Event: Baltic Open Air 2025
Bands: Lipid, Die Andersons, Metal Worx, Vertical Blinds, Vanaheim, Tanzwut, Primal Fear, Subway To Sally, Mono Inc., Versengold, Keops, Goitzsche Front, Toxpack, Gloryhammer, Skindred, Takida, Stahlzeit, Beerbusters, Asenblut, Stainless Steel, BRDigung, Danko Jones, Knorkator, Fiddler’s Green, Feuerschwanz
Ort: Busdorf bei Schleswig, Schleswig-Holstein, Deutschland
Datum: 21. bis 23.08.2025
Kosten: Normalpreis 155,90 €, Frühanreise-Campingticket 35 €, Camping Normal 25 €, Tagesticket jeweils 79,00 €, Abendkasse 100/200 € Tageskarte/Fetivalticket. Drei-Tage-VIP-Upgrade mit Essen/Trinken-Flatrate 179 €
Zuschauer: Etwa 12.000 pro Tag
Genre: Rock, Punk, Metal in vielen Facetten
Veranstalter: Baltic Eventmanagement GmbH
Link: https://www.baltic-open-air.de/
Das Baltic Open Air findet seit 2011 statt. Zuerst in Schleswig direkt an der Schlei, nunmehr schon seit Jahren in Busdorf auf dem Königshügel am Wikingerland, wächst das Festival zwar stetig, aber moderat. Hinter dem Wacken Open Air ist dies mit rund 12.000 Besuchern das zweitgrößte Festival Schleswig-Holsteins. Als Eyecatcher und zum Zeitvertreib lädt in diesem Jahr wieder der große Mittelaltermarkt mit Programm ab den Morgenstunden ein. Traditionelle Musik, Feuershow, Kettensägenschnitzen, Handwerker und natürlich Verzehrstände vom Brot bis zur ganzen Sau lassen den Aufenthalt nicht langweilig werden. Wer von allem genug hat, geht in das 64 Meter hohe Riesenrad, um den Blick auf das Gelände mit Bühne und Campground zu genießen. Durch die hohe Mischung der Rockgenres kommt es zu einem ständigen Wechsel der Besucher im Innenfeld vor der Bühne.

Ich habe den Luxus, am Mittwoch, dem Frühanreisetag, mittags in Doppelfunktion anzureisen. Neben meiner Pressetätigkeit reise ich mit der Band Vertical Blinds als deren Mädchen für alles an. So habe ich prima kurze Wege, denn wir bekommen einen Platz direkt am und mit dem Mittelaltermarkt zugewiesen. Unser Camp ist in nullkommanix aufgebaut und so ist noch Zeit bis zur ersten Band des Tages. Ja, auch hier beim Baltic werden den Frühanreisenden schon Bands geboten. Natürlich nicht auf der Hauptbühne, aber die kleine Viking Stage hat auch ihren Reiz. Den Anfang machen Lipid, eine Heavy-Metal-Band aus Dänemark. Das Quartett stammt aus dem süddänischen Vejle und ist nicht unbekannt. In ihren nunmehr 30 Bandjahren tourten sie bereits mit Paul Di’Anno und Testament. Mit ihren Songklassikern Dressed In Fear, God We Have Slain oder Nice Day On The Road sorgen sie für einen unterhaltsamen Headbangerauftakt des Festivals. Leider nehmen dieses musikalische Highlight kaum Gäste wahr.
Neulich noch beim Shelter Festival in kleiner Besetzung, stehen Die Andersons heute mit voller Kapelle auf der Bühne. Die Truppe aus dem Raum Schleswig/Flensburg kommt natürlich nicht aus Tennessee, wie sie sagen. Sie covern sich durch die Rockgeschichte, und mit voller Kapelle hört sich das richtig gut an. Hervorzuheben seien hier Pink Floyds Another Brick In The Wall und besonders Purple Rain von Prince. Das legendäre Gitarrensolo kommt top an.

Auch Metal Worx covern sich durch die Musikgeschichte. Hier liegt der Schwerpunkt aber nicht auf einem eigenen Stil und im Bereich Rock, sondern in den Legenden des Heavy Metal. Die Truppe ist eine „All Star Band“ aus Hamburg und Schleswig-Holstein und hat sich schon eine eigene kleine Fanbase aufgebaut. Die erst 2023 gegründete Band versammelt in hervorragender Weise Heavy Metal und Hardrock-Legenden der 80er und 90er in ihrem Repertoire. Die Band besteht aus Paddy – Vocals (Exaltyca, Ex-Showdown Live, Ex-Beaver Patrol), Günny – Gitarre (Kneipenterroristen), Rollo – Gitarre (D.I.R.T.), Dirk – Bass (Kneipenterroristen, Rapid Angeln) sowie Kay am Schlagzeug (ex-Paragon, ex-Desert Storm). Auch heute hören wir ein breites Sortiment aus klassischen Coversongs der 70er, 80er und 90er-Rockhymnen, die zum kräftigen Headbangen einladen.

Auf der kleinen Viking Stage finden heute leider keine Konzerte statt. Dafür geht es auf der Valhalla Stage, der Hauptbühne im Infield richtig los. Wie an jedem der Festivaltage beginnt die erste Beschallung um 15 Uhr. Opener des Festivals auf der großen Bühne ist Vanaheim. Die Niederländer spielen einen Epic-Pagan/Folk-Metal in einem energetischen Mix. Seit 2015 gewinnen die Jungs aus Tilburg ständig neue Fans hinzu. Mit einem monumentalen, teils brachialen Sound machen sie auch hier auf sich aufmerksam. Für unsere Ohren ungewohnt, singen sie in ihrer Landessprache. Sie verbringen nach dem Konzert einige Zeit an ihrem Merchshop, um sich mit neuen und alten Fans auszutauschen.

Die Umbaupausen sind kurz und verlangen den Jungs hinter der Bühne einiges ab. Als Nächstes stehen Tanzwut, eine bereits 1997 in Berlin gegründete Mittelalter-Rock-Band, auf der Bühne. Sie sind heute mit ihrem erfolgreichen Album Achtung Mensch! aus dem vergangenen Jahr unterwegs. Die Band um Frontmann Teufel hat heute richtige Spiellaune und das Infield ist schon gut gefüllt. Natürlich dürfen die gerade hier im Norden beliebten Songs Bis Zum Meer und Wir Sehen Uns Wieder nicht fehlen.
Seit 1998 gehören Primal Fear aus Esslingen zu den erfolgreichsten Power-Metal-Bands Deutschlands. Auch wenn ihr letztes Album Code Red schon fast zwei Jahre alt ist, zeigen sie, dass ihr Power Metal nicht von gestern ist. The Hunter, The End Is Near oder Metal Is Forever beweisen, dass deutscher Metal alles andere als tot ist. Kraftvolle Riffs und epische Melodien lassen die Zeit wie im Fluge vergehen. Leider nutzen sie ihre Playtime nicht aus und spielen nur ein 60-Minuten-Festivalset.

Subway To Sally braucht man wohl nicht großartig vorzustellen. Eric Fish und Ally Storch sind auch außerhalb der Band erfolgreich. Die ehemals Potsdamer Mittelalter-Rock-Pioniere mit einer einzigartigen Mischung aus Härte und Melodie sind für viele heute der eigentliche Headliner. Nachdem meine Lieblingssongs Kleid Aus Rosen, Post Mortem und Eisblumen gespielt sind, lege ich mich einen Moment hin, denn gleich möchte ich fit sein.

Fast verpenne ich eine meiner Lieblingsbands. Gerade noch rechtzeitig schaffe ich es in den vorbildlichen Fotograben. Mono Inc. ist eine düster-romantische Gothic-Rock-Band mit ihrem Standort in Glinde hier in Schleswig-Holstein. Ihr neues Album Darkness erschien vor nicht einmal einer Woche. So macht Sänger und Bandgründer Martin Engler natürlich kräftig Werbung dafür, denn alle heute bis null Uhr verkauften Alben zählen für den Charteinstieg. Neben einem „Best-of“ steht das neue Album natürlich im Vordergrund ihres Sets. Die tobende Menge bekommt alles zu hören, was sie will. Neben dem Drum Battle zwischen Martin Engler und seiner Frau Katha Mia dürfen natürlich die Megahits Voices Of Doom und Children Of The Dark nicht fehlen.
Man hat die Hymnen noch im Ohr, da beginnt schon die nächste Folk-Rock-Band ihren Festivalauftritt. Versengold packen in ihr Liedgut intelligente Texte und mitreißende Melodien. So wundert es nicht, dass das Infield rappelvoll ist. Dieser Doppelpack hinterlässt verwaiste Campgrounds. Songs wie The Devil Is A Barmaid, Im Bier Sind Dinge Drin, Thekenmädchen oder Hoch Die Krüge sind natürlich Balsam auf die Partyseelen, von denen es hier mehr als genug gibt. Als Bremer wissen die Jungs natürlich, wie man die norddeutsche Meute mit bierseeligen Songs auf Vordermann bringt.

Die Nacht ist klirrend kalt. Mein Thermometer im Auto klettert nicht über 7,5 Grad. Bis zum Start der Musik ist ja noch genug Zeit, sich aufzuwärmen. Die Sonne schielt hin und wieder etwas länger durch die Wolken und verbreitet spätsommerliche norddeutsche Wärme. Opener heute sind Keops. Harte Klänge aus den Tiefen Kroatiens wecken die Fans auf. Melodischer Heavy Metal, abwechslungsreich und dennoch eingängig, machen schon die ersten Songs neugierig. Immer mehr Gäste strömen auf das Infield, um den etwas anderen Heavy Metal zu genießen.
Komplett andere Musik, komplett anderer Stil. In der Ankündigung zu Goitzsche Front steht „Deutschrock mit Herz und Seele, der die Fans vereint„. Dem kann ich nicht folgen. In den Texten wird der Osten der Republik hervorgehoben und zum Thema Nummer Eins gemacht. Songs wie Simson, Schöne Grüße Aus Dem Osten oder Der Osten Rockt! stecken voller Lokalpatriotismus aus Bitterfeld-Wolfen aus Sachsen-Anhalt. Musikalisch liegt ihr Stil bei den Bösen Onkelz, gibt ihm aber eine eigene Identität.
Toxpack folgen als Nächstes. Stuft man Goitzsche Front als rechtslastig ein, steht nun das genaue Gegenteil auf der Bühne. Mit Toxpack steht eine Berliner Streetpunk und ehemals Oi!-Band auf Valhalla. Ich bin nach meiner Zeit im Fotograben allerdings gleich weg. Meine Anwesenheit wird auf der Viking Stage gebraucht. So muss ich mich bei den Jungs entschuldigen. Ich bin nicht bei der Sache und möchte deshalb auch kein Urteil über das Set abgeben.

Vertical Blinds – oder wie ein in Ungnade gefallener Wohnzimmerteppich auf die B.O.A.-Bühne kommt. Spaß beiseite. Mein Campingteppich, noch feucht nach der Wackenreinigung, findet sich plötzlich unter dem Schlagzeug wieder. Unser Drummer hat seinen vergessen und die Bassdrum haute ihm beim Soundcheck ständig ab. Also schnell über den Zaun ins Camp, Teppich geholt und wieder einen Musiker glücklich gemacht. Die Kieler Band existiert zwar seit 2007, hat aber einiges an Besetzungswechseln hinter sich. Mit dieser nahezu komplett neu aufgestellten Besetzung spielen sie nach der Kieler Woche und dem Langeln Open Air erst ihren dritten Gig. So klingen auch die alten Songs frisch und mit einer neuen Portion Kreativität deutlich aufgewertet. Dies scheint auch bei den Gästen anzukommen, die eigentlich auf dem Weg zu Gloryhammer oder nach Set zwei zu Skindred wollen. Scharenweise bleiben sie stehen, lauschen der ersten Band des Festivals mit Frontfrau und informieren sich am Merch über die „unbekannte Truppe“ mit dem ungeheuren Bumms. Ihr Stil ist schwer zu beschreiben, denn jeder Song geht in eine andere Richtung. Mal ist es eine Heavy-Metal-Ballade, mal ist es der orientalische Touch. Hier geht Gitarrist Arne mit doppelhalsiger Gitarre zu Werke, was im Publikum ein Raunen auslöst.

Zurück zur Hauptbühne. Gloryhammer ist epischer Power Metal, wie man ihn liebt. Wer jetzt glaubt, die Band stamme aus den schottischen Highlands, dem sei gesagt, dass der Ursprung in Zypern liegt. Gegründet wurde die Band ursprünglich vom Alestorm-Keyboarder Christopher Bowes. „Ein Gimmick der Band ist, dass jeder der Musiker während der Liveshows und in den Musikvideos einen Charakter aus der Konzeptgeschichte, die in den Alben erzählt wird, verkörpert„, so Wikipedia. Da ich die Herren zum ersten Mal sehen darf, lerne auch ich gerne dazu. Wieder kann ich nicht bis zum Ende bleiben, das zweite Set meiner Freunde von Vertical Blinds auf der kleinen Bühne hat eine gewisse Priorität. Schade eigentlich, denn musikalisch spricht mich das Set sehr an.
Bandfoto von Vertical Blinds vorgezogen, die Truppe mit dem Abbau allein gelassen und den Bandvorrat an Bier verkleinert. Hoffentlich nehmen sie mir das nicht übel. Schon bin ich wieder auf dem Weg zu (oder nach?) Valhalla.
Die Meister des Nu Metal und Reggae-Rock von Skindred kann ich mir nicht entgehen lassen. Auch wenn ich musikalisch nicht auf dieser Welle schwimme, ist Sänger Benji Webbe immer sehenswert. Seine Aktion ist natürlich etwas für uns Fotografen und die Band wird mit ihrer energiegeladenen Show die Massen zum Toben bringen. Die fünfköpfige walisische Band aus Newport hat mit Smile bereits ihr achtes Studioalbum am Start. Im Set fehlen die Hits Kill The Power und Gimme That Boom natürlich nicht.

Kommen sie oder kommen sie nicht? Die Schweden aus Ånge von tAKiDA mussten in der vergangenen Woche ein Konzert wegen Krankheit ihres Frontmanns Robert Petterson absagen. Bei den Fans natürlich Erleichterung, als der Tourbus gesichtet wird. Alternative Rock mit düsteren Melodien und kraftvollen Refrains ist das Markenzeichen der Band. Bei Beginn der Show dunkles Licht und viel Nebel. Man sieht Robert Petterson an, dass es ihm nicht gut geht. Er wirkt benommen und wie in Trance. Im Set lassen sie keinen Hit aus. Am Ende wird er von seinen Bandkollegen in den Arm genommen und von der Bühne geführt.

Stahlzeit ist eine Rammstein-Tribute-Band, die dem Original in nichts nachsteht. Wir Fotografen dürfen nicht in den Graben, die Gefahr durch die Pyro ist zu groß. Genau das kenne ich schon aus der Kieler Wunderino-Arena. Bei deren Shows dort dürfen wir ebenso nur aus dem Publikum dokumentieren. Ich nutze die Möglichkeit und versuche, aus dem Riesenrad spektakuläre Aufnahmen zu machen. Natürlich beginnt die Feuershow erst, nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Mein Teil erklingt. Der riesige Kochtopf rollt über die Bühne und wird mit den Flammenwerfern beschossen. Benzin folgt als Nächstes. Die Zapfsäule steht schon auf der Bühne. Der riesige Feuerstrahl aus dem Zapfhahn erleuchtet das gesamte Infield. Plötzlich ist einem warm. Mein Herz Brennt bringen die Jungs um Sänger Helfried „Heli“ Reißenweber in einer Pianoversion, bei der das Klavier währenddessen brennt. Auch heute beweisen die Jungs, dass sie weiterhin die spektakulärste Rammstein-Tributeshow in Deutschland sind.

Die Nacht war nicht ganz so kalt wie die Nacht zuvor. 12 Uhr Mittag. Wie in den vergangenen Jahren auch, beginnt auf der kleinen Viking Stage der Wet-Shirt-Contest. Besser gesagt: sollte beginnen. Vor dem Einlass bildet sich eine lange Schlange, sodass noch einige Zeit gewartet wird. Es sollen schließlich möglichst viele die Chance haben, dem Contest beizuwohnen. Es sind in diesem Jahr so viele wie nie. „Und es sinkt für Sie: Das Niveau.“ Aber Spaß macht es trotzdem. In den Kategorien Männer und Frauen werden nach Publikumsjubel die Gewinner von Tickets für das kommende Jahr ausgelobt. Nicht ganz jugendfrei gibt es nackte Haut, aber auch lustige Verkleidungen zu sehen. Der anschließende Dosentier-Wettbewerb lockt ebenfalls viele Künstler aus den Camps an. Gerade erst ins Leben gerufen, sind so viele Teilnehmer dabei, dass es auf der Bühne mächtig eng wird. Ich allerdings habe Hunger und warte die Siegerehrung nicht ab. Der Tag wird noch lang genug, mein alternder Körper schreit deutlich nach Erholung.

Asenblut stammen aus Göttingen und spielen Melodic Death beziehungsweise Black Metal mit nordischer Mythologie als Inspiration. Ich bin nicht fit, spule mein Pflichtprogramm ab und überbrücke die Zeit mit Ruhe.
Auch die nächsten Bands bekommen von mir nicht viel Aufmerksamkeit. Stainless Steel ist eine Onkelz-Coverband. Ihr Sänger Kevin feiert Jubiläum. Neun Jahre Band Stainless Steel und nun fünf Monate nach überstandener Entzündung der Stimmbänder. Allerdings merkt man, dass er noch nicht 100-prozentig fit ist. Zum Ende des Konzerts holen sie einen Fan aus dem Publikum, der textsicher ist und die letzten beiden Songs übernimmt. Patrick, so stellt er sich vor, macht seine Sache super, trotzdem ist der Gig nach nicht einmal einer Stunde beendet. Ein Gig, der im Normalfall an die zwei Stunden gedauert hätte.
Wie schon am Vortag wechselt rechts und links genau ab. BRDigung spielen Punkrock mit deutschen Texten, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Ich bin überrascht, wie viele Songs ich von der Band kenne. Demnächst gehen sie mit „unserer“ Schleswig-Holsteiner Band Drunken Swallows auf Tour. Rentners Paradise und Egon Kowalski habe ich zufällig in meiner Punk-Playlist. Ich begleite Kumpel auf ihren Campground und bekomme von dem Set nicht viel mehr mit. Das muss ich aber in Ruhe mal nachholen.
Auf dem Weg komme ich an der kleinen Viking Stage vorbei. Die Beerbusters aus Emden beginnen ihr erstes Set. Mehr als ein paar Bilder sind nicht drin, meine Kumpels haben Bock auf Bier und nicht auf Songs darüber. Ihr Liedgut erinnert an die Dimple Minds und entfernt an Die Kassierer. Sorry Jungs, ich bin raus.
„Danko Jones: Hard Rock aus Kanada mit einer gehörigen Portion Punk-Attitüde„, steht in der Ankündigung. Ich finde das untertrieben. Was die drei Jungs da auf der Bühne abreißen, ist großartig und genau mein Ding. Die drei spielen ein gefühltes Best-of-Set mit allen Hits der Band. Ein Set, das viel zu schnell vorbeigeht. Ich bleibe gleich vor der Bühne, treffe Freunde und bekomme vom zweiten Set der Beerbusters nichts mit. Dimple Minds-Cover und Sauflieder sind mir nicht so wichtig.

Die selbsternannte „meiste Band der Welt“, Knorkator, mit ihrem anarchischen Humor und ihrer musikalischen Vielfalt, bestimmt heute den frühen Abend. Natürlich holt Stumpen uns Fotografen wieder beim Song Die Welt Wird Nie Wieder So auf die Bühne, natürlich kommen alle Kinder beim letzten Song Zähneputzen, Pullern Und Ab Ins Bett auf die Bühne, natürlich überzieht Stumpen gnadenlos, natürlich wird ein Keyboard zertrümmert und die Teile unter den Fans verteilt. Was die Band abliefert, ist für die Fans einfach großartig. Stumpens Bühnenpräsenz, seine Provokationen mit Konfettikanone im blanken Hintern, seine Aktion auf der Bühne sind derzeit ungeschlagen. Danke, Jungs, ich hatte selten so viel Spaß bei einem Konzert wie heute. Stumpens Tochter sitzt wieder als Background auf der Bühne. Ich bin immer wieder von dem Kontrast fasziniert.
Fiddler’s Green verwandeln die Bühne in einen Pub. Irish Folk Punk, der zum Tanzen und Feiern einlädt, bestimmt das Programm. Die Menge im Infield kann sich nicht entziehen und tanzt unablässig. Eine deutsche Band mit diesem Irish Touch gibt es kein zweites Mal. Was die Erlanger auf einer Bühne abziehen, ist richtig genial. Unbeteiligte haben keine Chance, sich der Stimmung zu entziehen.

Es ist fast vollbracht. Eine Band haben wir noch. Feuerschwanz lassen sogar Fotografen zum Konzert zu. Mittelalter-Rock mit Augenzwinkern und Ohrwurm-Garantie steht zum letzten Programmpunkt an. Die Feuershow macht warm ums Herz. Nebel behindert die Sicht auf die Protagonisten, aber das ist man ja schon gewohnt. Die Truppe macht einfach Spaß, auch wenn man eigentlich eine andere Sparte bevorzugt. Feuer, Rock und gute Laune garantiert. Nach knapp einer Stunde breche ich den Heimweg an. Als Kieler habe ich es nicht allzu weit und liege fast im Bett, wenn das letzte Feuerwerk über dem Wikingerland niedergeht.

Kein Regen, kein Schlamm, ein wenig Staub, ein bunter Strauß Rockmusik, in dem alle Genres vertreten waren. Die Organisation klappte nahezu reibungslos. Ein Stromausfall an der Bühne, ein nicht gut genug abgesicherter Stromkasten am Mittelaltermarkt sind kleine Probleme, die immer auf einem Acker auftreten können. Die Securitys waren „alte Bekannte“ und die Ordner waren gebriefter als in Vorjahren, auch wenn es hier und da zu Unmut kam. Platz auf dem Campground gab es trotz oder wegen der strengeren Vorschriften genug. C3 war nur halb belegt. Wer sich natürlich unbedingt auf C1 stellen wollte, musste früh aufstehen. Warum sich schon frühmorgens Leute vor das Eingangstor stellen, und die Wege blockieren, obwohl eine Anreise/Öffnung erst ab 12 Uhr zugesagt wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Die Toilettensituation wird überall diskutiert. Ich habe stets brauchbare Toiletten vorgefunden, egal, wo ich mich aufgehalten habe. Wer da über drei Minuten Anstehen jammert, klagt auf hohem Niveau. Preislich mag die Toilettenflat ein wenig zu hoch empfunden worden sein. Dafür war jemand ständig vor Ort, alles sauber und immer ausreichend Papier da. Längst ist das nicht selbstverständlich. Die Preise auf dem Mittelaltermarkt waren im Vergleich zu anderen Festivals angemessen. Einzig die VIP-Kunden fühlten sich etwas „über den Tisch gezogen“. Ihre Essensmarken sollten für eine Mahlzeit gelten, hatten aber nur einen Wert von sechs Euro. Dafür bekam man gerade eine Krakauer, aber noch lange keine Mahlzeit. Currywurst/Pommes 11 Euro, Sau im Brötchen 9 Euro, Burger 11 Euro lagen hierbei alles drüber und die Differenz musste zusätzlich gezahlt werden.
Von schwerwiegenden Straftaten oder Unfällen ist uns nichts bekannt. Als Band der kleinen Bühne können wir über nichts klagen, außer dass die zugewiesene Kiste Bier zu schnell leer war. Die Zufriedenheit über dieses familiäre, überschaubare Festival überwiegt. Die Frühbuchertickets für 2026 waren in Windeseile weg, 90 % bereits auf dem Festivalgelände. Stufe zwei zum Preis von 149 Euro ist gezündet. Bestätigt sind schon folgende Bands: Hell Boulevard, Schattenmann, Soulbound, Mr. Irish Bastard, Barock, WarKings, Axel Rudi Pell, Wind Rose und Saltatio Mortis. Auch ich habe mich für das Baltic Open Air vom 19. bis 22. August 2026 wieder angemeldet!
Danke an das Orgateam des Festivals. In meinem Fall geht der Dank im Besonderen an Ingo und Marc für die Versorgung mit Strom und Setlisten, ohne die die Berichterstattung nicht funktioniert, wie sie funktioniert. Im Folgenden könnt ihr alle Setlisten des Festivals abrufen
1. Hagridden
2. God We Have Slain
3. Dead For The Rest Of Your Life
4. The Perfect Killing Machine
5. Cows Ablaze
6. Wreck Of The Past
7. Fragments Of Eternity
8. Imagination Of The Fake
9. Only Pain Ahead
10. Paralyzed
11. Dressed In Fear
12. Nice Day On The Road
13. Chaos World
1. Sunday Bloody Sunday
2. Times Like These
3. 51 State
4. Lonely Boy
5. Ring Of Fire
6. Dancing In The Dark
7. Nutbush City / It’s A Long Was
8. All Right Now
9. Nothing Compares To You
10. A7, Ich Lauf Durch Jede Wüste
11. Westerland
12. Sex On Fire
13. Take A Look Around
14. Zombie
15. Purple Rain
Zugabe:
16. The Bards Song
17. Another Brick On The Wall
18. Rockin‘ In The Free World
1. Solid Ball Of Rock
2. Metal Gods
3. Holy Diver
4. Metal Heart
5. Living After Midnight
6. Highway To Hell
7. Heavy Metal Never Die
8. Run To The Hills
9. Runnin‘ With The Devil
10. 18 And Life
11. Back To Back
12. Ace Of Spades
13. Warriors Of The World
14. Metal Health
15. Rock You Like A Hurricane
16. We’re Not Gonna Take It
17. Fear Of The Dark
18. I Want Out
19. Rock The Night
20. Balls To The Wall
21. Hells Bells
22. Breaking The Law
23. Princess Of The Dawn
24. Another Thing Comin‘
1. Uit Steen Geslagen
2. Onbevangen
3. Daughter Of The Down
4. Reuzenspraak
5. The Dwarven Chant
6. Gevallen In De Nacht
1. Feuer In Der Nacht
2. Neues Spiel, Neues Glück
3. Achtung Mensch
4. Bis Zum Meer
5. Freitag Der 13.
6. Noch Eine Flasche Wein
7. Roter Mohn
8. Loch In Der Mauer
9. Pack
10. Narziss
11. Puppenspieler
12. Brüder Im Geiste
13. Wir Sehen Uns Wieder
1. Final Embrace
2. Nclear Fire
3. Angel In Black
4. The Hunter
5. King Of Madness
6. Hounds Of Justice
7. The End Is Near
8. Fighting The Darkness
9. Chainbreaker
10. Metal Is Forever
11. Running In The Dust
1. Introitus
2. Phönix
3. Wunder
4. Leinen Los
5. Was Ihr Wollt
6. Kleid Aus Rosen
7. Herz In Der Rinde
8. Metal Medley
9. Henkersbraut
10. Knochenschiff
11. Falscher Heiland
12. Post Mortem
13. Eisblumen
14. Veitstanz
15. Folk Party Medley
16. Sag Dem Teufel
17. Ohne Liebe
18. Sieben
19. Vulkan
20. Julia Und Die Räuber
1. Welcome To Hell
2. Louder Than Hell
3. In My Darkness
4. Arabia
5. Lieb Mich
6. Revenge
7. Passenger
8. Drumbattle
9. After The War
10. Voices Of Doom
11. Heartbeat Of The Dead
12. Children Of The Dark
1. Niemals Sang- Und Klanglos
2. Verliebt In Eine Insel
3. Der Tag, An Dem Die Götter Sich Betranken
4. Klabauterfrau
5. Hey Hanna
6. The Devil Is A Barmaid
7. Falscher Leuchtturm
8. Haut Mir Kein‘ Stein
9. Feuergeist
10. Biikebrennen
11. Im Bier Sind Dinge Drin
12. Thekenmädchen
13. Hoch Die Krüge
14. Braune Pfeifen
15. Kobold Im Kopp
1. Unconscious Mind
2. The Machine
3. Road To Perdition
4. Misery Memento
5. Rise Again
6. Keops
1. Lok Aus Dem Dreck
2. Chaos Und Promille
3. Simson
4. Helden Meiner Jugend
5. Die Goitsche Brennt
6. Männer Aus Stahl
7. Vier Asse
8. Schöne Grüße Aus Dem Osten
9. Jugend Von Gestern
10. Fett Und Tätowiert
11. Nie So Voll
12. Streichholz Und Benzin
13. Der Osten Rockt
14. Was Bleibt
1. An Der Zeit
2. Willkommen Im Klub
3. Setz Die Segel
4. Bastarde Von Morgen
5. Arschloch
6. Das Problem
7. Heute So, Morgen So
8. Profilneurotiker
9. Cultus Interruptus
10. No Remorse
11. Was Uns Verbindet
12. Alte Tage
13. Uhrwerk
14. E.B.S.C.
1. Burning Lifetime
2. Wishes
3. Precious Time
4. Losing Control
5. Torn
6. Wasted Time
7. Hearts On Fire
Set 2:
8. Wastedt Time
9. Precious Time
10. Empty Eyes
11. Losing Control
12. Torn
13. Question Of Signs
14. Hearts On Fire
1. The Land Of Unicorns
2. He Has Returned
3. Fly Away
4. 2001 Sunrise
5. Wasteland Warrior Hoots Patrol
6. Gloryhammer
7. On A Quest For Aberdeen
8. Keeper Of The Celestial Flame Of Abernethy
9. Universe On Fire
10. Hootsforce
11. The Unicorn Invasion Of Dundee
12. The National Anthem Of Unst
1. Set Fazers
2. Rat Race
3. Pressure
4. World’s On Fire
5. That’s My Jam
6. Radio 01633 / Jump EVH
7. Love (Smile Pls)
8. Kill The Power
9. Nobody
10. Gimme That Boom
11. Warning
1. The Game
2. Goodbye
3. Master
4. The Lonliest Hour
5. Better
6. Heaven Stay
7. Sacred Spell
8. What About Me?
9. Your Blood Awaits You
10. Third Strike
11. I Am The World
1. Reise Reise
2. Links
3. Sehnsucht
4. Du Riechst So Gut
5. Mein Teil
6. Benzin
7. Deutschland
8. Ohne Dich
9. Ich Tu Dir Weh
10. Mein Herz Brennt
11. Sonne
12. Du Hast
13. Ich Will
14. Feuer Frei!
15. Engel
1. Das Ende Der Götter
2. Unbesiegbar
3. Seite An Seite
4. Entfesselt
5. Wie Ein Berserker
6. Wölfe Des Meeres
7. Berserkerzorn
8. Asenblut
1. 10 Jahre
2. So Sind Wir
3. Erkennen Sie Die Melodie
4. Nichts ist So Hart Wie Das Leben
5. Schutzgeist Der Scheisse
6. Nekrophil
7. Nur Die Besten Sterben Jung
8. Auf Gute Freunde
9. Brombeerpilot
10. Erinnerungen
1. Sommerlied
2. Letzte Party
3. Duschen Unter Wolken
4. Rentners Paradise
5. Tune In MF
6. Tanzen Im Regen
7. Tanz Dickes Kind
8. Hipster Hipster
9. Ob Du Behindert Bist
10. Gib Nicht Auf
11. Ikarus Oder Peter Pan
12. Egon Kowalski
13. Pures Gift Für Mich
14. Kein Kompromiss
1. Guess Who’s Back
2. Get High?
3. I’m In A Band
4. I Gotta Rock
5. Everyday Is A Saturday Night
6. First Date
7. Good Time
8. You Are Ma Woman
9. I Love It Louder
10. Full Of Regret
11. Had Enough
12. Lovercall
13. What You Need
14. My Little Rock ’n‘ Roll
1. Halb Mensch, Halb Bier
2. Bier
3. Day After Freibier
4. Das Schlimmst
5. Lasst Uns …
6. Horns Up
7. Gefällt Mir
8. Set 2:
9. Danke Schön – Bitte Schön
10. Back For Beer
11. Lauf Junge Lauf
12. Maria
13. Durstige Männer
14. Ode An Das Bier
1. Sieg Der Vernunft
2. Kurz Und Klein
3. Die Welt Wird Nie Wieder So
4. Hofstaat
5. Tut Uns Leid
6. Böse
7. Du Nich
8. Ma Baker
9. Rette Sich Wer Kann
10. Alter Mann
11. Ding Inne Schnauze
12. Weg Nach Unten
13. Wir Werden Alle Sterben
14. Eigentum
15. Zähneputzen, Pullern Und Ab Ins Bett
1. Shanghaied In Portsmouth
2. A Night In Dublin
3. Down
4. Ready For The Ball
5. Raise Your Arms
6. Tobi Solo
7. Bottoms Up
8. A Good Old Irish Bar
9. The Bog – Jig
10. Yindy
11. Victor
12. One Fine Day
13. The Night Pat Murphy Died
14. Wild Rover
1. SGFRD
2. Memento Mori
3. Untot
4. Metfest
5. Bastard
6. Knightclub
7. Ultima Nocte
8. Schubsetanz
9. Kampfzwerg
10. Berzerker
11. Highlander
12. Uruk-Hai
13. Unplugged
14. Rollos Hammer
15. Dragostea
16. Hörner Hoch
17. Valhalla
18. Rohirrim
19. Das Elfte Gebot
























































































































