Necrowretch – The Ones From Hell

Erquickender Death und Black Metal der alten Schule

Artist: Necrowretch

Herkunft: Frankreich

Album: The Ones From Hell

Spiellänge: 37:00 Minuten

Genre: Death / Black Metal

Release: 14.02.2020

Label: Season of Mist

Link: http://necrowretch.net/

Produktion: Recording – Blackout Multimedia Studios, Brussels (BE)

Mastering: Alan Douches

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Vlad
Gitarre, Gesang – Wence
Bass – Pierrick
Schlagzeug – Ilmar

Tracklist:

1. Pure Hellfire
2. Luciferian Sovranty
3. The Ones From Hell
4. Absolute Evil
5. Codex Obscuritas
6. Darkness Supreme
7. Through The Black Abyss
8. Necrowretch

Gitarrist und Sänger Vlad hat schon vor 2008 als Soloprojekt unter den Namen Necrowretch agiert und so einiges aufgenommen, aber nie etwas herausgebracht. Mag daran liegen, dass er früher dem Grindcore frönte. Der Stil wurde geändert und 2008 erschien das erste Demo. 2017 erschien dann das dritte Album namens Satanic Slavery. Ein wirkliches Machtwerk in Sachen Death und Black Metal. Nun ist das Trio aus Frankreich mit seinem vierten Streich wieder am Start und erfreut den Gehörnten mit seiner Darbietung

Mein lieber Herr Gesangsverein! Hass verbreitet gleich der Opener Pure Hellfire und Hass ist in diesem Fall die pure Liebe, keine Frage. Nach ruhigen, aber bedrohlichen Klängen, die als Intro herhalten können und mit einer Steigerung aufwarten, setzt nach einer Minute die Gitarren- und Drumfraktion ein. Langsam, man will ja die Leute nicht vergraulen. Klingt dermaßen fett. So kann man es machen. Gitarren vorweg, geile Drumbetonung und dann pures Höllenfeuer in musikalischer Hinsicht. Attacke mit Scream. Ja, so muss das – geiles Break wird eingesetzt, um dann wieder zu attackieren. Zerstörung pur. Das Riffing ist sowohl blackig als auch deathig. Gitarrenvorspieler und wieder auf die Glocke. Sogar ein Mitgrölelement wird geschaffen. “Fire” – dann Break und Midtempogroover mit “Fire” Refrain. Absolut bangkompatibel. Sehr geil. Screamige Vocals runden den Spaß ab. Pause, Gitarre vorweg und Blastattacke. Jawoll, so will ich es hören. Fettes Solo anschließend und geilste Drumbetonung. Die Burschen wissen, was sie wollen und vor allem, sie können es auch. Dieses wird variiert, dann geht man noch in einen schnelleren Midtempopart und bringt somit noch mehr Abwechslung rein. Die Gitarre quietscht sich einen Wolf. Brett. Der Gesang ist recht sparsam gehalten, macht aber dann den Song rund und fett.

Luciferian Sovranty klingt am Anfang vom Riffing und von der Produktion her wie Kreator zu den Anfangszeiten. Geilo, aber dann wird natürlich in zerstörerischer Weise wieder attackiert. Auch dieser Song reißt mich von Anfang an mit, denn auch hier wechseln sie zwischen erbarmungsloser Zerstörungswut und mitbangenden Midtempoelementen hin und her. Und immer diese höheren Gitarrentöne drauf und der mit Hall versehene Gesang. Das Riffing ist schön derbe und zermürbend und dann kommt wieder so ein kongenialer Mitbangpart, der dann natürlich niedergeknüppelt wird, mit lang gezogenem Scream im Hintergrund und nach vier Minuten ist der Spaß auch schon vorbei.

Tja, was will man sagen, diese acht Songs haben es einfach in sich. Welch eine Zerstörungswut, herrlich. Dabei macht man eigentlich nichts Außergewöhnliches. Das Songwriting ist jedoch absolut fett und die Drumarbeit von Ilmar pures Gold. Die Abteilungen Old School Death Metal und Old School Black Metal wurde von den Franzosen des Öfteren besucht und der eine oder andere Gegenstand mitgenommen. Gelungene Mischung. Hier und da klingen sie nach alten Morbid Angel und das ist natürlich was für meine Ohren. Auch einige thrashige Klänge sind zu vernehmen und sogar die War Metal Fabrik wurde kurz besucht.

Dabei legen die Burschen Wert auf ausgetüfteltes Songwriting und eine verwaschene Produktion, um ihren Satanic Blackened Death Metal absolut böse rüberkommen zu lassen. 37 Minuten haben sie dazu Zeit und diese nutzen sie absolut.
Auch wenn sie mal nicht so auf Gaspedal treten, so wie bei Absolute Evil, können sie mich überzeugen. Wäre der Song bei der Französischen Revolution erklungen, hätte man die Bastille gar nicht erstürmen brauchen und Ludwig der XVI wäre der Kopf von alleine abgefallen.
Der Albumtitel Ones From Hell lässt tief blicken und erweckt beim geneigten Fan eine gewisse Erwartung. Ultraböse muss es aus den Boxen klingen und dieses passiert zum Glück auch.
Hier und da klingt man zwar ein wenig verwirrt und geht kakophonisch vor, aber dieses erzeugt ein gewisses Chaos, welches bedrohlich rüberkommt.

Necrowretch – The Ones From Hell
Fazit
Den drei Franzosen zuzuhören ist eine reine Freude. Mit einer Spielzeit von 37 Minuten hat man genau die richtige Länge erreicht, um die Mischung aus Old Schooligen Death und Old Schooligen Black zu verbreiten. Fettes Riffing und geiles Old School Feeling. Die acht Songs werden das Höllenfeuer so richtig zum Leuchten bringen.

Anspieltipps: Pure Hellfire und Luciferian Sovranty
Michael E.
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