Hating Life – Revenge From Beyond

27.02.2026 - Death Metal - Pulversied Records - 24:46 Minuten

Die schwedischen Death-Metal-Maniacs von Grave dürften wohl mächtigen Einfluss und Eindruck auf die spanische Band Hating Life hinterlassen haben. Diese neue Formation aus Spanien, die sich im Jahre 2025 gründete, besteht aus Santi, Gitarrist und Gründungsmitglied von Ataraxy, der hier alle Instrumente übernimmt, und Javi, ebenfalls Ataraxy. Dieser übernimmt die Growls. Hier dürfen sie ihre Vorliebe für schwedischen Death Metal freien Lauf lassen. Die Tatsache, dass die beiden eben schon eine etwas bekanntere Band haben, führte wohl dazu, dass sie einen Deal mit Pulverised Records ergattern konnten und das Cover im fachgerechten Todesblei-Design von Luxi Lathinen erstellt werden konnte. Das erste Lebenszeichen namens Revenge From Beyond kommt optisch als Demoversion daher und ist wahrscheinlich auch eins, da es nur 25 Minuten Spielzeit innehat.

Als Einleitung dient ein Klavierintro, welches neunzig Sekunden einen Trauermarsch begleiten könnte, schön düster ist und passend zur Vorliebe der musikalischen Ausrichtung den Namen Into The Grave trägt. Soll ja schon einmal eine Band aus Skandinavien als Namen verwendet haben. So richtig sick ist es nicht, erfüllt aber definitiv seinen Zweck.

Mit The Eternal Embrace geht dann die Zeitreise los, und wenn man sich ein wenig im Vorfeld mit der Band befasst hat, weiß man natürlich, was einen erwartet. Ab in den DeLorian, Tape rein und schon sind die Neunziger da. Geografisch wacht man in Schweden auf, und ein alter Haudegen wie ich ist schon nach den ersten Tönen mit Freude dabei. Ob auch mit Begeisterung, wird sich zeigen. Der Sound ist leider etwas verwaschen, aber das stört nur am Anfang ein wenig. Ich bin da aber auch nicht so empfindlich. Ansonsten geht es zügig zur Sache und man bleibt im tiefen Schwedensumpf stecken. Die Geschwindigkeit wechselt schon ordentlich, melodische Leads und Soli sind am Start, knackige Riffs begleiten das Geschehen und ein langsamer, schleppender und melancholischer Part verdunkelt die Sonne und zieht einen ordentlich herunter. Dieser ist ziemlich fett und wurde am Ende des Songs platziert. Ich hätte mir danach noch eine Attacke gewünscht, aber das ist ja Geschmackssache. Guter Start, gefällt mir.

A Somber Night liefert dann die dunkle und finstere Seite des schwedischen Death Metals ab. Herrlich langsames Riff, schön tief gestimmt und bedrückend. Melancholisch und interessant. Diese langsamen Einzeltöne, kombiniert mit einer Melodie, erzeugen im positiven Sinne eine bedrückende Atmosphäre und sind Hauptbestandteil des Songs. Nach einem Break bleibt man erst einmal in diesem Bereich. Langsam wird der Song aufgebaut und man drückt im Midtempo auf das Gaspedal und wird dann schneller, wieder langsamer, und dann gibt es richtig etwas auf die Zwölf. So mag ich den Schweden-Death. Guter Songaufbau und gute Wechsel der Geschwindigkeit. Man wechselt wieder in den langsamen und schaurigen Anfang und hat somit seine Arbeit verrichtet. Ja, dieser Part ist einfach nur lecker und bedrohlich. Und die Dunkelheit wird für ewig siegen – oder so ähnlich. Der Song geht über fünf Minuten, aber das spürt und merkt man gar nicht, da dieser Part eben killt.

Hommage an die schwedische Death-Metal-Szene

Das spanische Duo macht auf seinem Erstwerk kein Hehl daraus, dass es die schwedische Szene bewundert, und das hört man hier zu jeder Zeit. Auch Rebellion Against The Vile verkörpert dies. Natürlich regiert auch hier das gute Boss-Pedal und der HM2-Sound hat das Sagen, was ja auch gut so ist. Man spürt die Liebe zur Mucke, lässt der rohen Energie freien Lauf und hat sowohl sehr einfache Riffs am Start als eben auch diese typischen atmosphärischen Momente. Hier geht man schön zügig zu Werk und liefert auch feine D-Beat-Einsätze ab. Was mich ein wenig stört, sind tatsächlich die Growls. Dieses sag ich ja eher weniger. Nicht die Art des Growlings, welcher mit Hall versehen wurde. Nein, das passt ganz gut. Nein, wie oben schon beschrieben, hätte der Sound ein wenig besser sein können und somit ist der Gesang ein wenig im Vordergrund. Dieses merkt man halt, wenn alle zusammen agieren. Wirklich schlimm ist es nicht. Das Stück geht aber, wie auch Revenge From Beyond und The Sense Of Fear (cooles Basssolo zu Beginn), gut ins Ohr.

Wenn man dieses Teil als eine Hommage an Bands wie Grave, Dismember, Entombed und ein wenig Autopsy betrachtet, ist es durchaus gelungen. Am Songwriting muss man aber noch ein wenig basteln, wenn man als selbständiges Death-Metal-Wesen betrachtet werden möchte, aber Schweden-Death-Metal-Lunatics können sich absolut über die Songs freuen. Und natürlich vielleicht beim nächsten Mal die Vocals weniger in den Vordergrund stellen, aber vielleicht stört das ja auch nur mich.

Hier geht es für weitere Informationen zu Hating Life – Revenge From Beyond in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Hating Life – Revenge From Beyond
Fazit zu Revenge From Beyond
Die beiden Ataraxy-Member Javi und Santi lassen bei Hating Life ihrer Vorliebe für schwedischen Death Metal absolut freien Lauf. Ich denke, dass die beiden Spanier dieses bei ihrer Hauptband nicht können und gründeten deswegen dieses Nebenprojekt. Diese fünf Songs plus Intro folgen immer relativ dem gleichen Muster, aber das ist ja nicht unbedingt etwas Schlechtes. Die Growls sind auch recht eintönig und stehen meines Erachtens zu sehr im Vordergrund, aber das war es auch schon mit dem Negativen. Ansonsten können Freunde insbesondere von Grave, aber eben auch Dismember, Entombed und am Rande Autopsy zuschlagen. Sehr viel rohe Energie. Ein ehrliches und solides Schweden-Death-Metal-Album von Fans für Fans, versehen mit einem HM2-Sound, knackigen Riffs, melancholischen, atmosphärischen und melodischen Momenten, Midtempo, D-Beats und gelungenen Rhythmuswechseln.

Anspieltipps: A Somber Night und The Sense Of Fear
Michael E.
7
Leserbewertung0 Bewertungen
0
7
Punkte