Demons & Wizards – Touched By The Crimson King

Nach Stephen Kings Der Dunkle Turm

Artist: Demons & Wizards

Herkunft: USA / Deutschland

Album: Touched By The Crimson King (Remaster 2019)

Spiellänge: 68:12 Minuten (49:28 + 13:45 Bonustracks + 46:37 Demotracks)

Genre: Heavy Metal, Power Metal

Release: 07.06.2019

Label: Century Media

Link: https://www.facebook.com/WizardsDemons/

Bandmitglieder:

Gesang – Hansi Kürsch (Blind Guardian)
Gitarre, Bass – Jon Schaffer (Iced Earth)

Tracklist:

CD 1:
01. Crimson King (Remaster 2019)
02. Beneath This Waves (Remaster 2019)
03. Terror Train (Remaster 2019)
04. Seize The Day (Remaster 2019)
05. The Gunslinger (Remaster 2019)
06. Love`s Tragedy Asunder (Remaster 2019)
07. Wicked Witch (Remaster 2019)
08. Dorian (Remaster 2019)
09. Down Where I Am (Remaster 2019)
10. Immigrant Song (Remaster 2019) (Led Zeppelin Cover)
Bonustracks:
11. Lunar Lament (Remaster 2019)
12. Spatial Architects (Remaster 2019)
13. Wicked Witch (Slow Version – Remaster 2019)

CD 2:
01. Terror Train (Demo – Remaster 2019)
02. Beneath This Waves (Demo – Remaster 2019)
03. Seize The Day (Demo – Remaster 2019)
04. Spatial Architects (Demo – Remaster 2019)
05. Down Where I Am (Demo – Remaster 2019)
06. The Gunslinger (Demo – Remaster 2019)
07. Until She Comes (Demo – Remaster 2019)
08. Love`s Tragedy Asunder (Demo – Remaster 2019)
09. Crimson King (Demo – Remaster 2019)
(Demos only on Digital Deluxe & 2CD Formats)

Demons & Wizards sind eine Heavy Metal/Power Metal Band, die 1997 als Nebenprojekt von Jon Schaffer (Iced Earth) und Hansi Kürsch (Blind Guardian) gegründet wurde, und Schaffers Gitarrentechnik mit Kürschs Gesang kombiniert. Als Blind Guardian Anfang der 1990er-Jahre einen Support für ihre Tales From The Twilight World Tour suchten, stießen sie erstmals auf Iced Earth und verpflichteten diese. Schaffer und Kürsch freundeten sich an und stellten später fest, dass man auch als Songwriterteam gemeinsam bestens harmoniert: die Geburtsstunde von Demons & Wizards. Aus dieser Freundschaft entstand dann im Jahr 2000 das Debütalbum Demons & Wizards, bei dem Hansi Kürsch als Textwriter fungierte und Jon Schaffer die Musik arrangierte. Das Resultat: Anders als bei Blind Guardian, sind die Songs weniger orchestral und tendieren deutlicher in Richtung Heavy Metal. Erst fünf Jahre später, im Jahr 2005, veröffentlichte man den Nachfolger Touched By The Crimson King. Bereits 2011 erklärten die beiden dann, dass man ein weiteres Album plane und dieses so schnell wie möglich zu veröffentlichen gedenke. Es sollten jedoch weitere acht Jahre ins Land gehen, bis die beiden Koryphäen nun tatsächlich die Arbeit aufgenommen haben und Album Nummer drei für 2020 in Aussicht gestellt haben.

Bevor es jedoch so weit ist, werden nun die beiden ersten Veröffentlichungen als hochkarätige Neuauflagen unter das Volk gebracht. Somit erblickt auch das legendäre Zweitwerk Touched By The Crimson King am 07.06.2019 erneut das Licht der Welt, welches von Christopher „Zeuss“ Harris (Iced Earth, Overkill, Queensrÿche) digital remasterd wurde. Auch das Artwork wurde überarbeitet und ein wenig ansehnlicher gestaltet.

Während das selbst betitelte Demons & Wizards Album noch keinem klaren Konzept folgte und die Geschichten hinter den Songs eher willkürlich zusammengewürfelt waren, verhält es sich bei den Songs von Touched By The Crimson King etwas anders. Phasenweise ist der Zweitling angelehnt an Stephen Kings Der Dunkle Turm, wie der Albumtitel bereits vermuten lässt und hat nichts mit Robert Fripps Band zu tun. Ohne Intro und Vorgeplänkel wird direkt das Gaspedal durchgetreten. Schon mit Crimson King geht es recht heftig los. Der monumentale Opener erinnert an alte Stormrider Zeiten und besticht mit einem einprägsamen und hymnischen Refrain. Der Track tendiert eindeutig mehr in die Iced Earth als Blind Guardian Richtung. Jon Schaffer schreddert seine Gitarre wie zu besten Iced Earth Zeiten und gibt damit die Marschrichtung vor. Der mehrstimmige Chorus ist die perfekte Hookline und zusammen mit dem akustischen Zwischenpart schimmert dann doch Hansi Kürschs Hauptband durch. Die melancholische Halbballade Beneath This Waves ist auch ganz klar auf Schaffers Gitarrenarbeit ausgelegt, doch Kürschs emotionaler Gesang macht die Nummer zu etwas Besonderem und einem kleinen Highlight des Albums. Nach einem ziemlich krassen Break geht der Track unerwartet symphonisch zu Ende. Terror Train ist der Überflieger und bietet genau das, was der Titel vermuten lässt. Gehetzte Stakkatoattacken und extrem treibende Drums lassen den Song noch eine Ecke härter ausfallen als das eröffnende Crimson King. Freunde von harten Gitarrenriffs kommen hier voll auf ihre Kosten. Ich bin nun nicht der große Freund von Balladen, aber mit Seize The Day folgt nun schon die zweite, die durchaus punkten kann. Sehr simpel gehalten, aber hochmelodisch. Tauchen akustische Elemente auch auf dem ganzen Album auf, so stechen sie hier besonders hervor und machen die ruhige Nummer zu einer sehr melancholisch/atmosphärischen. The Gunslinger baut sich in der Dramatik langsam auf. Nach einer etwa zweiminütigen Einleitung mit akustischen Gitarren entwickelt sich der Song zu einer Uptempo Nummer, die aber nicht so leicht ins Ohr geht und mit dem bisherigen Songmaterial nicht mithalten kann. Auffällig ist der Gesang von Kürsch, der hier viel höher singt, als wie man es aus Blind Guardian Songs gewöhnt ist. Die erhabene Akustik Midtempo Nummer Love`s Tragedy Asunder strahlt, dem Titel entsprechend, eine tieftraurige Grundstimmung aus, die einzig und allein durch Hansis Stimme übermittelt wird. Geht gut ins Ohr, aber nicht besonders aufregend. Auch Wicked Witch ist eine rein akustische Ballade, klingt aber gegenüber Love`s Tragedy Asunder herrlich positiv. Mit den getragenen Pianoklängen eine eher reinrassige Blind Guardian Ballade mit Lagerfeuerromantik. Mit dem thrashigen und düsteren Dorian gibt es dann wieder auf die Fresse und das Gaspedal wird durchgetreten. Super Gitarren, abgefahrene Bassläufe und kräftige Gesangsarbeit. Der lange, doomige Mittelteil stört die Eingängigkeit, ansonsten neben Terror Train der nächste Dampfhammer, der live richtig Spaß machen wird. Mit dem anspruchsvollen, dramatischen Down Where I Am wird es dann wieder balladesk und totdraurig. Der Immigrant Song stammt natürlich aus der Feder von Led Zeppelin und ist nicht schlecht gemacht, wirkt aber neben den neun anderen Nummern deplatziert. Bei Covertracks gehen die Meinung immer arg auseinander, ich bevorzuge das Original.

Die Remaster Version enthält drei Bonussongs in Form von Lunar Lament, Spatial Architects und eine langsamere Version von Wicked Witch, die auch schon auf der ursprünglichen, limitierten Doppel-CD vertreten waren. Braucht man nicht wirklich.

Auf CD 2 gibt es bislang unveröffentlichte Demoversionen von sieben regulären Albumtracks auf die Ohren, sowie Spatial Architects und die völlig unbekannte Halbballade Until She Comes. Es handelt sich teils um ziemlich rohe, teils aber auch recht gut ausgearbeitete Versionen, die sich mehr oder weniger deutlich von den Albumtracks unterscheiden. Vier Demos enden abrupt, als hätte man das Ende versehentlich gelöscht, was das Hörvergnügen doch arg schmälert, sofern überhaupt jemand Interesse an solchen unfertigen Demoversionen hat.

Erhältlich ist das Album entweder in der CD-Version inklusive der Demos, aber natürlich auch als Vinyl in diversen kunterbunten Ausführungen.

Fazit
Touched By The Crimson King vereint die Trademarks von Iced Earth und Blind Guardian deutlicher als noch das Debütalbum, jedoch fiel Demons & Wizards deutlich härter aus. Wer also eine Power Metal Keule erwartet, der sollte hier lieber die Finger weglassen. Etwas mehr Abwechslung hätte dem Album gutgetan. Hier rücken balladeske Töne und akustische Elemente wesentlich mehr in den Vordergrund. Fans von Iced Earth und Blind Guardians und Liebhaber ruhigerer Töne können aber auch hier bedenkenlos zugreifen und Fans von Demon & Wizards sollten sowieso beide Alben kennen. Zeus hat beim Remastering noch einiges beim Sound rausgeholt, aber streckenweise ist er immer noch recht dünn.

Anspieltipps: Terror Train, Dorian und Beneath The Waves.
Andreas F.6.5
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