Artist: Myrath
Herkunft: Tunesien, Frankreich
Album: Shihili
Spiellänge: 47:10 Minuten
Genre: Progressive Metal, Power Metal
Release: 03.05.2019
Label: earMUSIC, Edel Germany
Link: https://www.facebook.com/myrathband/
Bandmitglieder:
Gesang – Zaher Zorgati
Gitarre – Malek Ben Arbia
Bassgitarre – Anis Jouini
Keyboard – Elyes Bouchoucha
Schlagzeug – Morgan Berthet
Tracklist:
- Asl (Intro)
- Born To Survive
- You’ve Lost Yourself
- Dance
- Wicked Dice
- Monster In My Closet
- Lili Twil
- No Holding Back
- Stardust
- Mersal
- Darkness Arise
- Shehili
Die orientalische Progressive Power Metal Band Myrath holt zum fünften Streich aus. Seit Freitag steht also Shihili griffbereit, und das Interesse an dem in Frankreich ansässigen Projekt dürfte in den letzten Monaten gestiegen sein. Mit Legacy haben sie sich nach fünf Jahren Pause im Jahr 2016 relativ eindrucksvoll zurückgemeldet. Unter der Flagge von earMUSIC dreht der neue Silberling 47 Minuten und umkreist damit zwölf Tracks.
Das afrikanisch angehauchte Intro ist eine Anlehnung an die tunesische Heimat, die gegen Nanterre eingetauscht wurde. Die Stadt liegt im direkten Einzugsgebiet von Paris und umfasst über 90.000 Einwohner. Das Quintett agiert sehr modern, vergisst seine Herkunft nicht und erschafft einen progressiven Sound, der sehr stark in die Region von Kamelot geht. Das Zauberwort bei Myrath heißt Progressive Power Metal. Schnelle Riffs, atmosphärische Klänge, hochtrabende Melodien und kraftvolle Lyrics bestimmen das Geschehen ab dem Zeitpunkt, wo Born To Survive das Zepter in die Hand nimmt. Die englischen Texte verstärken die Verbindung zu Kamelot und machen Myrath zum europäischen Pendant mit einer erfrischenden exotischen Note, die nicht in jedem Titel zum Tragen kommt. Die Raffinesse in den Stücken überflügelt den Hörer schnell. Gesanglich ist Zaher Zorgati nicht schlecht, hat im Vergleich zu anderen Frontmännern des Genres allerdings weniger Wiedererkennungswert in den Gesangsfarben. Das Niveau passt nichtsdestotrotz in allen Belangen. Gerne gehen die fünf Musiker in die Tiefe, schmeißen den Power Metal ein stückweit über Bord und lassen ruhige Balladen zu. Der moderne Melodic Metal hat eine sehr klassische Note á la Stratovarius. Genau diese Kombination macht die Franzosen aus. Wie im Artwork, lieben die Kompositionen die Nacht. Wie in einer kalten Wüstennacht, streifen die Stücke schlangenähnlich durch den feinen Sand. Instrumentelle Passagen werden durch Gitarrensoli am Leben gehalten und nur zu gerne greift Elyes Bouchoucha an den Tasten mit ein. Trotz des guten Gesamtgefüges fehlen mir noch grandiose Höhepunkte, damit geizen die Jungs leider für meinen Geschmack zu sehr. Trotzdem macht Shihili Spaß und hört man nicht nur einmal gerne!




