My Baby – In The Club Tour am 04.11.2018 im Schlachthof in Wiesbaden

„My Baby – In The Club Tour am 04.11.2018 im Schlachthof in Wiesbaden“

Bands: My Baby

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 04.11.2018

Kosten: 17 € VK, 22 € AK

Genre: Psychedelic Rock, Swamp Blues, Voodoo Dance, Funk

Besucher: ca. 200 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/my-baby.html

Setliste:


1. Intro
2. Mounaiki
3. For A Change
4. Supernatural Aid
5. Borderline
6. Shadowdancer
7. In The Club
8. Silhouette
9. Vigilante
10. Masters Of War
11. Bless You / Love Dance
12. Remedy / Sunflower / Juno
13. Shameless / Seeing Red
14. Uprising / Make A Hundred

Heute steht im Kesselhaus in Wiesbaden etwas Außergewöhnliches an. Das niederländisch / neuseeländische Trio My Baby kommt auf seiner ausgedehnten In The Club Tour mit ein paar wenigen Clubshows in Deutschland auch in Wiesbaden vorbei. My Baby, das sind Frontfrau Cato Van Dyck (Voices, Guitars), ihr Bruder Sheik Van Dyck (Drums, Voices) und Daniel Johnston (Guitar, Voices).

Ich mache mich mit meinem Kumpel Rene auf den Weg nach Wiesbaden. Gut angekommen, sind wir recht früh da. Einlass ist heute fast eine Stunde vor Konzertbeginn. Eine Vorband gibt es heute nicht. Das ist auch gut so. So kann man sich ganz auf My Baby konzentrieren. Bis zum Konzertbeginn füllt sich das Kesselhaus heute Abend recht ordentlich. Gegenüber den sonstigen Konzerten, zu denen ich sonst unterwegs bin, ist heute Abend doch ein etwas anderes Publikum anwesend, auch recht gemischt im Alter.

My Baby beginnen fast pünktlich. Kurzes Intro, dann beginnt die heutige Show mit Mounaiki, dem Titelsong des neuen Albums von My Baby, welches sie mit dieser Tour promoten. Das Album ist erst ein paar Tage alt, denn die offizielle Veröffentlichung von Mounaiki – By The Bright Of The Night (so der komplette Titel des Albums) war erst am 26. Oktober dieses Jahres.
Sofort ist Stimmung hier im Saal. Die Fans schwingen ihre Hüften. Der treibende Rhythmus der Band ist einzigartig. Sehr angenehm auffallend der Sound der Slideguitar von Daniel Johnston. Ein Touch Voodoozauber schwebt hier im Saal. Dazu die verzaubernde beschwörerische Stimme von Frontfrau Cato Van Dyck. Mit ihrer hohen und sinnlichen Stimme ist sie die Voodoozauberin höchstpersönlich. Mystisch und sexy bewegt sie sich im dünnen Etwas, irgendwie ein orientalischer Mantel oder auch nur Stoff mit langem Schlitz. Barfuß, die Gitarre über den Schultern, Schmuck im Haar wirkt sie wie eine orientalische Tänzerin, auch von ihrem Bewegungsablauf her.

 

Durch die Slidegitarren von Daniel Johnston fühlen wir uns in die Sümpfe im Süden der USA versetzt. Schweißtreibend heiß und atmosphärisch, wie Visionen im Drogenrausch. Da haben My Baby eine wahnsinnige Mischung gebraut. Ich war vor Jahren mal in den Sümpfen in den USA. Irgendwie kommt da eine ganz seltsame anziehende Stimmung und der Einklang mit dem Sumpf auf. Die treibende Musik hält hier alles in Bewegung. Vielleicht das eine oder andere Mal nur unterbrochen durch eine kurze Unterbrechung zwischen den einzelnen Songs. Aber auch da gehen die Hüftschwünge noch weiter bzw. halten noch an.

  

Was für eine Musik My Baby machen, ist eigentlich recht schwer zu beschreiben. Irgendwie grundsätzlich Psychedelic Rock mit starken Zutaten von Voodoo und Swamp Blues. Dazu noch ein Schuss orientalischen Folk, Dub, Boogie und Dance. Auf jeden Fall ziemlich experimentell und auch schweißtreibend, sowohl für das Trio auf der Bühne, als auch für die Fans unten im Saal. Besonders hervorheben sollte man noch, dass dies ganz ohne eingespielte Samples funktioniert.

Voodoopriesterin Cato Van Dyck hat ihre Gemeinde im Griff. Sie beherrscht nicht nur außerordentlich gut den Gesang und ihr Instrument. Sie schafft es auch, mit ihrer gesamten Performance die Fangemeinde zu betören. Dazu gehören auch zweimalige Kleidungswechsel.
Irgendwann beim Song In The Club ist sie dann auch My Baby, eine Kunstfigur aus den wilden Zwanzigern. Da steht sie plötzlich mit schwarzer Perücke und schwarzem Charleston Kleid auf der Bühne, nachdem Daniel Johnston My Baby musikalisch angekündigt hat. Im Song Silhouette danach bedient sie ein Keyboard, welches ihr für diesen Song auf die Bühne gebracht wird. Anschließend verschwindet das Keyboard auch schon wieder und Cato Van Dyck hat wieder die Gitarre sexy im Anschlag.

 

Mit einem erneuten Kleidungswechsel (Hosenanzug Overall) und einem ziemlich funkigen Song geht es weiter. An der Show kann man sich gar nicht satthören und sehen. Das geht uns allen hier so. Zwischenzeitlich hören wir auch einmal einen astreinen Boogie in ZZ Top Manier, bevor es wieder richtig funkig wird. Johnny Guitar Watson und Bootsy Collins hätten an den funkigen Sachen von My Baby ihre wahre Freude. Aber Funk ist halt nur ein Teil von My Baby. My Baby ist viel mehr und viel universeller. Augen, Ohren und Hüften werden hier in größte Verzückung und Ekstase gebracht.

  

Insgesamt acht Songs des zehn Songs umfassenden neuen Albums werden performt. Den Rest steuern ältere Sachen bei. Wie alles ein Ende hat, hat auch dieser großartige Abend hier in Wiesbaden nach fast zwei Stunden Ekstase mit My Baby leider ein Ende. Das Trio ist unmittelbar nach Ende der Show unten bei seinen Fans und zum Signieren der Vinyls und CDs bereit. Selfies sind natürlich auch gerne erwünscht!

Fazit: Großartiger Abend mit Musik der etwas anderen Art haben wir heute hier im Kesselhaus erlebt. My Baby brachten eine große Show auf die Bühne mit einer regelrecht betörenden Musik aus funkigem Psychedelic Rock mit starken Zutaten von Voodoo / Swamp Blues, orientalischem Folk, Dub, Boogie und Dance. Für mich eins der Top Liveevents des Jahres!

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