“Progressive Abwege durch den Death und Heavy Metal!“
Artist: Barren Earth
Herkunft: Helsinki, Finnland
Album: A Complex Of Cages
Spiellänge: 61:25 Minuten
Genre: Progressive Death Metal, Heavy Metal
Release: 30.03.2018
Label: Century Media Records
Link: https://www.facebook.com/pg/BarrenEarth/about/?ref=page_internal
Bandmitglieder:
Gesang – Jón Aldará
Gitarre – Janne Perttilä
Gitarre – Sami Yli-Sirniö
Bassgitarre – Oppu Laine
Keyboard – Antti Myllynen
Schlagzeug – Marko Tarvonen
Tracklist:
- The Living Fortress
- Ruby
- Further Down
- Zeal
- Scatterprey
- Solitude Pith
- Dysphoria
- Spire
- Withdrawal
Barren Earth leben auch im Jahre 2018 noch von der Amorphis Handschrift von Oppu Laine. Trotzdem wäre es viel zu einfach sein altes Schaffen mit den Klängen von A Complex Of Cages zu vergleichen, das das schwer erfolgreiche Album On Lonely Towers ablöst. Bei uns hat mein Kollege gleich mit der Bestmarke gewedelt, die Chartplattzierung in ihrer Heimat belegt das gute Gefühl. Mit den neuen Klängen legen die sechs Finnen direkt nach.
Mit The Living Fortress ziehen Sänger Jón Aldará und Konsorten den Käufer in einen bitteren Strudel aus klassischem Progressive Metal und Death Metal Riffs. Die Gitarren von Janne Perttilä und Sami Yli-Sirniö wirken dabei teilweise so genretypisch, dass man noch mal genau hinhören muss. Nach dem glatten Einstieg blasen Barren Earth ihren Opener doch noch episch auf, alles andere wäre auch wohl ein Skandal gewesen. Die zwei Welten, die in dem Konzept der Skandinavier aufeinandertreffen, wirken, das ist mir immer ganz wichtig, nicht aneinandergesetzt, sondern die Emotionen leben zwischen den Sequenzen und sorgen für eine gewisse Zusammengehörigkeit. Wie ein Eisberg erlebt man A Complex Of Cages. Die Spitze bildet der eben angesprochene The Living Fortress gemeinsam mit Ruby und Further Down. Darunter wartet die eigentliche unheilvolle Gefahr, die man unter der Meeresoberfläche kaum vermutet hätte. Zeal mit Klaviereinsatz stimmig angerichtet, lässt erstmals vermuten, welche dunkle Kraft überhaupt in dem Silberling steckt. Neben den sinnlichen Melodien hält immer wieder die brutale Kraft des rauen Meeres inne, die alles verschlingt, was sich den tosenden Wassermassen entgegenstellt. Stille Wasser werden oft als tief bezeichnet, dieses Sinnbild auf Barren Earth bezogen öffnet einem die Augen, bevor es zu spät wäre. Tiefer und tiefer dringt man in die Dunkelheit mit Scatterprey und dem längsten Geflecht aus Clean- und Growlgesang Solitude Pith. Alleine diese Balance beherschen die Männer aus dem kalten Nordeuropa wie nur wenige andere Acts auf diesem Globus. Freunde von Amorphis Album Elegy werden abermals in die Hände klatschen. Gleiches gilt für Jünger der Gruppen Swallow The Sun, Ghost Brigade oder sogar Katatonia. Mit über einer Stunde Spielzeit setzen Dysphoria, Spire oder der abschließende Withdrawal auf Nachhaltigkeit, dieses Kriterium erfüllt ihr neuer Longplayer ohne Wenn und Aber!



