Diese Briten sind schon längst keine Unbekannten mehr, haben sie doch durch massive Touren und vielfältige Veröffentlichungen bereits von sich reden gemacht. Und so scharrt die Fanschar bereits mit den Füßen und erwartet mit The New Flesh nichts weniger als einen neuen Brecher auf dem Plattenteller.
Der neue Bastard verschiedener Metal‑Spielarten, der hier nun vorliegt, sollte für Erquickung sorgen. The New Flesh ist wieder ein Konglomerat aus Thrash‑, Death‑Metal und ‑core. Dazu gibt man sich wieder äußerst unbarmherzig in Bezug auf Brutalität und kompositorisches Können. Die neue Scheibe ist noch einmal eine ganze Schippe abwechslungsreicher als der inzwischen dreijährige Vorgänger A Sign Of Things To Come. Keine Ahnung, wo die Typen diese Ideen hernehmen, aber wenn sie eins können, dann ist es, Songfragmente klug zu verschachteln und zu arrangieren, ohne dass nur Musikprofessoren verstehen, was sie eigentlich sagen wollen. Da überrascht es umso mehr, dass die meisten Stücke beim Gang ins Studio noch gar nicht durchkomponiert waren, sondern erst vor Ort den nötigen letzten Feinschliff erhalten haben.
Der Opener Beneath The Surface schwingt gleich mal die Death‑Metal‑Keule – starkes Riffing, von der modernen Produktion mal abgesehen sogar mit eingebautem Old‑School‑Feeling, bevor man sich variablerem Gethrashe ergibt. Erased wiederum setzt ebenfalls auf Stakkato‑Salven und ist nicht ganz so schnell, punktet aber durch Vielseitigkeit im Songaufbau.
Und das ist eigentlich auch das Grundmotto der Scheibe: entweder schnelles Geballer wie in All Glory, No Valour, Melodic‑Death‑ und sogar leichte Black‑Metal‑Einschläge wie in Adorn My Throne, oder melodischer als z. B. in Lacerations. Alles wird immer wieder gespickt mit Deathcore‑Elementen, die hier erfreulicherweise nicht sehr stark im Vordergrund stehen. Einzig Everywhere At Once schlägt ziemlich aus der Reihe. Der Song kommt mit klarer Stimme und akustischen Klangfarben daher und nimmt der Platte dadurch etwas vom Drive. Kein schlechtes Stück, aber man hätte es eher ans Ende der mit fast 50 Minuten Spielzeit erfreulich langen Platte setzen sollen.
Unter dem Strich bleibt ein starkes Album, das auch nach vielen Durchläufen neue Facetten bietet und Freunde der genannten Stile sicher zu überzeugen weiß.
Hier geht es für weitere Informationen zu Sylosis – The New Flesh in unserem Time For Metal Release-Kalender.



