Konzertreihe „WeLive“: Dreharbeiten der zweiten Staffel beginnen am kommenden Samstag

Dead Venus und die Matt Woosey Band bestreiten den ersten Tag

Seit ziemlich genau einem Jahr hat das Coronavirus die Veranstaltungs- und Eventbranche weitestgehend lahmgelegt und Konzerte und Festivals finden seitdem entweder nur mit entsprechendem Hygiene- und Sicherheitskonzept oder als Onlineversion ohne Publikum statt. Für Fans von hartrockender Livemusik eine kaum auszuhaltende Situation, die mindestens mit einem amtlichen Alkohol- oder Drogenentzug gleichzusetzen ist. Auch wenn mittlerweile die Impfungen begonnen haben, die Zahl der Infizierten momentan eher im Keller ist und erste Lockerungen begonnen haben bzw. absehbar sind, so wird sich der aktuelle Lockdown wohl doch noch eine Weile hinziehen. Besonders die mutierte Version des Coronavirus, die mittlerweile auch deutschlandweit nachgewiesen wird, macht den verantwortlichen Virologen und Politikern Kopfschmerzen und wird dafür sorgen, dass es in der Veranstaltungs- und Eventbranche zumindest noch einige Zeit leise bleiben wird. Auch wenn es uns alle mittlerweile mächtig ankotzt, so wird uns dennoch nichts anderes übrig bleiben, als uns die tägliche Dosis Live-Krach für das heimische Wohnzimmer in den diversen Onlinekonzerten zu suchen.

Auf gute Musik, satten Sound und Liveatmosphäre brauchte auch im letzten Jahr trotz Corona niemand verzichten, denn viele unserer Lieblingsband haben sich ein Stück weit neu erfunden und haben ihre Konzerte ins Netz verlegt. Gemeinsam mit diversen Veranstaltern, Liveclubs, Filmcrews und Technikern entstand so ein Ersatzprogramm, das das gemeinsame Abrocken vor der Konzertbühne oder auf Festivals zwar nicht ersetzen, die Entzugserscheinungen aber ein klein wenig abmildern konnte. Viel mehr wird sicherlich auch in den nächsten Monaten nicht drin sein, in diesen Apfel muss einfach jeder von uns beißen, ob er nun süß und gut schmeckt oder sauer und faulig.

Wie in allen deutschen Liveclubs gingen im März 2020 auch im Schlachthof – Jugend & Kultur in Lahr die Lichter aus und der Lockdown versetzte jegliches Geschehen in den Pausenmodus. Die Lahrer Rockwerkstatt e.V. rief dann gemeinsam mit dem Schlachthof und dem punchline studio Lahr das WeLive – Das Online Musikfestival ins Leben, bei dem insgesamt sechs regionale Bands und Künstler aus völlig unterschiedlichen Genres auftraten. Unter dem Motto We Live – Kultur Ist Systemrelevant! wollte man regionalen Bands und Künstlern trotz des Corona-Lockdowns die große Konzertbühne ermöglichen, zwar ohne Publikum, denn man musste sich natürlich an die Vorgaben halten, aber dafür vor zehn Kameras des punchline studios. Die dabei entstandenen sechs hochprofessionelle High End-Konzertfilme des punchline studios mit der Band Umleitung, Qult, Von Welt, No Authority, Oil und dem Pianisten Pervez Mody und konnten dann später im Abstand von 14 Tagen kostenlos im Netz angesehen werden.

Das ganze Unterfangen, das für alle Beteiligten damals völlig neu war, entwickelte sich schnell zu einem großen Erfolg. Die Konzertfilme der ersten Staffel erreichten auf Facebook und YouTube bis heute über eine halbe Million Aufrufe und das Corona-Konzertfilm-Projekt wurde im Dezember 2020 mit dem deutschen Rock&Pop-Preis für die Förderung der Rock- und Pop-Musik in Deutschland ausgezeichnet. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, dass die WeLive-Konzertreihe nun in die nächste Runde gehen soll.

Schon ab kommendem Samstag (27. Februar) werden die Lahrer Film-Brüder Pirmin und Maik Styrnol des punchline studios für die zweite Staffel des WeLive wieder hinter der Kamera stehen, um euch die endlosen Stunden ohne echte Livekonzerte zu versüßen. Das Filmteam um die Brüder Styrnol hat in der Vergangenheit schon einen hervorragenden Konzertfilm über die Hardrock Band Oil, deren Musiker schon in den 80er und 90er-Jahren bei Acres Wild und Scaramouche aktiv waren, gedreht und auch mit einigen anderen Szenegrößen wie z.B. Nazareth, Uriah Heep, Wishbone Ash und Deep Purple zusammengearbeitet. Im letzten Jahr machten sie zudem durch das Project United auf sich aufmerksam, bei dem 70 Musiker aus zwölf Ländern zu Hause in der Corona-Quarantäne gemeinsam den Song Side By Side spielten und damit vielen Menschen Mut machten.

Nun soll es in die zweite Runde des WeLive gehen, bei der die Matt Woosey Band, Dead Venus, FatCat, Hannah M. Wilhelm, Helmut Dold, Buurequartett, Cornelia Lanz, Julian Maier-Hauff und Menno Koller auftreten werden. Am ersten Drehtag im Schlachthof Lahr werden mit der Matt Woosey Band und Dead Venus zwei Bands auf der Bühne stehen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bei Matt Woosey handelt es sich um einen aus England stammenden Blues-Musiker, der in Münchweier bei Lahr lebt, und der mit seiner Band auftritt. Der zweite Act am kommenden Samstag ist dagegen eher Time For Metal-relevant, denn mit Dead Venus reist die Prog Rock Band um Frontfrau und Sängerin Seraina Telli (ex-Burning Witches) aus der Schweiz an, sofern man sie dann tatsächlich für den Tag problemlos ausreisen lässt.

Während die Konzerte im letzten Jahr ausschließlich im Schlachthof Lahr stattfanden, sollen die Dreharbeiten diesmal für den zweiten Drehtag in der Sternenberghalle in Friesenheim bei Lahr fortgesetzt werden, wo dann u.a. die Freiburger Funkband FatCat mit der Ettenheimerin Hannah M. Wilhelm, die kürzlich bei der Castingshow The Voice Of Germany mitgemacht hat, auf der Bühne stehen werden. Weitere Dreharbeiten sind für den Mai u.a. mit dem Komiker Helmut Dold aus Kuhbach und einem Klassikkonzert im Parktheater Lahr vorgesehen. Mit weiteren Städten und Gemeinden ist das Filmteam Styrnol in Verhandlungen, jedoch ist die Finanzierung bisher noch ein Problem. Pro Konzertfilm rechnen die Filmemacher mit Kosten von etwa 12.500 €, von denen neben dem aufwendigen Filmdreh und der Nachbearbeitung auch alle Helfer(innen) und die Kunstschaffenden bezahlt werden müssen.

Nachdem wir von Time For Metal schon bei der ersten Staffel zu den Dreharbeiten rund um das Konzert der Hardrock-Band Oil eingeladen waren (hier geht es zum Bericht und den Fotos des Events), wurden wir freundlicherweise auch dieses Mal mit einer Einladung für den ersten Drehtag bedacht, die wir zumindest eingeschränkt sehr gerne wahrnehmen werden. Wir werden zeitlich gesehen nicht den ganzen Tag von früh morgens bis spät in der Nacht im Schlachthof vor Ort sein können, aber zumindest vom späten Nachmittag an für die Time For Metal-relevante Band Dead Venus. Der Konzertfilm mit Dead Venus soll dann etwa um Ostern herum ausgestrahlt werden, den Bericht und die Fotos von den Dreharbeiten und aus dem Backstage-Bereich bekommt ihr dann natürlich nächste Woche von uns zu euch nach Hause geliefert. Die Konzerte finden natürlich unter Berücksichtigung der derzeitigen Hygiene- und Sicherheitsvorgaben statt, die u.a. vorgeben, dass auch alle Künstler, die Crew und auch wir uns vor Ort einem Corona-Schnelltest unterziehen müssen.

Bis es mit Dead Venus in die nächste zweite Staffel geht, könnt ihr euch hier noch einmal das letztjährige Konzert von Oil auf die Lauscher geben.

Alle weiteren Infos und die Konzerte der anderen Künstler des letzten Jahres findet ihr hier.

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