Spirit Adrift – Curse Of Conception (Re-Release)

Grandioses Album, welches die Grenzen des Doom Metal austestet

Artist: Spirit Adrift

Herkunft: Phoenix, Arizona, USA

Album: Curse Of Conception

Genre: Doom Metal

Spiellänge: 46:47 Minuten

Release: Erstveröffentlichung 06.10.2017 / Re-Release 24.04.2020

Label: Century Media Records

Link: https://de-de.facebook.com/SpiritAdrift/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Bass – Nate Garrett
Schlagzeug – Marcus Bryant

Tracklist:

  1. Earthbound
  2. Curse Of Conception
  3. To Fly On Broken Wings
  4. Starless Age (Enshrined)
  5. Graveside Invocation
  6. Spectral Savior
  7. Wakien
  8. Onward, Inward

Spirit Adrift unterzeichneten im Februar dieses Jahr einen Labeldeal mit Century Media Records. Geplant ist 2020 ein neues Album. Zunächst gibt aber es ab dem 24.04.2020 von Century Media Records das Re-Release des vorliegenden zweiten Albums Curse Of Conception und des dritten Albums Divided By Darkness.

Wie bei Century Media Records üblich, ist das Album nicht nur als CD erhältlich, sondern auch auf hochwertigem Vinyl. Im Falle von Curse Of Conception in der Farbe Transparent Blue.

Spirit Adrift ist zunächst als Soloprojekt des Multiinstrumentalisten Nate Garrett 2015 gestartet. Das erste Album Chained To Oblivion hat er noch komplett alleine eingespielt. 2017 gesellte sich am Schlagzeug Marcus Bryant dazu, der mittlerweile ebenfalls fester Bestandteil der Band ist.

Eigentlich sollte der Labeldeal Ende April/Anfang Mai mit einer kleinen Europatour promotet werden, aber Shit – Corona happens!

Spirit Adrift setzen mit Curse Of Conception ein großes Ausrufezeichen im Genre Doom Metal, indem sie sich aus einer Menge an Einheitsbrei stark hervorheben.

Bereits der Opener Earthbound ist ein genialer großer Aufschrei. Durch die Verbundenheit zur Erde sorgen sie dafür, dass sich einem die Nackenhaare regelrecht sträuben. Die etwas schrille Stimme von Nate Garrett unterstreicht das Ganze. Ein Song, der sich nach der Eröffnung mit Akustikgitarre schön dahinzieht und dabei nie langweilig wird.

Im Titelsong Curse Of Conception wird eine irre Spannung aufgebaut. Die depressive Grundstimmung, die zur verspüren ist, schlägt das eine oder andere Mal auch in (metallische) Aggression um. Diese Spannung zwischen Depression und Aggression erzeugt einen irren Song, der viel Doom, aber auch Heavy Metal in sich hat.

Auch Fly On Broken Wings ist ein Song, der in sich sehr hin- und hergerissen ist. Akustische und elektrische Gitarren, Doom und Heavy Metal kämpfen gegeneinander voller innerer Zerrissenheit und machen auch diesen Song unglaublich spannend.

Starless Age besitzt sogar einen psychedelischen, progressiven Anstrich und macht ab Minute 03:20 einen Ausflug in den schnellen (Heavy) Metal. Kaum zur erahnen, was die Jungs in den jeweiligen Songs vollbringen und wo die jeweilige Reise hingeht.

Schwer donnernd schlägt Graveside Invocant in die gleiche Kerbe, in der der vorige Song am Ende hingegangen ist und führt diesen quasi fort. Wilder Metal mit tollen Gitarrenläufen. Nate Garrett zeigt sich stimmlich sehr gut aufgestellt. Hier geht es genau andersrum wie bei Starless Age, denn der Song wandelt sich ab Minute 02:30 und wird zu einem erstklassigen Kaugummi ziehenden Doom Song.

Mit Spectral Savior kehren Spirit Adrift zu einem Song zurück, der im epischen Doom angesiedelt ist. Mit voller Dramatik. Einfach wunderbar, zudem aus meiner Sicht in idealer Länge, denn der Song nutzt die knapp über sieben Minuten, die ihm zur Verfügung, stehen voll aus.

Das folkloristisch beginnende und anmutende Wakien endet quasi in einer Metalhymne mit starker E-Gitarre. Wie herrlich bekloppt ist das eigentlich?

Das abschließende Onward, Inward ist dann nochmals der Oberhammer. Voller Zerrissenheit, immer kämpfend und einige Stimmungswechsel. Stimmlich erlebt man Nate Garrett hier phasenweise so böse und düster wie nie zuvor. Auch zeigt er eine innere Zerrissenheit stimmlich sehr eindringlich. Tonnenschwere Riffs zerreißen den Hörer beinahe. Und dann plötzlich irres Tempo, bevor ebenfalls abrupt atmosphärische Melodien einfließen und zerfließen. Unheimlich sanft endet der doch so böse begonnene Song.

Spirit Adrift – Curse Of Conception (Re-Release)
Fazit
Herausragendes Album der Doom Metaller aus Phoenix, Arizona. Die Songs auf dem Album sind so was von erwartet unerwartet. Spirit Adrift mischen immer wieder andere, in dem jeweiligen Moment nicht zu erwartende Fragmente in ihre von Doom getragenen Songs. So ist Curse Of Conception aus meiner Sicht im eigentlichen Sinne keine typisches Doom Album, welches nur die Freunde dieses Subgenres hoch erfreut. Irgendwo dürften die Amerikaner eine Schnittmenge an Fans anderer (Heavy) Metal Genres ebenso ansprechen. Da hat Century Media Records mit der schnellen Wiederveröffentlichung des Albums alles richtig gemacht und den Fans der Band in Europa eine Freude gemacht!

Anspieltipps: Earthbound, Curse Of Conception und Onward, Inward
Juergen S.
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