Hartmann – Twenty Times Colder

19.09.2025 - Classik Rock - Pride & Joy Music - 48:26 Minuten

Hartmann ist die Band um Sänger, Gitarrist und Songwriter Oliver Hartmann, die seit den frühen 2000ern die deutsche Melodic-/Hard-Rock-Szene prägt. Gebürtig in Rüsselsheim am Main, machte sich Oliver zuerst als Mitglied von At Vance und als gefragter Gastmusiker (etwa bei Avantasia) einen Namen, bevor er seine Solo- und Bandprojekte vorantrieb. Unter seinem Namen erschienen seit 2005 mehrere Alben, Tourneen und Kollaborationen mit internationalen Rock-Acts; die Band vereint klassischen, gitarrenorientierten Rock mit melodischer Songschreibe und einer markanten, warmen Stimme als Identifikationsmerkmal. Mit Twenty Times Colder feiert das Projekt zugleich zwei Jahrzehnte Bandgeschichte. Die Besetzung des Albums gleicht einer Supergroup. Neben Oliver Hartmann stehen Markus Nanz an den Keyboards, ex-Freedom Call Bassist Armin Donderer sowie Markus Kullmann (John Diva, Voodoo Circle, ex-Glenn Hughes) an den Drums in der Bandliste.

Hartmann 2025 Bandfoto: Quelle Pride & Joy

Hartmanns elftes Studioalbum tritt an wie ein vertrauter Freund, der einem bei offenem Kamin gegenüber Platz nimmt: warm produziert, handwerklich souverän und gespickt mit der Stimme eines Mannes, der weiß, wie man Geschichten singt. Die Platte erschien am 19. September 2025 und ist als Jubiläumsrelease konzipiert. Sie bietet melodischen Rock zwischen Classic-Feeling und modernem Schliff.

Was sofort auffällt, ist das klare, druckvolle Klangbild. Gitarren und Stimme sind präsent, der Mix lässt Raum für akustische Zwischenspiele, ohne an Durchschlagskraft zu verlieren. Besonders überzeugt Hartmanns Gesang. Seine Betonung macht aus simplen Refrains emotionale Ankerpunkte. Das eröffnende Titelstück Twenty Times Colder fungiert als gutes Beispiel, denn es ist atmosphärisch, mit einer eingängigen, unaufgeregten Hook.

Musikalisch bewegt sich das Album sicher im Bereich des melodischen Hardrock/AOR. Midtempo-Nummern, wohlplatziertes Piano, gefühlvolle Balladen und zyklisch aufbauende Gitarrenleads prägen das Album. Stücke wie This Heart und Remember Me sind emotionale Höhepunkte. Die Single This Heart als melodische AOR-Nummer mit großem Refrain und Ohrwurm-Qualitäten, Remember Me als ruhiges, finales Stück mit folkigen Zwischentönen, das den Hörer sanft entlässt. No One But You gefällt wegen seines bluesigen Grooves, dominanten Basses und einprägsamen Solos. Der Track besticht zudem durch die starke Basslinie und die dunklen, melodramatischen Parts.

Die Arrangements sind eher behutsam als bombastisch. Hitmomente im Sinne von sofortigen Refrains, die sich ins kollektive Gedächtnis brennen, fehlen. Für Hörer, die pure Epik erwarten, kann das enttäuschen, Fans solider Songwriter-Arbeit und guter Stimmen werden hingegen reich belohnt.

Produktion und Songwriting wirken reif. Es gibt keine Experimente, dafür aber viele handfeste Songs, die live funktionieren dürften. Da ergeben die begleitende Jubiläumstour und die angekündigten Festivalauftritte Sinn. Insgesamt ist Twenty Times Colder ein gelungenes, sympathisches Statement einer Band, die auf Verlässlichkeit setzt.

Das Album ist neben den digitalen Formaten im Download und Stream als CD im Juwel Case erschienen.

Hier geht es für weitere Informationen zu HartmannTwenty Times Colder in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Hartmann – Twenty Times Colder
Fazit zu Twenty Times Colder
Das Album ist emotional, gut produziert und mit genug Qualität, um die Stammbasis zu erfreuen, ohne die Charts zu sprengen. Für Liebhaber melodischer Rockmusik eine klare Hörempfehlung, für Radio-Hitjäger wahrscheinlich nur bedingt geeignet.

Anspieltipps: Twenty Times Colder, No One But You und This Heart
Norbert C.
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