Extinction – The Monarch Slaves

“Nicht das Gelbe vom Ei!“

Artist: Extinction

Herkunft: Turin, Italien

Album: The Monarch Slaves

Spiellänge: 45:15 Minuten

Genre: Death Metal, Thrash Metal

Release: 28.04.2017

Label: Unholy Fire Records

Link: https://extinction2.bandcamp.com/releases

Bandmitglieder:

Gesang – Alice Darkpeace
Gitarre – Marco Campanati
Gitarre – Danilo Bonuso
Bassgitarre – Marco Vicenza
Schlagzeug – Alberto Scrivano

Tracklist:

  1. The Monarch
  2. Conspirators
  3. False Preachers
  4. Fight for Yourself
  5. Wrong System
  6. Progress Regress
  7. Pain Of Mind
  8. Smells Like
  9. Latency
  10. Under Control

Nach ihrer Demo im Jahr 1996 brachten Extinction im Juni 2017 endlich ihr erstes Album raus. Man könnte annehmen, dass über zwanzig Jahre Bandbestehen dem Quintett zu einem ordentlichen Sound verholfen haben sollten. The Monarch Slaves konnte mich allerdings nur teilweise überzeugen. Die Italiener starten das Album mit einer mitreißenden Melodie, die zum Headbangen auffordert. Dieser erste Eindruck wird leider schnell durch die eher mittelmäßigen Growls von Alice Darkpeace gedämpft, da ihrer Stimme eindeutig die Tiefe fehlt, um der Musik gerecht zu werden. Dass der Text von dem Song The Monarch Slaves sehr politisch ist, ist mit einem Blick in die Lyrics zu erkennen. Conspirators und False Preachers klingen ziemlich ähnlich. Als Instrumentals wären diese Lieder vermutlich gut geworden, werden durch die mäßigen Growls allerdings erheblich abgewertet. Auch, wenn die Gitarrensoli von wirklich guter Qualität sind, sind diese Lieder nichts groß Besonderes.

Doch dann scheint das Ruder herumgerissen worden zu sein: Fight For Yourself startet mit Tempo vorantreibenden Gitarren, die zum ersten Mal wirklich Schwung in das Album bringen. Diesmal passen auch die Vocals besser zum Rest der Musik. Zur Hälfte hin wird das Lied auf einmal leiser und ein sehr melodisches und ruhiges Gitarrensolo startet. Nachdem dieser Part vorbei ist, beginnt ein sehr gelungener Abschnitt, der dem bisher vorliegenden Death Thrash Metal einige Doom-Elemente hinzufügt. Der längste Song des Albums endet mit den anfänglichen, schnellen Gitarren und bekommt von mir das Prädikat „bestes Lied des Albums“ verliehen.

Es ist sehr interessant, was für einen krassen Kontrast Wrong System zum vorherigen Werk bildet. Die Musik wird an zwei Stellen des Liedes abrupt und ohne die Instrumente ausklingen zu lassen abgehackt, was vermutlich innovativ klingen soll, sich jedoch anhört, als seien die Verstärker ausgefallen. Auch, wenn es hart klingt, die gurgelnden Laute in diesem Track sind wirklich ziemlich mäßig und der Refrain ebenso. Wie oben beschrieben fehlt Alice Darkpeace einfache die Tiefe in ihrer Stimme, um aus dem oberflächlichen Gegrunze einen Growl zu machen, der Eindruck hinterlässt. Den einzigen Lichtblick bildet ein kurzes aber gutes Gitarrensolo, welches die Gesamtqualität aber auch nicht zu heben vermag.

Progress Regress und Pain Of Mind sind zwar deutlich besser als Wrong System und enthalten einige ganz gute Riffs, unterscheiden sich allerdings klanglich kaum vom Rest des Albums. Smells Like ist ein gut umgesetztes Cover von NirvanasSmells Like Teen Spirit“. Die Melodie ist zwar immer noch deutlich rauszuhören, wurde aber von Extinction geschickt in eine Death Thrash-Version umgewandelt. Wie für Extinction typisch, beginnt Latency mit rohem und brutalem Gitarrengeschrebbel, der allerdings wirklich stimmig klingt. Der Refrain sticht nicht besonders heraus, ist aber nicht schlecht.

Mit Under Control zeigt die Band sich noch ein letztes Mal von ihrer Schokoladenseite. Der Track beginnt mit entspannten Gitarren, die ein bisschen an Led Zeppelin erinnern. Überraschenderweise singt Alice Darkpeace auch eine kurze Passage clear, was sehr gut klingt und durchaus öfter in dem Album hätte vorkommen können. Nach diesem ruhigen Einstieg legt die Band noch einmal mit voller Kraft los und fördert neben einigen sehr guten Gitarrenriffs mal wieder ein gelungenes Solo zutage.

Fazit: The Monarch Slaves punktet mit meist guten Melodien und Gitarrensoli, die fast auf jedem Lied vorhanden sind. Die Growls von Alice Darkpeace allerdings sind wirklich gewöhnungsbedürftig und höchstens als „ausreichend“ zu bezeichnen. Das zerstört die Harmonie dieses Albums und lässt es vermutlich nie mehr werden, als ein Album der Mittelklasse.

Anspieltipps: Fight for Yourself, Wrong System
Manuel B.6.5
Leser Bewertung3 Bewertungen3.9
6.5

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