Artist: Inhuman Condition
Herkunft: USA
Album: Mind Trap
Spiellänge: 31:07 Minuten
Genre: Death Metal
Release: 27.06.2025
Label: Listenable Insanity Records
Link: https://www.facebook.com/Inhumanconditionband
Bandmitglieder:
Gesang und Schlagzeug – Jeramie Kling
Gitarre – Taylor Nordberg
Bassgitarre – Terry Buttler
Tracklist:
1. Severely Lifeless
2. Face For Later
3. GodShip
4. The Betterment Plan
5. Mind | Tool | Weapon
6. Chaos Engine
7. Recollections Of The Future
8. Obscurer
9. Science Of Discontent
Taylor Nordberg, Terry Buttler und Jeramie Kling verließen im Jahre 2020 aufgrund von, sagen wir einmal, Unstimmigkeiten die Band Massacre und gründeten sofort eine neue Combo. Als Namen wählte man Inhuman Condition. Welch ein Spaß, denn man orientierte sich an dem Namen der ersten EP von Massacre aus dem Jahre 1992. Da Terry Buttler diese auch eingespielt hat, schließt sich der Kreis. Das Songwriting haben sie mitgenommen und gleich mit neuem angefangen, sodass sie 2021 und 2022 gleich zwei Alben herausbringen konnten. Es folgte im Jahr 2022 eine EP und 2023 noch eine. Allerdings stand man immer noch im Einfluss der Band Massacre.
Für Album Nummer drei hat man sich nun etwas Zeit gelassen, um quasi herauszufinden, welchen Weg man gehen möchte. Nun haben sie ihre eigene Identität gefunden und den Schatten der Band Massacre hinter sich gelassen.
Die Songs sind inhaltlich ein sozialer Kommentar zur Welt und handeln unter anderem vom erdrückenden Einfluss der Technologie auf die Menschheit.
Los geht es mit Severely Lifeless und gelassen legt man los. Die Gitarre heult mal kurz auf und ein Death-Metal-Midtempo erklingt. Ziemlicher Groove mit einer Stop and Go Attitüde. Kommt gut und dann folgt ein angenehmer Uftatapart, wieder mit einer aufheulenden Gitarre. Das Tempo wird ein wenig erhöht. Dieses Unterfangen ist nur ein kurzer Spaß, denn danach geht man wieder in den Groove. Drummer Jeramie hat die Vocals übernommen und die klingen schön old schoolig und aggressiv. Ein schleppender und ein wenig atmosphärischer, beinahe schon hypnotischer Part folgt, und danach lässt man dann wieder den Groove inklusive Stop and Go Moment für sich sprechen. Kommt alles ganz gut, aber komplett überzeugen kann mich das nicht.
Der Song Face For Later kommt da für mich schon wesentlich interessanter aus den Boxen geknattert. Ein thrashiges Riff zu Beginn und dann Old-School-Death-Metal-Attacke. Geile Riffs, aggressive Vocals und schnelles Tempo bestimmen den Alltag und kommen sehr geil herüber. Ein schönes, länger gezogenes Riff macht die Runde, bevor man dann in einen satten Midtempo-Groove abdriftet. Dieser ist aber kraftvoll und wird dann mit einem verspielten Solo kombiniert. Ja, lecker. Gitarrenvorspieler inklusive Sprechgesang. Dieser wird weiterverwendet, während der Song wieder so richtig Fahrt aufnimmt. Ja, da ist Druck auf dem Kessel und das Ganze geht gut ins Gemüt. Das länger gezogene Riff wird noch einmal sachgerecht niedergeknüppelt und dann ist auch schon Feierabend.
GodShip läuft dann zwei Minuten in einer groovigen und schleppenden Maschine und kann mich nicht so begeistern. Dann holen sie aber überraschenderweise kurz den Knüppel heraus. Dieser Übergang passt sehr gut. Man wiederholt die Taktik dann noch einmal und so nimmt der Song für mich auch noch eine gute Wendung.
Das nachfolgende Stück The Betterment Plan zeigt sehr gut den Weg, den die Burschen nun einschlagen. Irgendwie hat man eine gewisse Hardcorekante drin und kombiniert diese mit old schooligem Death Metal. Der Song bleibt aber nicht wirklich hängen.
Mind | Tool | Weapon hat dann wieder einen guten Groove zu Beginn mit interessantem Riffing. Klampfe vorweg und ab ins Midtempo, um dann das Tempo anzuziehen. Wesentlich Death-Metal-lastiger und geht meines Erachtens wesentlich besser ins Ohr. Auch vom Drumming und von Riffing her ist das wesentlich effektiver und auch das Solo knallt. Dann wieder Vorspieler, fetziges Midtempo mit anschließendem Aggressionsausbruch. Davon meines Erachtens in Zukunft wesentlich mehr, zumal man den Text auch gut mitschreien kann.
Auch in Chaos Engine herrscht überwiegend der Groove und man erhöht zwar das Tempo, aber irgendwie funzt das auch nicht so richtig, obwohl der Song alles andere als schlecht ist.
Recollections Of The Future ist dann wieder eine schöne nach vorne gehende Erinnerung an die Neunziger und man hat einen gewissen Sepultura-Groove am Start.
Alle Songs sind recht kurz gehalten und so schafft man es gerade auf eine Spielzeit von 31 Minuten. Reicht meines Erachtens auch für ein Old-School-Death-Metal-Album. Das Ganze wurde komplett im eigenen Studio produziert und das fetzt ohne Ende.




