Eye Of Purgatory – Darkborne

13.02.2026 - Death Metal - Apostasy Records - 33:31 Minuten

Das schwedisch-amerikanische Death-Metal-Trio Eye Of Purgatory meldet sich mit Darkborne am 13.02.2026 via Apostasy Records zurück. Rogga Johansson (Paganizer, Ribspreader), Taylor Nordberg (Deicide, Inhuman Condition) und Jeramie Kling (Inhuman Condition, Overkill) haben sich fünf Jahre Zeit gelassen, um den Nachfolger des Albums The Lighthouse (2021) auf den Weg zu bringen. Das Cover-Artwork von Dan Goldsworthy (Accept, Alestorm, Cradle Of Filth) transportiert eine Mischung aus Melancholie und Bedrohlichkeit und steht somit im engen Zusammenhang mit der Musik. Dann wollen wir mal in das dritte Gesamtwerk dieser Musikfreaks eintauchen.

Im Rogga-Universum geht es ja schon sehr Death-Metal-lastig und auch schwedisch zu, und so auch gleich beim Opener The Darkborn. Ein melodisches Riff und eine Uftata harmonieren sehr gut zusammen – zugleich anmutig und auch treibend. Ein Heavy-Metal-Solo gesellt sich dazu und weiter geht die Reise mit dem melodischen Part und dem anschließenden bösen Midtempo-Death-Metal-Moment. Passt gut zusammen und alles klingt wie in einem Fluss. Eine gelungene Symbiose aus Härte und Melancholie. Eine weitere Melodie und weiter geht das Rennen. Ja, das geht gut ins Ohr, vor allem diese melodischen Parts können überzeugen. Der Fokus wird bei Eye Of Purgatory auch sehr auf diese Momente gelegt. Hinzu kommen dann halt diese typischen schwedischen Death-Metal-Geschichten.

So auch beim Nachfolger When The Beacon Turns Black. Hier wird das Tempo sogar noch ein wenig erhöht und dieses führt spürbar auch zu einer bösartigen Härteverschärfung, zumal es eben nie stumpf ist. Schon einprägsam und nicht technisch verkompliziert, aber eben niemals langweilig. Kommt geil, denn dazu gesellen sich eben diese melodischen Parts, die man aus der Göteborg-Gegend kennt. Dieser Wechsel aus einem Stockholm-Uptempo-Geknatter in eben solch einen melodischen Göteborg-Augenblick hat absolut was für sich und funktioniert sehr geil. Hier kommt dann wieder zum Vorschein, dass Tausendsassa Rogga eben ein begnadeter Riff-Meister ist, zumindest, was die schwedische Seite des Death Metal angeht. Geiles Brett. Setzt sich sofort fest und hat tatsächlich einen hohen Wiedererkennungswert, selbst im Rogga-Death-Metal-Universum.

Dieser verträumte und romantisierende Anfang von The Rotting Temple alleine ist schon sein Geld wert. Der Song geht dann in die typische Death-Metal-Ecke über, klingt aber technisch ein wenig verspielter und geht nicht direkt ins Ohr. Der melodische Part natürlich schon. Dann spielt die Gitarre wild vor, die Drums betonen und ab in einen wilden Knüppelpart. Ein harter Uftata-Part und ein langsamer, technischer Moment folgen. Man kann vielleicht sogar von einem progressiven Song sprechen, zumindest aus Sicht der anderen Bands des Hauptprotagonisten. Der melodische Part folgt erneut und dann ist der Spaß auch zu Ende.

Mischung aus Emotionen, Atmosphäre und Härte

Auch Songs wie Bodyjumper und The Slithering haben diese gewisse Mischung aus Emotionen, Atmosphäre und Härte, und die drei schaffen es eigentlich immer wieder, diese Komponenten in ein gutes Korsett zu verstauen, welches angenehm sitzt und Platz zum Atmen lässt, damit man es auch genießen kann.

Mit Formless Figures Dance hatte man eine Vorabsingle am Start. Und diesen Song hat man nicht umsonst gewählt, denn das Stück dürfte gerade Fans von In Flames und Konsorten ins Boot holen. Wie an vielen anderen Stellen dieses Albums lebt der Song unter anderem von den Synthies, die Taylor Nordberg beisteuert. Diese sind ziemlich genial platziert und unterstützen eben die melodische Ausrichtung. Daneben hat man aber eben auch Uptempo- Elemente dabei, die ziemlich genau passen. Dieser Synthie-lastige Endpart des Songs ist einfach großartig, selbst für einen Ballerfan wie mich. Das kann man echt so machen, das flutscht ohne Ende.

Schwedischer Death Metal – düster, wuchtig und emotional

Auch das restliche Material (The Best Of Them Bleed und The Dark Departure) bietet schwedischen Death Metal, der düster, wuchtig und emotional um die Ecke kommt, und somit kann man den drei Metalheads bescheinigen, dass ihr drittes Werk wieder eine mächtige Waffe im Schweden-Death-Metal ist.

Hier geht es für weitere Informationen zu Eye Of Purgatory – Darkbone in unserem Time For Metal Release-Kalender

Eye Of Purgatory – Darkborne
Fazit zu Darkbone
Das hörbare Schaffen von Rogga Johansson, Taylor Nordberg und Jeramie Kling, jeder für sich und musikalisch betrachtet, kann man sich sehr gut geben, und wenn die drei noch zusammen musizieren, muss da doch was sehr Brauchbares bei herauskommen. Zusammen sind sie Eye Of Purgatory und bei Darkborne handelt es sich um das dritte Album des Trios. Rogga bleibt dem schwedischen Stil treu, mischt aber gekonnt die Unterrichtsfächer Stockholm und Göteborg und erfindet fast ein neues Schulfach. Tempo- und Rhythmuswechsel klingen gut und besonders die Synthies von Nordberg, die nicht prägnant, sondern unterstützend tätig sind, haben eine spezielle Wirkung, sodass man von einem atmosphärischen und emotionalen, aber eben auch wuchtigen und harten Death-Metal-Album sprechen kann, welches es absolut in sich hat. Hinzu kommen ein kraftvoller Sound und ein geiles Cover. Schockt!

Anspieltipps: When The Beacon Turns Black und Formless Figures Dance
Michael E.
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