Axel Rudi Pell – 30th Anniversary Tour 2019, am 08.06. in der Pumpe in Kiel

30 Jahre und kein bisschen weise

Eventname: Axel Rudi Pell – 30th Anniversary Tour 2019

Headliner: Axel Rudi Pell

Vorband: Praying Mantis

Ort: Die Pumpe, Kiel

Datum: 08.06.2019

Kosten: 39,75 € VK, 42 € AK

Genre: Hard Rock, Heavy Metal, NWOBHM

Besucher: ca. 650 Besucher

Links: https://www.axel-rudi-pell.de/
http://www.prayingmantis.rocks/
https://www.diepumpe.de/

Setlisten:

Praying Mantis:

  1. Captured City
  2. Praying Mantis
  3. Highway
  4. Restless Heart
  5. Turn The Tide
  6. Keep It Alive
  7. Letting Go
  8. Fight For Your Honour
  9. Children Of The Earth

Axel Rudi Pell:

 The Wild And The Young

  1. Wildest Dreams
  2. Voodoo Nights
  3. Oceans Of Time
  4. Hallelujah
  5. Only The Strong Will Survive
  6. Mystica, Drum Solo
  7. The Temple Of The King (Rainbow Cover)
  8. Game Of Sins, Keyboard Solo
  9. Tower Of Babylon
  10. Long Live Rock
  11. The Line
  12. Eternal Prisoner

Zugabe:

  1. Masquerade Ball/Casbah
  2. Rock The Nation

Tja, so kann es gehen, da steht man schon recht weit vorne in der Schlange, um einen guten Platz an der Bühne zu ergattern, und dann ist der Name nicht auf der Gästeliste. Aber glücklicherweise ist der Mailverkehr dabei und dem Einlass steht nix mehr im Wege. Ein ähnliches Schicksal hat Steffi Preuß von Nordmensch In Concerts, die mit uns ausgeharrt hat und ebenfalls von diesem Event berichtet. Zu unserer Überraschung gibt es einen Graben, der allerdings wohl nur pro forma da steht. Bewegen kann sich dahinter so gut wie keiner, außer er ist in der Größe eines Sechstklässlers. Wie ausgewachsene Fotografen sich da bewegen sollen, entzieht sich unserer Vorstellung. Aber hilft nix. Als Vorgruppe sollen dann Praying Mantis auftreten, die mit zur Speerspitze der NWOBHM gezählt werden dürften. Leider haben sie durch alle möglichen Querelen nie den großen Sprung an die Spitze geschafft, sind aber vor einigen Jahren wieder an den Start gegangen. Das letzte Album Gravity wurde in der jetzigen Besetzung im letzten Jahr veröffentlicht.

Um 20:00 Uhr fangen Praying Mantis mit Captured City an. Das hört sich doch schon recht anständig an. Sänger John „Jaycee“ Cuijpers ist zwar noch etwas leise abgemischt aber die Gitarristen Tino Troy und Pete Moore, Bassist Chris Troy und Chris Hudson am Schlagzeug liefern gut ab. Diese Musik kommt beim Kieler Publikum, das im Durchschnitt auch eher im sogenannten besten Alter angesiedelt ist, gut an. Viele bekannte Gesichter sind im Publikum und so trifft man dann auch den einen oder anderen Verdächtigen im Laufe des Abends. Man kennt sich, ist halt Provinz hier. Praying Mantis machen derweil mit dem namensgebenden Titel und mit dem Song Highway weiter. Dann ist, entgegen der vorherigen Ansage, für uns Fotografen Schluss. Mal wieder eine gute Absprache der einzelnen Bereiche ….aber somit können wir der Musik lauschen. Trotzdem ärgerlich, denn aufgrund der „super Beleuchtung“ (für die Musiker, für uns nicht) hätten ein paar mehr Songs gutgetan. Egal. Musikalisch ist Sänger John jetzt besser zu verstehen und so bin ich doch schon sehr positiv überrascht, was die mir bis dato unbekannten Praying Mantis hier abliefern. Feinster WOBHM. Schade, dass mir das bisher entgangen ist. Spätestens beim Song Fight For Your Honour und dem abschließenden Children Of The Earth haben sie mich begeistert. Das ist ein guter Opener gewesen und ich hoffe, sie im Oktober in Hamburg nochmals sehen zu dürfen. Da auch hier der Künstler mit vom Merch lebt, sind die fünf dann noch am entsprechenden Stand zum Meet&Greet angetreten.

Der Umbau geht zügig vonstatten und um 21:15 beginnen Axel Rudi Pell. Nun wird’s ordentlich blau. Beleuchtungsmäßig. Auch gerne viel Rot dabei, sodass in dem sowieso schon engen Graben sieben Fotografen versuchen einigermaßen Bilder zu bekommen. Gruselig. Wer sich auch immer das hat einfallen lassen, gehört an den Pranger. Jede Band weiß doch, dass die ersten drei Songs für uns Fotografen nur zulässig sind. Weshalb kann dann nicht mal zwei Titel lang auf das rote Licht im Hintergrund verzichtet werden? Vielleicht mal ein Spot auf den Hauptakteur? Dann hat jeder seine Bilder und alle sind’s zufrieden. Nee, geht nicht. Musikalisch kann man nichts Negatives vermerken. Hier wird guter Hard Rock/Heavy Metal  gespielt. Die Verehrung von Ritchie Blackmore ist an vielen Stellen deutlich zu spüren. Spätestens bei Temple Of The King wird das klar. Axel Rudi Pell steht mit seiner Stratocaster am linken Bühnenrand und pfeffert gekonnte Riffs und das eine oder ander Solo in die Menge. Jetzt hat die Pumpe richtige Betriebstemperatur und so werden Songs wie Wildest Dreams, Voodoo Nights oder Oceans Of Time abgefeiert.

Auf der linken Seite steht an den Tasteninstrumenten Ferdy Doernberg, der ab und an spektakulär seine Keys abknicken lässt. Bassist Volker Krawczak groovt derweil zu den Songs und ist das best ausgeleuchtete Bandmitglied. Hinter den Drums versteckt Bobby Rondinelli, der bei Mystica ein tolles Solo präsentiert. Da gibt’s dann auch ordentliches Licht. Entertainer und Derwisch auf der Bühne ist eindeutig Sänger Johnny Gioeli, der eine klasse Variante von Hallelujah hinlegt. Mit dem hat der Axel einen guten Fang gemacht, denn der sorgt für die Stimmung auf der Bühne. Uns zieht es nach den ersten Songs nach hinten, denn vorne ist es dermaßen warm, dass es keinen Spaß macht da zu stehen. So feiert Axel Rudi Pell sein derweil 30-jähriges Bühnenjubiläum und lässt Songs wie Long Live Rock, The Line oder Eternal Prisoner erklingen. Das kommt gut an und so ist es nicht verwunderlich, dass die Band heftigst abgefeiert wird und die das sichtlich genießen. Nach Masquerade Ball  mit Casbah und Rock The Nation verabschieden sich die fünf Mannen aus der Pumpe.

Fazit: Gelungenes Doppelpack mit gutem Heavy Metal, der begeistert. Spielfreudige Musiker, gute Songauswahl und ein Virtuose auf der Stratocaster. Das ist fast zeitlos und kann immer gut gehört werden, das Feiern kommt da von ganz allein. So können Fans und Band gemeinsam altern und haben immer Freude aneinander.

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