Artist: Fessus
Herkunft: Österreich
Album: Subcutaneous Tomb
Spiellänge: 35:16 Minuten
Genre: Death Metal
Release: 26.11.2025
Label: Darkness Shall Rise Productions
Link: https://fessus.bandcamp.com
Bandmitglieder:
Gesang und Gitarre – Brenton
Gitarre – Grumpf
Bassgitarre – Jana
Schlagzeug – Thomas
Tracklist:
1. Pointless Anguish
2. Asphyxiate In Exile
3. Cries From The Ether
4. The Depths Of Lividity
5. Yizkor
6. Living Funeral
Sänger und Gitarrist Brenton hat rübergemacht, wie man so schön sagt. Allerdings nicht von Ostdeutschland nach Westdeutschland, sondern von Australien nach Austria. Nebenbei zockt er noch bei drei weiteren Bands, wobei das australische Projekt Sematary wohl aufgrund der Entfernung auf Eis liegen dürfte. Egal. Im Jahre 2023 gründete er eben diese Band namens Fessus, holte Jana, Thomas und Gumpf mit ins Boot, sperrte diese, zusammen mit sich selbst, im Proberaum ein und brachte kurze Zeit später ein Demo heraus. Im Jahre 2024 ging es gut weiter. Es wurde gleich ein Livealbum veröffentlicht und eine Split mit den deutschen Death Metallern von Kill The Lord. Wieder ab in den Proberaum und nun liegt mir die erste Full-Length der österreichischen Formation vor.
Die Gitarre heult einmal auf und dann geht das langsame Gerödel bei Pointless Anguish los. Noch einmal kurz die Gitarre alleine und dann marschiert man im Midtempo durch die Botanik. Die Doublebass begleitet das leckere Riff und nach kurzer Zeit erblickt ein Schrei das Licht des Lebens. Das Tempo wird kurzfristig angehoben. Nun gesellen sich auch die Growls dazu. So langsam befindet man sich im Midtempo und dadurch fängt auch der Kopf des Zuhörers an, sich automatisch hin und her zu bewegen. Man wird immer ein wenig schneller, ohne schnell zu sein. Die Gitarre liefert ein heulendes Solo ab und man wird aggressiver. Diesen Druck erzeugt man durch die Doublebass. Ein guter Aufbau des Songs, denn nun wechselt man auch noch ins Uptempo, natürlich im old schooligen Sinne. Kein Blastbeat-Gewitter. Dieses hält man auch nicht lange aus und streut erst einmal ein Break mit ein. Es wird wieder langsam, eine Melodie, die schön schaurig ist, wird in Einzeltönen vorgetragen. Geil. Dieses Momentum wird im langsamen Midtempo weiterverwendet. Wieder erklingt ein Schrei und baut den Song erneut langsam auf. Hellulujah, das machte Laune. Growls und Screams werden jetzt kombiniert. Alles sehr druckvoll. Kurzes Break, wieder ein langer Scream und das Tempo wieder ein wenig erhöhen, allerdings geringfügig. Nun erwartet man am Ende noch eine fixe Beschallung, aber diese fällt weg und man liefert eine Geräuschkulisse ab, eine Art Mini-Outro. Ein sehr interessanter Song und ein mehr als gelungener Opener.
Der nachfolgende Song Asphyxiate In Exile bietet ebenfalls diese oben beschriebene Mischung an. Es wird eben nicht wert auf Geschwindigkeit gelegt, sondern auf ausgefeiltes Riffing und druckvolle Midtempoattacken. Aber auch hier geht es ab und zu ins Uptempo. Interessant sind die Vocals, nicht nur bei diesem Song, und dieses sollte man unbedingt erwähnen. Die Growls sind top, aber diese fiesen Screams oder grausames Keifen erinnern stark an den guten Killjoy von Necrophagia. Dieses hat Brenton sicherlich nicht zum ersten Mal gehört. Der Song an sich ist gut, kann aber mit dem Opener nicht ganz mithalten, ist für sich betrachtet aber ein guter Song, gar keine Frage.
Cries From The Ether lebt am Anfang auch eher vom groovigen Tempo, auch wenn man immer wieder Attacken mit einbaut. Jo, das macht Laune und dieser Song versprüht, wie das ganze Album, eine gewisse Liebe zur Morbidität. Das Solo ist auch recht geil und dann geht es doch recht zügig weiter. Man hält die Aggressionen recht hoch und klingt hier und da ein wenig chaotisch, was aber die Sache ganz interessant macht. Und wieder ein langer Scream, bis man dann wieder den bösartigen Groove-Faktor sprechen lässt. Brenton lässt erneut dem Gekeife freien Lauf. Schon ganz geil, muss ich sagen. Am Ende wird es dann noch einmal richtig langsam und man bewegt sich schon beinahe in doomigen Gefilden. Der Song endet mit einigen Wellengeräuschen.
Das Ende des Songs wird dann bei The Depths Of Lividity als Anfang verwendet und auch hier bewegt man sich natürlich kein Stück von der eingeschlagenen Richtung weg. Die Uftata schockt hier irgendwie besonders. Aber auch hier finde ich, dass der eine oder andere Part vielleicht ein Stück zu lang gespielt wird, aber das ist ja Geschmackssache. Das ist jetzt Meckern auf hohem Niveau. Dafür ist hier ein chaotisches, aber sehr geiles Solo am Start. Krasses Teil.
Living Funeral ist der Rausschmeißer. Der Anfang ist schon einmal sehr interessant. Mit Pausen etc. und dann wird gegroovt, was das Zeug hält. Hier werden die Trademarks wieder alle verwendet. Geiles Riffing. Die Gitarre spielt alleine vorweg und man rechnet mit einer kompletten Attacke, aber dem ist nicht so. Es wird schön weitergegroovt, aber natürlich ist es auch noch aggressiver. Gelungener Songaufbau. Brett!
Ein gutes Debütalbum, muss man schon sagen. Schöne morbide Grundstimmung!




