Rock The Forest 2025 am 25.07. und 26.07.2025 in Rengsdorf

Am letzten Wochenende im Juli war die liebe Judith S. für Time For Metal beim Festival "Rock The Forest" in Rengsdorf am Start

Eventname: Rock The Forest 2025

Bands: John Diva – Tribute To The Heroes, Fou Fighterz, WWRockerz, Soen, Ross The Boss, April Art, Fabula Rasa, Ra’s Dawn, Der Ax

Ort: Waldfestplatz Rengsdorf, 56579 Rengsdorf

Datum: 25.07. – 26.07.2025

Kosten: Festivalticket 69,00 €

Genre: Hard Rock, Heavy Rock, Heavy Metal, Folk Metal, Progressive Metal

Besucher: ca. 1.000 Besucher an beiden Tagen

Veranstalter: Rockfreunde Rengsdorf e.V.

Link: https://www.rockfreunde.de/

Setlisten:

  1. Intro
  2. The Music Of The Devil
  3. Forever
  4. Crusher
  5. In Dark Ages
  6. Inside Out
  7. Soraya’s Eyes
  8. Twist Of Fate
  9. Flame Of War

  1. At Full Moon
  2. Brotherhood Of The Wolf
  3. Anthem Of The North
  4. Battlefield
  5. Plague Waltz
  6. Veneance Is Mine
  7. Deities Fight
  8. Sanity

  1. Break Out
  2. Painkiller
  3. Break The Silence
  4. Fighter
  5. Head Up High
  6. Chill Session
  7. Super Hero
  8. Rising High
  9. Karma Is A Beach
  10. Jackhammer
  11. Not Sorry

  1. Blood Of The King
  2. Sign Of The Hammer
  3. Kill With Power
  4. Thor
  5. Black Wind Fire Steel
  6. Kings Of Metal
  7. Battle Hymns
  8. Fighting The World
  9. Hail And Kill

  1. Intro
  2. Sincere
  3. Matyrs
  4. Savia
  5. Memorial
  6. Lascivious
  7. Unbreakable
  8. Deceiver
  9. Vitals
  10. Monarch
  11. Illusion
  12. Modesty
  13. Lotus
  14. Antagonist
  15. Violence

Das Rock The Forest ist seit Jahren für Time For Metal, bzw. seit Jahrzehnten für mich Ende Juli eines jeden Jahres ein Muss! Dieses Jahr kann ich persönlich nicht dabei sein, fand aber in der lieben Judith S. eine würdige Vertretung. Lest hier, was sie vom Rock The Forest 2025 in Rengsdorf zu berichten hat:

Seit einigen Jahrzehnten, genaugenommen seit der ersten Rock-Fete 1980, laden die Rockfreunde Rengsdorf am letzten Juliwochenende zum Festival Rock The Forest ein, welches dieses Jahr zum 43. Mal stattfindet.

Dabei steht der Freitag ganz im Zeichen von Rock- bzw. Metal-Tribute-Bands, zu denen in diesem Jahr John Diva – Tribute To The Heroes, Fou Fighterz und die WWRockerz gehören. Glam-Rock, Alternative und Partyrock begeistern ca. 700 feierfreudige Rockfans.

Da ich am ersten Tag schon anderweitig verplant bin, geht’s für mich erst am Samstag nach Rengsdorf, der Tag, der wie schon in den vergangenen Jahren ganz im Zeichen des Heavy Metals steht. Fünf Bands der unterschiedlichsten Stilrichtungen warten heute auf die Headbanger, abgerundet durch den Mann für die Pausen, Der Ax, der beweist, dass ein Mann mit seiner Gitarre und allen Rocksongs im Gepäck ausreicht, um für ordentliche Stimmung zu sorgen.

Ra’s Dawn, Rock The Forest Rengsdorf 2025, Pic by Judith S.

Nach einer kurzen Begrüßung gibt Christoph Krämer von den Rockfreunden Rengsdorf dann den Startschuss für den zweiten Tag Rock The Forest, den die Koblenzer Band Ra’s Dawn eröffnet. Die haben hier quasi ein Heimspiel, so weit liegen Rengsdorf und Koblenz ja nicht auseinander. Nach einigen Jahren selbst verordneter Pause haben die fünf Jungs glücklicherweise wieder den Weg auf die Bühne gefunden und scheinen sich darüber selbst am meisten zu freuen, so engagiert wie sie vom ersten Ton an loslegen. Ich staune aber nicht schlecht, als noch ein sechster Mann mit aufläuft – Sänger Olaf Reimann erhält heute Verstärkung am Mikro, durch den Dragonsfire-Frontman Dennis Ohler. Keine schlechte Idee, die beiden passen stimmlich gut zusammen, und spielen sich bei der Interaktion mit ihrem Publikum sowie den Mitstreitern gekonnt die Bälle zu.
Der interessante Mix aus klassischem Heavy Metal mit progressiven Anleihen, dazu Melodien, die zum Mitsingen einladen, kommt auch heute wieder gut an. Bestimmt auch, weil etliche Fans aus der näheren Umgebung vor Ort sind, die die Band unbedingt mal wieder live erleben wollen. Flame Of War, das lange Zeit die Hymne des Eishockeyclubs Krefeld Pinguine war, beendet schließlich einen starken Auftritt, hoffentlich lassen sich die Koblenzer jetzt wieder öfter „on stage“ sehen.

Fabula Rasa, Rock The Forest Rengsdorf 2025, Pic by Judith S.

Als nächster Act stehen jetzt die Düsseldorfer Fabula Rasa auf dem Plan, die nach eigener Aussage „einzige Power-Folk-Band der Welt“. Leider mussten sie heute ohne ihren Gitarristen anreisen, der sich auf einem Japan-Trip befindet, aber dankenswerterweise alle Gitarrenparts eingespielt hat, sodass der Sound doch stimmig rüberkommt. Entertainer am Mikro, Achim Hopf, stimmlich das eine oder andere Mal an Bruce Dickinson erinnernd, immer in Aktion, sein Publikum mal mit beschwörenden, mal zum Mitmachen auffordernden Gesten unterwegs. Sein ruhender Gegenpol dazu ist die bezaubernde Lucia an der Geige, die für die wunderschönen Folkmelodien zuständig ist, und den einen oder anderen in der Menge zu einem Tänzchen anregt.

Auf die nun folgenden Gießener von April Art habe ich mich die ganze Zeit schon gefreut, seit ich sie durch Zufall in einer Rockpalast-Aufzeichnung gesehen habe. Tja, was soll ich sagen, hier herrscht vom ersten Ton an Action pur auf der Bühne. Selten habe ich eine so aktive und spielfreudige Band erlebt, die ihren Modern Metal mit viel Einsatz in die Menge feuert.

April Art, Rock The Forest Rengsdorf 2025, Pic by Judith S.

Sängerin Lisa-Marie Watz, auffällig mit ihren langen roten Dreadlocks und, wie auch der Rest der Truppe, dem roten Outfit, begeistert mit großer Stimme und anfeuernden Ansagen, fordert immer wieder die Meute zum Mitmachen auf. Schließlich handelt es sich bei ihnen um eine Sport-Rock-Band, die nicht selber nur durch Fitness glänzt, sondern auch von ihrem Publikum äußersten Einsatz verlangt. Die beiden Saitenakteure Chris Bunnel (Gitarre) und Julian Schuetze (Bass) liefern sich das eine oder andere Gefecht, bangen dabei, was das Zeug hält. Dabei werden sie von hinten von Ben Juelg (Drums) angefeuert, der mit breitem Grinsen im Gesicht sein Schlagzeug verdrischt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Was für ein sympathisches Quartett, das macht definitiv viel Spaß. Für mich wird das bestimmt nicht der letzte Besuch eines Konzertes von April Art gewesen sein.

Nach so viel Einsatz, auch vor der Bühne, ist jetzt mal eine kleine Stärkung fällig. Für Essen und Trinken ist reichlich gesorgt, für die passende musikalische Untermalung ist, wie schon zu Anfang erwähnt, Der Ax auf der kleinen „Pausen-Stage“ zuständig.

Ross The Boss, Rock The Forest Rengsdorf 2025, Pic by Judith S.

Nun folgt ein wahres Schwergewicht des True und Heavy Metals, steht doch mit Ross Friedman und seiner Ross The Boss Band kein Geringerer als der ehemalige (1980-1989) Manowar-Gitarrist auf der Bühne, der seine aktive Zeit bei den Kings of Metal wieder aufleben lässt. Natürlich sieht man dem Mann seine mittlerweile 71 Jahre an, aber sein Spiel ist über jeden Zweifel erhaben und es macht Freude, ihm dabei zuzusehen. Mit Marc Lopes hat er dabei einen Mann am Mikro, der die Songs perfekt umsetzen kann, ohne dabei eine Kopie von Eric Adams darzustellen. Ganz im Ernst, seine etwas rauere Stimme und die eigene Charakteristik gefallen mir sogar sehr gut, da sie den Songs einen frischeren Anstrich geben. Sehr erstaunt bin ich dann, am Bass keinen Geringeren als Dirk Schlächter von Gamma Ray zu erkennen, ein Könner und Showman an seinem Instrument, und schließlich noch Sean Elg (KK’s Priest), am Schlagzeug, der die Gruppe komplettiert. Manowar-Fans kommen heute voll auf ihre Kosten. Die großartigen Songs wie Kings Of Metal, Battle Hymns und Fighting The World werden inbrünstig mitgesungen, bevor Hail And Kill den Abschluss eines denkwürdigen Gigs bildet.

Soen, Rock The Forest Rengsdorf 2025, Pic by Judith S.

Mit Spannung wartet nun alles auf den Headliner des heutigen Abends, die bei ihrer Gründung 2004 gerne als Supergroup betitelten Soen. Sie werden ja regelmäßig dem Genre des Progressive Metals zugeordnet, Tool und Opeth als Vergleiche herangezogen, was bei den letzteren kein Wunder darstellt, ist doch der ehemalige Opeth-Schlagzeuger Martin Lopez eines der Gründungsmitglieder. Bereits das Intro lässt eine atmosphärische Stimmung entstehen, bevor dann Joel Ekelöf die Bühne betritt und alle Anwesenden mit Sincere in die Soen-Welt entführt. Mystisch und geheimnisvoll in Ausdruck, Stimme und Gesten beherrscht er sein Publikum, das textsicher von Anfang an am Mitsingen ist. Zur Seite steht ihm eine perfekt eingespielte Band: Stefan Stenberg (Bass), Cody Ford (Gitarre), Multiinstrumentalist Lars Ahlund (Gitarre, Keyboard, Percussions) sowie Martin Lopez (Schlagzeug), der heute, schlecht ausgeleuchtet, etwas im Dunkeln bleibt. Man muss sich auf den Sound von Soen schon einlassen, kraftvolle, härtere Passagen wechseln sich mit sphärischen Klängen ab, die Stimmung durchgängig schwer, melancholisch mit einem bittersüßen Anstrich und einem alles überragenden Joel Ekelöf am Mikro, einem Meister der magischen Gesten. Ein denkwürdiger Auftritt, der zum Schluss mit dem wohl rockigsten Song Antagonist und der Mitsinghymne Violence endet und alle Anwesenden in die Nacht entlässt.

Ein großes Dankeschön an die Rockfreunde Rengsdorf und alle Helfer im Hintergrund für zwei wunderbare Festivaltage mit fantastischen Bands. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt Rock The Forest 2026.