Heir Corpse One – Destination: Domination

06.02.2026 - Death Metal - Emanzipation Productions - 37:55 Minuten

Als ich die Band Heir Corpse One bei YouTube vorgeschlagen bekommen habe und kurz reinhörte, habe ich so bei mir gedacht, da könnte wohl der Rogga Johansson seine Finger im Spiel haben. Das Ding mal kurz überprüft und natürlich ist es auch so. Seit 2020 ist die Band am Start und neben dem großen Meister gesellen sich noch die nicht ganz unbekannten Zeitgenossen Peter Svensson (Furnace), Marcus Rosenquist (To Descend) und Kjetil Lynghaug (Paganizer) dazu. Da kann ja im Grunde nicht viel verkehrt laufen. 2021 erschien dann das erste vollständige Album und zwei weitere EPs folgten in den Jahren 2022 und 2023. Im Rogga-Universum sind drei Jahre ganz schön lang für neues Material, aber so ist es nun mal. Album Nummer zwei namens Destination: Domination kann man sich jetzt reinziehen.

Mit dem Titeltrack Destination: Domination startet man das Rennen um das Überleben, denn man flüchtet mal wieder vor den Untoten. Damit dieses schneller vonstattengeht, hat man eine ordentliche Portion Death Metal im Gepäck. Am Anfang jagt man langsam los und kommt mit einer sirenenhaften Gitarre kurz um die Ecke, liefert dann aber feinsten Midtempo-Death-Metal, der gut stampft und groovig daherkommt. Kleine Tempowechsel erhellen das Sonnenlicht und verbreiten durchaus gute Laune. Besonders der Refrainpart mit dem wiederholenden Destination: Domination bleibt hängen, weil er so eine Art kleine, melancholische und melodische Note mit sich bringt. Kommt schon einmal ganz gut, hab aber von Rogga und Konsorten schon bessere Opener gehört.

Kein Innovationspreis, aber ein fettes Brett

Aber im Grunde schafft Rogga es ja immer, das gesamte Album stark zu gestalten, und so gefällt mir persönlich der nachfolgende Song Undeath From Above auch gleich viel besser. Hier hört man durchaus die Trademarks von Paganizer heraus. Man dreht gleich zu Beginn schön durch und haut feinstes Uptempo heraus. Das Tempo wird ein wenig verringert, ein wildes Solo muss rein und klingt wild, und dann liefert man diese typischen schwedischen, melodischen Gitarrenparts. Herrlich. Die Gitarren sägen ohne Ende, der HM2-Sound erobert sowieso immer mein Herz und in diesem Fall auch meine Ohren, und ein Lächeln huscht mehrfach über mein Gesicht. So soll es sein. Das wilde Solo wird wieder eingestreut, allerdings dient es dieses Mal als Teil des Parts und Rogga growlt darüber. Nach zwei Minuten kommt dann ein Break und die groovige Seele wird wiederentdeckt. Genauso muss ein Song aufgebaut sein. Kombiniert wird der Spaß mit einer sägenden Melodie. Die Gitarren spielen noch einmal vor und im drückenden Midtempo und mit einer aufheulenden Gitarre endet die musikalische Darbietung. So mag ich den schwedischen Death Metal. Klaro, ist das nichts für einen Innovationspreis, klar, aber einfach nur geil gemacht. Die Riffs, die er und seine Jungs immer aus dem Ärmel schütteln, sind absolut klasse. Der Meister kann es eben, gar keine Frage.

Auch Reaping Human Harvest legt ziemlich zügig los und nimmt nach kurzer Zeit das Tempo heraus, um einen groovigen Refrainpart einzustreuen. Alle können dann Reaping Human Harvest mitschreien. Der Song wird dann wieder aufgebaut, die Gitarren spielen vorweg, das Tempo wird aufgenommen und ein langer Schrei vorweg. Ein Break und wieder Gitarren vorweg und dann ballert man nicht, sondern liefert ein amtliches Solo ab. Dieses leitet dann aber wieder einen wilden Uptempopart ein. Der Refrainpart, der mich stark an meine Jungs von Slaughterday erinnert, wird noch einmal zum Besten gegeben und dann geht es noch einmal ab. Laune hoch zehn.

Riffing und Songwriting auf hohem Niveau

Was Rogga immer hat, sind gute Songs. Er weiß, wie man im Death Metal einen Song aufbauen muss, um Spannung zu erzeugen. Er bedient einfach den geneigten Kunden, ohne dass es Absicht ist. Dieses fließt einfach aus ihm heraus. Und er hat eben immer geile Riffs am Start. Hört euch einfach mal den Anfang von Shelter In The Darkness an. Großes Tennis und dann das melodische Riff mitten im Song. So herrlich melancholisch. Hätte meines Erachtens auch zu Dead Sun oder Eyes Of Purgatory gepasst. Diese Melodie wird als Refrainpart verwendet. Die kraftvollen und kongenialen Growls von Rogga darüber und fertig ist die geile Geschichte.

Oder das druckvolle und groovige Riffing bei Well Of Blood. Großartig. Wie schon erwähnt, schafft er es immer wieder, seine Gedanken zu Papier zu bringen und daraus geile Songs zu machen. Und er versucht, auch innerhalb seines Kosmos eine gewisse Form von Abwechslung einzubauen, denn der nachfolgende Song Thresher ist eine totale Abrissbirne. Klasse Ding. Natürlich ist nicht alles Weltklasse, was man hier hört, und man muss schon, so wie Rogga, ein echter Death-Metal-Fan sein, aber da ich es ja nun einmal bin, kann ich das Ding guten Gewissens weiterempfehlen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Heir Corpse OneDestination: Domination in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Heir Corpse One – Destination: Domination
Fazit zu Destination: Domination
Wenn der Rogga, egal mit welchen anderen Musikern, unterwegs ist, dann kommt da meistens schwedischer Death Metal heraus. Und so knallen die vier auch auf ihrem zweiten Album zehn Songs heraus, die jedem Freund des schwedischen Death Metal ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden. Der Meister und seine deathigen Protagonisten wissen, wie man Songwriting vornimmt. Das Boss-Pedal ist allgegenwärtig und der HM2-Sound regiert die Welt. Uptempo-Nummer, wilde Soli, groovige Parts, geile Growls und Riffs, die hängenbleiben, führen dazu, dass man sich als Death-Metal-Fan einfach nur wohlfühlt. Ja klar, bekommt man jetzt keine Überraschungen, aber eben einfach gute Songs, wie man es gewohnt ist. Ein Album von Death-Metal-Lunatics für Death-Metal-Lunatics.

Anspieltipps: Undeath From Above und Shelter In The Darkness
Michael E.
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