt mit klassischen Songstrukturen. Der Opener Control ist minimalistisch und konzentriert, Koru Mindset setzt auf Tempo und rhythmischen Drive. Grow greift erdige, bluesige Elemente auf, während Pretender und Leviathan sich in ausgedehnten, psychedelischen Passagen verlieren, ohne an Fokus einzubüßen. Mit Wandern wird ein älterer Song neu interpretiert und als Zeichen des gewachsenen Zusammenspiels neu verortet. Der Abschluss mit Chris Isaaks Wicked Game wirkt überraschend, fügt sich jedoch stimmig in das Gesamtbild ein.

Gegenwart als Reibungsfläche

Inhaltlich ist Thanks, I Hate It tief in der Gegenwart verankert. Die Texte reflektieren eine Welt im Dauerkrisenmodus: gesellschaftliche Spaltung, politische Rückschritte und ein Gefühl kollektiver Erschöpfung. Der Albumtitel bringt diese Haltung pointiert auf den Punkt – als bitter-ironischer Kommentar auf den Zustand der Dinge.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Gavial – Thanks, I Hate It in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Gavial – Thanks, I Hate It
Fazit zu Thanks, I Hate It
Thanks, I Hate It ist ein intensives, vielschichtiges Album. Gavial zeigen sich musikalisch gereift, inhaltlich klar positioniert und kompromisslos in ihrer Umsetzung. Ein musikalisches Statement.

Anspieltipps: Control, Grow und Leviathan
Juergen S.
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