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Yardfield Colony – The Doomestication

29.11.2025 - Death Metal - Eigenproduktion - 45:13 Minuten

Yardfield Colony ist eine fünfköpfige Formation aus dem Raum Chemnitz. Die Band besteht aus folgenden Mitgliedern: Joachim (Gesang), Holger (Gitarren), Patrick (Gitarre), Till (Bass) und Kristian (Schlagzeug). Die Burschen sind schon lange keine Unbekannten mehr, denn seit dem Jahre 2012 liefern sie regelmäßig ab, besonders live versprüht man eine ordentliche Portion Energie. Dieses haben sie u.a. bei Auftritten mit Bands wie Suffocation, Uada, Ingested, Jungle Rot, Cattle Decapitation oder Memorian des Öfteren unter Beweis gestellt. Im Jahr 2017 veröffentlichte die Band ihre Debüt-EP The Procession und 2020 legte man mit The Absorption erneut ein Zeugnis ab. Das Debüt musste ziemlich lange herhalten, aber jetzt haben die Burschen neues Material am Start und Album Nummer zwei namens The Doomenistication wartet ab dem 29.11.2025 auf euch. Die titelgebende Verhäuslichung (Domestication) und das einhergehende Urteil (Doom) bilden das textliche Konzept.

Los geht die Reise mit einem bedrohlichen Intro. Ich habe neulich noch einen Metal-Podcast über den Sinn und Unsinn eines Intros gehört, und die Frage kann man sich durchaus stellen. Wenn es aber ein gutes und bedrohliches Intro ist, bin ich der Meinung, dass man so was durchaus machen sollte, gar keine Frage. Hierachy Of Hyenas geht 159 Sekunden und ist eben weit mehr als ein Intro, zumal es später in ein Instrumentalstück übergeht. Recht verträumt und verspielt mit Heavy-Metal-Anleihen. Schockt!

Musikalisch lockt man den Zuhörer aber ein wenig auf die falsche Fährte, denn der nachfolgende Song LD100 zeigt das wahre Gesicht von Yardfield Colony. Drückend und stampfend mit Growls und Pigsqueals am Anfang, ein wenig chorig, aber mit Stakkatoriffs. Ein kraftvoller Einstieg, bevor man dann einen melodischen Part hinzufügt und danach weiter kraftvoll im Midtempo groovt. Die Doublebass knattert durch und man wird ein wenig härter, ohne schnell zu werden. Ein moderner Part gesellt sich dazu und danach folgt man wieder dem melodischen Weg – Groove mögen sie, aber wenn, dann drückend ohne Ende. Ein gelungener melodischer Death-Metal-Part mit durchlaufender Doublebass folgt und eine Tempoverschärfung. Ich finde, besonders die Drumarbeit erzeugt sehr viel Power und Energie und hält den Aggressionslevel hoch. Noch ein paar Squeals, dann darf der melodische Part noch einmal ran und der zermahlene Groove erledigt am Ende erneut die Drecksarbeit.

Nach dem ersten richtigen Song fällt schon einmal auf, dass das Ganze ziemlich fett abgemischt und produziert ist. Da haben sie richtig gute Arbeit geleistet.

Bei Flashbacks handelt es sich um die erste Singleauskopplung der Band, Ob noch mehr folgen, weiß ich nicht, aber hier präsentieren sie einen repräsentativen Song. Im Kern ein melodischer Death-Metal-Song, der im kraftvollen Midtempo präsentiert wird, aber von einem modernen Soundgerüst profitiert. Sehr schön nachvollziehbar. Die melodischen Elemente bleiben hängen und werden mit Soli gefüttert, während der Frontbrüller sowohl growlt als auch screamt. Ein rollender und drückender Part mit kraftvoller Doublebass bietet die Stirn und hält dominant dagegen. Überwiegend agiert man im Midtempo, baut dort aber sehr viel Standhaftigkeit auf und eine brutale Wand, die dann durch das melodische Gitarrenspiel noch einmal aufgelockert wird.

Das groovige Stück Stygian Parasite ist zwar ein guter Nackenbrecher und geht gut ins Ohr, aber bei mir bleibt da irgendwie nicht so viel hängen bzw. entfacht bei mir jetzt nicht die absolute Euphorie.

Im Gegensatz zu Bloodrush Hour. Hier holen sie zu Beginn mal so richtig den Knüppel heraus und geben Vollgas. So muss das, Freunde der Sonne. Geiles Brett. Voll in die Fresse. Breakdown und ab ins aggressive Midtempo und schneller werden. Die Gesangsleistung ist hervorragend. Und diese groovige Doublebass und der moderne Ansatz kommen echt gut. Macht echt Laune, dann man treibt die Sau gut vor sich her. Tempo kurz raus, Gitarre links, Gitarre rechts und wieder Vollgas. Man hält das Aggressionspotenzial sehr hoch, auch wenn man im Midtempo agiert. Kleines Basssolo und man baut den Song noch einmal kurz auf und wird spielerisch aktiv. Die Gitarre heult auf, ein Solo erklingt und im Midtempo geht es weiter. Wieder drückt und zwickt es überall. Es wird fies gescreamt und noch einmal gegroovt, und irgendwie hat man das Gefühl, hier sind zwei Songs in einen, aber hervorragend zusammengemischt, dann am Ende ballert es wieder ganz ordentlich. Ja, das hat was, absolut.

Bei Odyssey lässt man es wieder ein wenig ruhiger angehen und lässt seiner Vorliebe für gute Melodien freien Lauf. Die Melodie ist wirklich lecker.

Moderne Grooveattacken, Pigsqueals, durchdachter Rhythmus und sehr viel Energie gibt es bei Kneedeep In Feces zu hören. Eine gelungene Melodie dazu, einige technische Passagen, ein paar richtige Schweinelaute dazu und noch einmal langsam abgehen und fertig ist das Ding.

Mit technischen Einheiten geht das Ding auch zu Ende. The Doomestication verkörpert noch einmal das Lebenselixier und stellt eine gesunde Mischung aus Moderne, Technik, Druck, Death Metal, Groove und Rhythmusgefühl dar.

Hier geht es für weitere Informationen zu Yardfield Colony – The Doomestication in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Yardfield Colony – The Doomestication
Fazit zu The Doomestication
Die Chemnitzer Formation hat ihren eigenen Stil aus modernen Klängen, melodischem Death Metal, einigen thrashigen Einheiten, Groove, guten Melodien, ausgetüfteltem Songwriting, kraftvollen und abwechslungsreichen Vocals und kraftvollem Drumming gefunden. Hinzu kommt eine wirklich fette Produktion. Kurz und knapp kann man sagen, dass Freunde von modernem, groovigem und melodischem Death Metal hier bedenkenlos zugreifen können.

Anspieltipps: LD100 und Bloodrush Hour
Michael E.
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