Steve Tucker (Morbid Angel, Gesang und Bass), Gene Palubicki (Perdition Temple, ex-Angelcorpse, Gitarre) und John Longstreth (Origin, ex-Angelcorpse, Schlagzeug) sind alles keine Unbekannten in der weltweiten Metal Community – im Gegenteil. Anscheinend sind sie mit ihren Hauptbands nicht ausgelastet und so gründete man im Jahre 2020 die Band Malefic Throne und brachte im selben Jahr die ziemlich geile EP namens Malefic Throne heraus. Das Teil gab es auf Vinyl, also musste ich es mir zulegen. Die Death-Metal-Welt hat danach verlangt und jetzt ist es so weit. Die drei Experten haben ein ganzes Album aufgenommen, dieses auf den Namen The Conquering Darkness getauft und am 28.11.2025 auf die Menschheit losgelassen. Ich habe mir das Review aufgespart, damit es die Nummer 120 für dieses Jahr ist. Diese Anzahl war mein Ziel und da will man natürlich ein Brett haben. Ich hoffe, meine Erwartungen werden erfüllt.
Ein Leben ohne Blastbeats ist möglich, aber sinnlos
Wer mich kennt, weiß, dass ich dem Death-Metal-Geballer nicht abgeneigt bin und ein unheimlicher Fan von der Schlagzeugarbeit von John Longstreth bei Origin bin. Wen wundert es da, dass der Opener Blasphémait Desecration mich absolut umhaut, denn auch hier wird meine Lebensweisheit („Ein Leben ohne Blastbeats ist möglich, aber sinnlos“) in die Tat umgesetzt. Aber dieses alleine reicht natürlich nicht aus und ist es auch nicht. Das Tempo wird natürlich hochgehalten, aber was die beiden anderen Protagonisten Steve und Gene da an den Klampfen machen, ist ganz großes Tennis. Absolut megafette Riffs, die natürlich technisch vorgetragen werden, dabei aber absolut brutal und aggressiv klingen. Man schlägt immer wieder einen Haken und selbst die Soli sitzen ohne Ende. Zur rechten Zeit baut man eine Tempoverschärfung mit ein und natürlich ist man dann nicht langsam, aber es passt, ohne den Fluss zu nehmen. Absolut geil. Der Gesang von Steve ist natürlich so, wie man ihn von Morbid Angel lieben und schätzen gelernt hat. Hier wird das Fegefeuer gelöscht und neu entfacht. Absolutes Brett zu Beginn. Der Song alleine ist schon sein Geld wert und ist für mich, zumindest im Brutal-Death-Metal-Bereich, auf jeden Fall in Top Five in 2025.
Der Wahnsinn nimmt mit The Voice Of My Ghost seinen Lauf. Von der ersten Sekunde an wird hier alles auf technisch hohem Niveau niedergeballert. Knaller. Schalter an und ab dafür. Und wieder dieses absolut gelungene Riffing. Und wenn die grooven, sind sie eben immer noch schnell. Amazing. Pausen sind für Amateure und werden völlig überbewertet. Man bringt alles auf den Punkt. Dieses Solo und dann dieses Drumming dazu. Oder das nachfolgende melodische Lead. Was ist das denn bitte ein geiles Zeug?! Die spielen sich echt die Finger wund. Ich steh da absolut drauf. Die haben sich vorgenommen, das Geilste aus ihren Bands zusammenzutragen und dies ist auch so.
Keine Zeit zum Durchatmen
Auch das nachfolgende Stück Athirst For Dissonance ist so eine Nähmaschine vor dem Herrn. Wie auf dem ganzen Album lassen sie einen nicht in Ruhe und man wird als Zuhörer absolut beschäftigt. Das klingt an einigen Stellen ganz schön hektisch, ist aber gewollt und ein Teil des Songwritings. Wer jetzt denkt, nach den ersten beiden Songs hat man mal Zeit zum Durchatmen, der sieht sich getäuscht. Obwohl, nach 150 Sekunden nehmen sie mal kurz den Fuß vom Gaspedal, um dann im Morbid-Angel-Stile zu grooven. Nach dem Solo liefert man einen schon beinahe atmosphärischen Part im aggressiven Midtempo ab, um dann natürlich wieder die Geballerfraktion zu beglücken. Die tiefen Vocals werden hier gekonnt mit Screams kombiniert und obwohl der Song fünf Minuten geht, hat man das Gefühl, dass der Song sehr schnell vorbeigeht. Hier passiert so viel, das ist echt der Wahnsinn!
Keine Musik für die Masse
Auch Songs wie Born Of Plague oder Divine Tragedy überrollen einen quasi und nehmen mich als alten brutalen Death-Metal-Fan absolut mit. Aber dieses ist sicherlich keine Musik für die Masse. Man muss aber festhalten, dass diese drei sich gefunden haben und eine Intensität an den Tag legen, die ich schon lange nicht mehr gehört habe. Einfach nur geil. Aber wie gesagt, definitiv kein Album für die breite Masse, selbst im Death-Metal-Bereich ist es sehr speziell.
Hinzu kommen noch die absolut fette Produktion und die Einsprengsel aus dem Black Metal, die man hier und da mit eingebaut hat. Bah, geht das ab!
Wie extrem man in allen Bereichen ist … Dieser Anfang von Carnage Of The Forgotten. Eigentlich ist es ein grooviger Part, aber John spielt den so, dass er einfach groovt und brutal klingt. Diesen Part wiederholen sie und der Rest ist natürlich wieder sehr viel Säue durch die Dörfer treiben. Auch hier gibt es erneut ein technisches Riffgewitter ohne Ende.
Mit dem fast acht Minuten langen Song Forged In Stone beendet man dieses Ungeheuer von Album und nun lässt man es auch einmal ruhig angehen. Schleppend, aber brutal, lässt man es einfach nur laufen und hier hört man natürlich die Morbid-Angel-Einflüsse. Diese dunklen Elemente muss man einfach auf sich wirken lassen. Geil. Technisch natürlich auf ganz hohem Niveau. Vielleicht ein wenig zu lang, aber ansonsten ziemlich geil! Welch ein Rausschmeißer!
Tja, war ja klar, dass mir das gefallen wird. Wird wohl in meinen Top fünf landen für das Kalenderjahr 2025.
Hier geht es für weitere Informationen zu Malefic Throne – The Conquering Darkness in unserem Time For Metal Release-Kalender.



