Event: Exhumed & Gruesome – Echoes In Red Europe Tour 2026
Bands: Exhumed & Gruesome
Ort: Logo, Grindelallee 5, 20146 Hamburg
Zuschauer: ca. 100 Headbanger*innen
Genre: Death Metal, Gore Metal, Thrash Metal
Link: https://www.logohamburg.de/
Es begibt sich zu einer Zeit, da die Welt nicht ganz in Ordnung ist. Es ist ein Mittwochabend im Hamburger Universitätsviertel, in der lautesten Sauna Hamburgs. Zwei US-amerikanische Death- und Gore-Metal-Bands sind am Start, um für einen Moment, mit feinster Schwermetall-Stimmung, für eine wohlverdiente Ablenkung zu sorgen. Eine ordentliche Anzahl an Kuttenträgern hat sich im Logo eingefunden, die sichtlich Spaß am liebevollen Death-Tribut von Gruesome und der augenzwinkernden Gewalt-Lästerei von Exhumed haben.
Gut gelaunt betreten Matt Harvey und seine Kapelle die Bretter der gefährlich niedrigen Bühne des Logos und legen nach einer kurzen Begrüßung auch gleich los. Ihre Huldigung des großen Innovators Chuck Schuldiner kommt präzise und mit mächtig Druck rüber. Mit Gruesome hat Harvey das perfekte Vehikel gefunden, seinem Helden zu danken, ohne eine schnöde Cover-Band zu sein. Zusammen mit seinen Mitstreitern pulverisiert er die Wehmut, die vielen Metalheads innewohnt: Death noch einmal live sehen zu dürfen. Die souverän und ohne Herumgespacke vorgetragenen Tracks entschädigen wenigstens ein wenig für dieses Loch im Herzen.
Ohne Chuck gibt’s keine spirituelle Heilung

Die zweistimmigen Harmonien und Soli kommen locker aus der Hüfte geschossen. Das gekonnte Schlagzeugspiel von Gus Rios erinnert beim ersten Hinhören an das maschinenähnliche Spiel Bill Andrews, bietet aber vielschichtige Nuancen und vor allem mehr Power. Sein Tribut an das Können Sean Reinerts. So ist die Symbiose aus Spiritual Healing und Human tief entspannt mit wippendem Kopf, Füßen und Händen zu genießen. Zum typischen Riffing der Urväter, unterstützt durch die dröhnenden Tieftöne dank Robin Mazen, bangen sich die Anwesenden die Seele aus dem Leib. Die ehrvolle Leidenschaft der Band überträgt sich schnell auf das gesamte Logo. Sogar am Merch-Stand wird sich im Takt bewegt und dabei auch schon mal die Stufen übersehen. Eine gute Dreiviertelstunde wähnen sich Gruesome und alle Headbanger im Death-Metal-Himmel mit Death.

Wilder und ausgelassener wird es mit Exhumed, der Hauptband Matt Harveys. Besonders tut sich Basser Ross Sewage hervor, der seinen Tieftöner wie eine Axt schwingt und mit viel Glück keine Köpfe vor der Bühne abtrennt. Im Verlauf der gut 75 Minuten feiert der Florida-Vierer das unersättliche menschliche Verlangen nach Unfällen, Mord und Totschlag ab. An der Schießbude scheppert es mit ordentlich Druck, sodass über 200 Ohren mächtig malträtiert werden. Unsafe At Any Speed und Red Asphalt, der Titeltrack des aktuellen Albums, färben Thrash-Metal-Träume in Rot. Ob alte oder neue Kracher: Exhumed haben sichtlich Spaß, zwischen gefährlichen Hochgeschwindigkeitskapriolen und coolem Gepose im mittleren Gang ohne Vorwarnung hin und her zu schalten. Vor der Bühne wird ihnen die wüste Show lauthals gedankt.
Mit 666 Sachen gegen die Wand und dabei lachen, bitte

Beide Gitarren ergänzen sich perfekt im Riffing und Soloing, und rocken das Logo wie Laserschwerter. Headbanging, Horns-up und Bierseeligkeit überall. Und das an einem Mittwochabend. Bei all dem Blut und Gedärmen ist die Stimmung ausgelassen. Metalheads und Band feuern sich an, bis die vier Amis Tschüss sagen. Es gibt noch einen blutigen Nachschlag und dann ist der Blutdurst befriedigt. Schnell noch Shirts und Vinyl eingesackt, mit Robin Mazen und Matt Harvey am Merch-Stand ein kurzes Feedback ausgetauscht. Ihnen hat der Abend ebenso Spaß gemacht wie augenscheinlich vielen im Logo. So können Mittwochabende regelmäßig verlaufen.














