Behemoth – Sventevith (Storming Near The Baltic) (Reissue)

Besinnung auf die späten Anfangstage oder besser gesagt: “Wie alles begann“

Artist: Behemoth

Herkunft: Danzig, Polen

Album: Sventevith (Storming Near The Baltic)

Spiellänge: 40:23 Minuten (Side A Side B / es fehlt: Transylvanian Forest)

Genre: Black Metal, Death Metal

Release: 03.09.2021 (damals: April 1995)

Label: Metal Blade (damals: Pagan Records)

Link: https://www.behemoth.pl

Bandmitglieder damals 1995:

Gitarren, Bassgitarre und Gesang – Nergal
Schlagzeug – Baal Ravenlock

Bandmitglieder heute:

Gitarre und Gesang – Nergal
Bassgitarre und Backgroundgesang – Orion
Schlagzeug – Inferno
Gitarre und Backgroundgesang (nicht offizielles Bandmitglied) – Seth

Tracklist:

Side A
01. Chant Of The Eastern Lands
02. The Touch Of Nya
03. From The Pagan Vastlands
04. Hidden In A Fog
05. Ancient

Side B
06. Entering The Faustian Soul
07. Forgotten Cult Of Aldaron
08. Wolves Guard My Coffin
09. Hell Dwells In Ice

Side C
10. Cursed Angel Of Doom
11. Dark Triumph
12. Bless Thee For Granting Me Pain (by Helevorn)
13. Hell Dwells In Ice (by Helevorn) (Unreleased)
14. Hidden In A Fog (Live at Merry Christless Warsaw 2017)
15. From The Pagan Vastlands (Live at Black Metal Inferno Fest 1996)

Side D
16. Hidden In A Fog (Live at Black Metal Inferno Fest 1996)
17. Wolves Guard My Coffin (Live at Black Metal Inferno Fest 1996)
18. Hidden In A Fog (Live at Riviera Remont, Warsaw 1996)
19. From The Pagan Vastlands (Live in Maastricht, Pagan Triumph Tour 1996)
20. Hidden In A Fog (Live in Maastricht, Pagan Triumph Tour 1996)

Bei Behemoth erspare ich mir doch die ganzen Anfangsfloskeln meiner Reviews, sollten doch die drei bzw. vier Herren aus Polen jedem, der Metal hört und mag, ein Begriff sein. Ich starte daher heute alternativ anders in meine Rezension, denn das hier ist und wird kein normales Review, es ist ein Reissue des “kvlten” Debütalbums Sventevith (Storming Near The Baltic) der Band, die es seit 2003 vollends (davor auch schon, aber nicht in der Form) geschafft hat, mich in ihren Bann zu ziehen. Seht mir daher ein paar positive Übertreibungen in der Wertung nach, aber ich muss vorwegnehmen, mein Einstieg in das musikalische Schaffen von Behemoth sind die Alben Thelema.6 (2000) Zos Kia Cultus (2002), Demigod (2004) und alles, was dann danach kam. Wobei mich Demigod dermaßen beeindruckt hat, dass ich vom Schaffen von Nergal und Co. nicht mehr losgekommen bin und alles aufsauge, was ich zu hören, zu lesen oder zu kaufen bekomme. Warum haben mich diese Platten und nicht die Vorgängerscheiben so beeindruckt? Die Antwort ist simpel: Ich konnte einfach als Teenager und dann mit Anfang 20 noch gar nicht so viel mit Black Metal und Corpsepaint und dem trven Getue anfangen.
So weit, so gut. Als damals im April 1995 das Debüt (Album) Sventevith (Storming Near the Baltic) veröffentlicht wurde, war ich stramme 14 und ich beschäftigte mich zu der Zeit mehr mit Sepultura, Pantera, Metallica usw., was sich ja dann bald mehr und mehr in immer extremere Gefilde verlagerte. Den Gefallen an den älteren Scheiben vor der Satanica (VÖ 1999) fand ich erst nach und nach und mit heutigem Stand muss ich sagen, ich mag die alten Werke im tiefschwarzen, satanischen Gewand, eben wegen dieser urigen alten Eigenschaften, die der Black Metal Anfang der 90er mit sich brachte (besonders auch auf den ersten VÖ’s Endless Damnation (1992), …From The Pagan Vastlands (1994) und neben der Sventevith (Storming Near The Baltic) auch And The Forests Dream Eternally (Aug 1995)).
Nun aber zu dem, was uns Behemoth am 03.09.2021 auf den Plattenteller bzw. Verkaufstisch legt. Die Sventevith (Storming Near The Baltic) kommt in einem ganzen Paket, wobei ein Song der ursprünglichen Version fehlt (Transylvanian Forest), somit endet der offizielle Teil des Ganzen mit dem Song Hell Dwells In Ice.

Als Bonus zur Reissue gibt es auf der zweiten LP rare Songs wie Cursed Angel Of Doom und Bless Thee For Granting Me Pain, die auch schon auf der Demonica-Compilation (VÖ: 2006) zu finden waren. Seltene Live-Mitschnitte kommen als zusätzliches Extra auf den Plattenteller und das sollte doch die Fanherzen noch höher schlagen lassen. Für mich persönlich sind das alles Highlights.

Die Sventevith (Storming Near The Baltic) aus heutiger Sicht zu beurteilen, fällt schwer, muss man doch Maßstäbe der Produktion von damals und von heute beachten und darf auch die Intentionen des Schaffens nicht außer Acht lassen. Dieser traditionelle Black Metal darf nicht zu sauber klingen, das war auch damals definitiv nicht das Ziel, eher verstörend, rebellisch, aufrührerisch – auch genau so interpretiere ich heute die Songs und erfreue mich immer wieder, wenn einige davon auch live zu hören sind.
Gerade auch beim Hören der epischen Parts entsteht der Eindruck, dass Behemoth schon damals auf Höheres hinauswollten, was letztendlich aufgrund einer stetigen Entwicklung und einer fast schon fanatischen Arbeit gelang. Mehr vermag ich hier gar nicht sagen bzw. schreiben. Sventevith (Storming Near The Baltic) ist und bleibt Kvlt und mit diesem Package dürften Behemoth auch wieder die Fans erreichen, denen die Band mit Beginn der 2000er-Jahre zu wenig Black Metal und zu erfolgreich geworden ist.

In folgenden Formaten könnt ihr das Werk bestellen:

–US: indiemerch.com
–EU: eu.kingsroadmerch.com
–UK: eyesoremerch.com

Sventevith (Storming Near The Baltic) CD und LP Versionen:
– digibook 2CD (hardcover digibook, 48-page booklet)
– 180g black vinyl (EU exclusive)
– clear beige brown marbled vinyl (EU exclusive – limited to 700 copies)
– silver vinyl (EU exclusive – limited to 300 copies)
– white / black marbled vinyl (EU exclusive – limited to 200 copies)
– clear w/ black dust vinyl (EU exclusive – limited to 200 copies)
– gold w/ black dust vinyl (EU exclusive – limited to 200 copies)
– clear ash gray marbled vinyl (US exclusive)

Behemoth – Sventevith (Storming Near The Baltic) (Reissue)
Fazit
Behemoth sind und bleiben Behemoth. Die Neu-Veröffentlichung der Sventevith (Storming Near The Baltic) und des kompletten Bonuspackages ist eine Rückbesinnung, eine Huldigung auf die eigenen Wurzeln, auf den Beginn und auf all das, was diese Band heute ausmacht und was sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Auch wenn aus der damaligen Formation lediglich noch Nergal am Start ist, Orion, Inferno und auch Seth verkörpern eben auch heute genau das, warum so viele Fans dieser Band in Scharen folgen, auch ich und ich mag die alten Werke und auch die Neueren, ob ihrer genannten Eigenschaften, damals roh, satanisch, unverbraucht, rebellisch und tief im Underground und heute aufgrund der Präzision, des sehr gekonnten Songwritings, des Mutes, immer wieder Neues auszuprobieren und natürlich auch wegen der Show und der kompletten Präsenz dieser Band. Wenn ich könnte, würde ich 9,666 Punkte vergeben – die 10 spare ich mir auf, denn da kommt noch etwas ganz Großes dieses Jahr.

Anspieltipps: alle und dann wieder von vorn
Dave S.
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