Am 27.02.2026 erscheint mit A Reign To Conquer, dem neuen und vierten Album von Hela, das erste Lebenszeichen der spanischen Melodic-Doom-Formation seit über sieben Jahren. Der Nachfolger von Death May Die (2019) wird über Ardua Music veröffentlicht und ist sowohl als CD als auch auf Vinyl erhältlich.
Atmosphärischer Einstieg & Songaufbau
Bereits die ersten Minuten mit dem Opener Vessel To Nowhere machen deutlich, dass hier nicht auf schnelle Effekte gesetzt wird. Stattdessen entfalten sich die Songs langsam und bewusst, getragen von schweren Gitarren, weitläufigen Melodien und einer Stimmung, die zwischen Melancholie und stiller Hoffnung pendelt. Die Band versteht es hervorragend, Spannung über lange Songstrukturen aufzubauen, ohne dabei in Monotonie zu verfallen. Jeder Abschnitt wirkt durchdacht und fügt sich organisch in das Gesamtbild ein.
Langsam aufbauende Gitarrenflächen von Julián Velasco schaffen eine weite, fast träumerische Klanglandschaft, während Bassist Tano Giménez ein warmes Fundament legt, das den Songs zusätzliche Tiefe verleiht. Schlagzeuger Miguel Fernández agiert bewusst zurückhaltend und setzt seine Akzente eher subtil als dominant. Ein Ansatz, der der Musik viel Raum zum Atmen lässt.
Die neue Stimme: Raquel Navarro
Besonders auffällig ist die emotionale Wirkung des Gesangs, der den Stücken eine neue Tiefe verleiht. Die Stimme bewegt sich souverän zwischen zerbrechlichen Momenten und kraftvollen Passagen und fungiert dabei weniger als dominantes Element, sondern vielmehr als zusätzlicher atmosphärischer Baustein. Dadurch entsteht ein Klangbild, das gleichzeitig intim und episch wirkt. Die neue Sängerin Raquel Navarro erweist sich dabei als großer Gewinn für die Band. Ihre Performance überzeugt nicht nur technisch, sondern vor allem durch die Art und Weise ihres Vortrags. Navarro singt nicht einfach über der Musik – sie scheint Teil der Klanglandschaft zu werden. In Songs wie The Infinite Tower entfaltet ihre Stimme eine fragile Intensität, die sich langsam zu emotionaler Größe steigert, während Songs wie Crystal Bridge von ihrer kontrollierten Zurückhaltung leben. Gerade diese Mischung aus Zerbrechlichkeit und innerer Stärke verleiht dem Album eine neue Identität.
Dramaturgie & Abschluss
Das Album wirkt wie eine zusammenhängende Reise. Die Songs greifen atmosphärisch ineinander, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Besonders gegen Ende gewinnt das Album noch einmal an emotionaler Intensität und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Der abschließende Track Nomad verzichtet bewusst auf ein überladenes Finale und setzt stattdessen auf Nachhall und Emotion – ein ruhiger, aber wirkungsvoller Schlusspunkt.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Hela – A Reign To Conquer in unserem Time For Metal Release-Kalender.



